Griechenland, insbesondere die Insel Lesbos, nur wenige Kilometer vom türkischen Festland entfernt, ist für viele Geflüchtete aus der Türkei, aus Syrien und aus nordafrikanischen Staaten ein Sehnsuchtsort. Doch was für Touristen wie ein Idyll wirkt, ist für andere Endstation einer gefährlichen Flucht. Der Migrationsdruck ist hoch, die finanziellen Möglichkeiten des griechischen Staates begrenzt. Lesbos ist zu einem sozialen Brennpunkt Europas geworden.
Diakon Günter Jägers Engagement auf Lesbos:
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Mitten in diesem Spannungsfeld engagiert sich Diakon Günter Jäger aus Feichten an der Alz. Mehrmals im Jahr reist er auf die Insel – seine zweite Heimat. Gemeinsam mit anderen Partnern arbeitet er für das Projekt „Home for All“, das von „Support International“ aus München finanziell stark unterstützt wird. Im Mittelpunkt steht dabei ein ungewöhnlicher Hoffnungsträger: Olivenöl.
Lesbos zählt zu den bedeutendsten Olivenölregionen Griechenlands. Rund 11 bis 12 Millionen Olivenbäume prägen die Insel mit ihren knapp 90.000 Einwohnern. In gepachteten Hainen ernten Geflüchtete die Oliven – inzwischen mit elektrischen Erntehilfen statt mit einfachen Stangen. Netze werden unter den Bäumen ausgebreitet, die Früchte gesammelt, gewaschen und anschließend in modernen Anlagen zentrifugiert. So entsteht „Nika“-Olivenöl – extra vergine, biologisch und hochwertig.
Günter Jäger und die Nazi-Vergangenheit auf Lesbos:
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Doch es geht um mehr als ein gutes Produkt. Die Arbeit in den Olivenhainen, beim Gemüseanbau oder in der Küche des Projekts gibt vielen Menschen eine Aufgabe und Würde zurück. Für vulnerable Gruppen im Lager Kara Tepe werden täglich warme Mahlzeiten zubereitet. Auch kleine Auszeiten sind möglich: Sonntagsfahrten in die katholische Kirche von Mytilini schenken Momente der Besinnung und Normalität.
Lesbos liegt nur sieben Seemeilen von der Türkei entfernt. Für Urlauber eine kurze Fährfahrt, für viele Geflüchtete eine lebensgefährliche Überfahrt. Ein Friedhof auf der Insel erinnert an jene, die es nicht geschafft haben – darunter Kinder wie die kleine Zaynab, die 2022 starb.
Lesbos - Die Karfreitagsreportage im rfo:
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Günter Jäger kennt diese Orte. Er kennt auch die Menschen, die neu beginnen wollen. Mit Nikos, dem Gründer der NGO „Home for All“ vor Ort, arbeitet er Hand in Hand. Gemeinsam haben sie ein nachhaltiges Projekt aufgebaut: Hilfe zur Selbsthilfe, getragen von internationaler Unterstützung und vom Engagement der Geflüchteten selbst.
Jede Flasche „Nika“-Olivenöl schafft Arbeit und Perspektive. Sie steht für Integration, für Menschlichkeit – und für die Hoffnung, dass aus entwurzelten Menschen wieder Gestalter ihres eigenen Lebens werden können.



