Soziales

Wenn ein Hospiz Geburtstag feiert

Redaktion am 08.07.2025

Info Icon Foto: Uschi Friedenberger
Pflegedienstleiterin Irene Basmer, die Seele im St. Ursula Hospiz, steht beim Gedenkbaum im Innenhof der Einrichtung. Für jeden verstorbenen Gast wird ein Gedenkband an den Baum gehängt. In den vergangenen zehn Jahren sind über 1000 Menschen im Hospiz Niederalteich verstorben.

Das Hospiz ist eine Einrichtung für das Leben und das Sterben. Hier, wo Menschen das letzte Stück ihres Weges verbringen, vermischen sich Lachen und Weinen. Der letzte Samstag aber war eindeutig ein Tag gefüllt mit Freude und Fröhlichkeit. 

Das Hos­piz St. Ursu­la in Nie­der­al­t­eich fei­er­te mit Got­tes­dienst, Fest­akt, Emp­fang und vie­len Gäs­ten bei strah­len­dem Son­nen­schein sein zehn­jäh­ri­ges Bestehen. Der Anlass sol­le Gele­gen­heit geben inne­zu­hal­ten, zurück­zu­bli­cken und Dan­ke zu sagen an Unter­stüt­zer, Weg­be­glei­ter und Freun­de des Hau­ses, so die Verantwortlichen. 

Wer dem Hos­piz schon über einen län­ge­ren Zeit­raum ver­bun­den ist, kennt die See­le des Hau­ses: Es ist die Pfle­ge­dienst­lei­te­rin Ire­ne Bas­mer, eine Frau der ers­ten Stun­de und meist die ers­te Anlauf­stel­le beim Kon­takt mit dem Hos­piz. Zusam­men mit den wei­te­ren Ver­ant­wort­li­chen und dem Hos­piz-Team drück­te sie an die­sem beson­de­ren Tag vie­le Hände.

Beim Got­tes­dienst in der Ein­gangs­hal­le sag­te Abt Dr. Maria­nus Bie­ber Dank für die­se segens­rei­che Ein­rich­tung, in der Men­schen auf ihrem letz­ten Weg so wun­der­bar betreut wer­den“. Er schloss sei­ne Pre­digt mit den Wor­ten: Der Tod gehört zum Leben, er darf nicht ver­ges­sen und ver­drängt wer­den, aber das Leben gehört auch zum Tod. Für uns Chris­ten hat er nicht das letz­te Wort – die Lie­be, das Leben sind stär­ker als der Tod!“

Info Icon Foto: Uschi Friedenberger
Pflegedienstleiterin Irene Basmer, Geschäftsführer Dr. med. Ulrich Krüninger und Hospizvereins-Vorsitzende Monika Herold-Walther (v. l.) stoßen vor dem Hospiz auf diesen Festtag an.

Beim anschlie­ßen­den Fest­akt erin­ner­te Geschäfts­füh­rer Achim Stei­nert an den Kraft­akt, das Hos­piz auf den Weg zu brin­gen. Er freu­te sich über die herz­li­che Auf­nah­me des Hos­pi­zes in Nie­der­al­t­eich und dass es nun selbst­ver­ständ­li­cher Teil der Gemein­de sei. Die fol­gen­den Red­ner beton­ten in ihren Gruß­wor­ten das segens­rei­che Wir­ken des St Ursu­la Hos­pi­zes. Es spra­chen Bezirks­tags­prä­si­dent Dr. Olaf Hein­rich, Deg­gen­dorfs Land­rat Bernd Sibler, Nie­der­al­t­eichs Bür­ger­meis­ter Albin Diet­rich, Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer in Ver­tre­tung von Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB, der Vor­stand des Baye­ri­schen Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­ban­des Wil­ly Knödl­se­der sowie die Vor­sit­zen­de des Hos­piz­ver­eins Deg­gen­dorf Moni­ka Herold-Walther.

Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer über­brach­te die Spen­de des Bischofs in Höhe von 2500 Euro, wünsch­te dem Hos­piz wei­ter­hin Got­tes Segen und gab die Wor­te von Bischof Dr. Ste­fan Oster wei­ter: Wenn wir als Gläu­bi­ge den schwer Kran­ken und Ster­ben­den bei­ste­hen, dann hal­ten wir ihnen in sehr rea­ler Wei­se den Him­mel offen. Vor die­sem Hin­ter­grund neh­me ich die­ses Jubi­lä­um ger­ne zum Anlass, um zu gra­tu­lie­ren, aber beson­ders auch all jenen von gan­zem Her­zen zu dan­ken, die sich als Ehren­amt­li­che, als Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, als För­de­rer, als Unter­stüt­zen­de und Ver­ant­wort­li­che im St. Ursu­la Hos­piz ein­brin­gen. Vergelt‘s Gott für Ihr Enga­ge­ment, Ihre Zeit und Ener­gie und nicht zuletzt für Ihr Gebet!“

Das bewe­gen­de Lied Möge die Stra­ße uns zusam­men­füh­ren“ mit sei­nem iri­schen Segens­wunsch lei­te­te zu den Ehrun­gen über. Der Text die­ses Lie­des drü­cke in beson­de­rer Wei­se aus, was unser Hos­piz aus­macht“, mein­te Pfle­ge­dienst­lei­te­rin Ire­ne Bas­mer: Ein Ort, an dem Wege sich kreu­zen, an dem Men­schen ein­an­der begeg­nen, wo Nähe, Trost und Mit­mensch­lich­keit nicht nur Wor­te sind, son­dern geleb­te Rea­li­tät!“ Als Mit­ar­bei­te­rin­nen der 1. Stun­de wur­den Ire­ne Bas­mer, Manue­la Birg­mann, Susan­ne Feicht­in­ger, Eva Fran­zeo­va, Tan­ja Hei­ning, Chris­ti­ne Mein­zin­ger, Manue­la Neu­ge­bau­er und Bea­te Schmitt geehrt, zudem die Ehren­amt­li­chen Hele­ne Geh­wolf, Gabrie­le Grün­zweig sowie Cor­ne­lia Habe­re­der und Moni­ka Wil­hel­my-Fal­ter vom Hospizverein. 

In sei­ner Fest­re­de sprach Geschäfts­füh­rer Dr. Ulrich Krü­nin­ger auch über Kai­ros, den grie­chi­schen Gott des rech­ten Augen­blicks und der güns­ti­gen Gele­gen­heit. Und die­ser rich­ti­ge Zeit­punkt sei ja vor zehn Jah­ren ergrif­fen wor­den, um den Traum zu ver­wirk­li­chen, ein sta­tio­nä­res Hos­piz für die­se Regi­on zu schaf­fen. In sei­nem Dank erwähn­te Dr. Krü­nin­ger neben allen Ver­ant­wort­li­chen, Mit­ar­bei­ten­den, Gön­nern und Spen­dern beson­ders die frü­he­re Deg­gen­dor­fer Hos­piz­ver­eins-Vor­sit­zen­de Hil­de­gard Plasch­zyk und die Ursu­li­nen-Schwes­tern, deren frü­he­res Klos­ter zum Hos­piz gewor­den sei. 

Musi­ka­lisch stim­mungs­voll gestal­tet wur­de der Fest­tag vom Öku­me­ni­schen Posau­nen­chor Deg­gen­dorf und dem Pro­jekt­chor unter der Lei­tung von Dr. Ulrich Krüninger.

Dann kamen die Teil­neh­mer bei Traum­wet­ter vor dem Hos­piz bei einem Büfett ins Gespräch. Vie­le dach­ten an so man­che Men­schen zurück, die in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren im Hos­piz ver­stor­ben sind – und das Glück, eine sol­che Ein­rich­tung zu haben. Und es tauch­te auch oft die Fra­ge auf: Wo sind nur die zehn Jah­re hingekommen?

Text: Uschi Friedenberger

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