Foto: Uschi Friedenberger
Das Hospiz ist eine Einrichtung für das Leben und das Sterben. Hier, wo Menschen das letzte Stück ihres Weges verbringen, vermischen sich Lachen und Weinen. Der letzte Samstag aber war eindeutig ein Tag gefüllt mit Freude und Fröhlichkeit.
Das Hospiz St. Ursula in Niederalteich feierte mit Gottesdienst, Festakt, Empfang und vielen Gästen bei strahlendem Sonnenschein sein zehnjähriges Bestehen. Der Anlass solle Gelegenheit geben innezuhalten, zurückzublicken und Danke zu sagen an Unterstützer, Wegbegleiter und Freunde des Hauses, so die Verantwortlichen.
Wer dem Hospiz schon über einen längeren Zeitraum verbunden ist, kennt die Seele des Hauses: Es ist die Pflegedienstleiterin Irene Basmer, eine Frau der ersten Stunde und meist die erste Anlaufstelle beim Kontakt mit dem Hospiz. Zusammen mit den weiteren Verantwortlichen und dem Hospiz-Team drückte sie an diesem besonderen Tag viele Hände.
Beim Gottesdienst in der Eingangshalle sagte Abt Dr. Marianus Bieber Dank für diese „segensreiche Einrichtung, in der Menschen auf ihrem letzten Weg so wunderbar betreut werden“. Er schloss seine Predigt mit den Worten: „Der Tod gehört zum Leben, er darf nicht vergessen und verdrängt werden, aber das Leben gehört auch zum Tod. Für uns Christen hat er nicht das letzte Wort – die Liebe, das Leben sind stärker als der Tod!“
Foto: Uschi Friedenberger
Beim anschließenden Festakt erinnerte Geschäftsführer Achim Steinert an den Kraftakt, das Hospiz auf den Weg zu bringen. Er freute sich über die herzliche Aufnahme des Hospizes in Niederalteich und dass es nun selbstverständlicher Teil der Gemeinde sei. Die folgenden Redner betonten in ihren Grußworten das segensreiche Wirken des St Ursula Hospizes. Es sprachen Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Deggendorfs Landrat Bernd Sibler, Niederalteichs Bürgermeister Albin Dietrich, Domkapitular Gerhard Auer in Vertretung von Bischof Dr. Stefan Oster SDB, der Vorstand des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes Willy Knödlseder sowie die Vorsitzende des Hospizvereins Deggendorf Monika Herold-Walther.
Domkapitular Gerhard Auer überbrachte die Spende des Bischofs in Höhe von 2500 Euro, wünschte dem Hospiz weiterhin Gottes Segen und gab die Worte von Bischof Dr. Stefan Oster weiter: „Wenn wir als Gläubige den schwer Kranken und Sterbenden beistehen, dann halten wir ihnen in sehr realer Weise den Himmel offen. Vor diesem Hintergrund nehme ich dieses Jubiläum gerne zum Anlass, um zu gratulieren, aber besonders auch all jenen von ganzem Herzen zu danken, die sich als Ehrenamtliche, als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als Förderer, als Unterstützende und Verantwortliche im St. Ursula Hospiz einbringen. Vergelt‘s Gott für Ihr Engagement, Ihre Zeit und Energie und nicht zuletzt für Ihr Gebet!“
Das bewegende Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ mit seinem irischen Segenswunsch leitete zu den Ehrungen über. Der Text dieses Liedes drücke in besonderer Weise aus, „was unser Hospiz ausmacht“, meinte Pflegedienstleiterin Irene Basmer: „Ein Ort, an dem Wege sich kreuzen, an dem Menschen einander begegnen, wo Nähe, Trost und Mitmenschlichkeit nicht nur Worte sind, sondern gelebte Realität!“ Als Mitarbeiterinnen der 1. Stunde wurden Irene Basmer, Manuela Birgmann, Susanne Feichtinger, Eva Franzeova, Tanja Heining, Christine Meinzinger, Manuela Neugebauer und Beate Schmitt geehrt, zudem die Ehrenamtlichen Helene Gehwolf, Gabriele Grünzweig sowie Cornelia Habereder und Monika Wilhelmy-Falter vom Hospizverein.
In seiner Festrede sprach Geschäftsführer Dr. Ulrich Krüninger auch über Kairos, den griechischen Gott des rechten Augenblicks und der günstigen Gelegenheit. Und dieser richtige Zeitpunkt sei ja vor zehn Jahren ergriffen worden, um den Traum zu verwirklichen, ein stationäres Hospiz für diese Region zu schaffen. In seinem Dank erwähnte Dr. Krüninger neben allen Verantwortlichen, Mitarbeitenden, Gönnern und Spendern besonders die frühere Deggendorfer Hospizvereins-Vorsitzende Hildegard Plaschzyk und die Ursulinen-Schwestern, deren früheres Kloster zum Hospiz geworden sei.
Musikalisch stimmungsvoll gestaltet wurde der Festtag vom Ökumenischen Posaunenchor Deggendorf und dem Projektchor unter der Leitung von Dr. Ulrich Krüninger.
Dann kamen die Teilnehmer bei Traumwetter vor dem Hospiz bei einem Büfett ins Gespräch. Viele dachten an so manche Menschen zurück, die in den vergangenen zehn Jahren im Hospiz verstorben sind – und das Glück, eine solche Einrichtung zu haben. Und es tauchte auch oft die Frage auf: Wo sind nur die zehn Jahre hingekommen?
Text: Uschi Friedenberger


