Bistumsblatt

Mit Rückenwind und Regenlust

Redaktion am 23.07.2025

Info Icon Foto: Anna Krinninger
Autor Wolfgang Krinninger auf dem Weg zur Arbeit hoch über Germannsdorf.

Beim Stadtradeln zählt drei Wochen lang jeder Kilometer – auch gegen Wind, Wetter und innere Widerstände. Ein Pendler zieht nach über 1000 Radkilometern Bilanz: über Motivation, Muskelaufbau und die Vision einer radfreundlichen Zukunft.

Stadt­ra­deln ist ein Wett­be­werb, bei dem es dar­um geht, 21 Tage lang mög­lichst vie­le Wege kli­ma­freund­lich mit dem Fahr­rad zurück­zu­le­gen. Egal ob zur Arbeit oder in der Frei­zeit. Jeder Kilo­me­ter zählt! In Pas­sau hat­ten sich heu­er 65 Fir­men, Schu­len, Insti­tu­tio­nen, Ver­ei­ne etc. für das Event ange­mel­det, dar­un­ter auch das Team ​„Bis­tum Pas­sau und Cari­tas Pas­sau“, für das auch ich erst­mals an den Start ging. War­um? Weil ich sehr gern Rad fah­re. Und weil ich nach mehr als 30 Jah­ren als Pend­ler (rund 70 Kilo­me­ter pro Tag) über­zeugt bin, dass das Auto für den Arbeits­weg zu viel Ener­gie und zu viel Platz braucht und zu lan­ge im Stau steht. Aber ist das Rad eine Alter­na­ti­ve? Hier ein paar (Straßen-)rand-Bemerkungen nach 1011 Kilo­me­tern Stadt­ra­deln – als Pend­ler mit dem E‑Bike, in der Frei­zeit mit dem Rennrad.

Unter ein­ein­halb Stun­den ist die Stre­cke von Pas­sau in mei­nen Hei­mat­ort Brei­ten­berg im Baye­ri­schen Wald nicht zu schaf­fen. Auch wenn Blitz und Don­ner im Rücken wie ein Tur­bo wir­ken, ich berg­auf kurb­le,
was mein Kör­per her­gibt, und mich berg­ab wind­schlüpf­rig ver­ren­ke, mehr geht (für mich) nicht. Von Haus­tür zu Haus­tür kann ich damit zeit­lich immer­hin mit dem Bus mit­hal­ten. Mit dem Auto brau­che ich – je nach Ver­kehrs­la­ge in der Stadt – 30 bis 45 Minu­ten weni­ger. Dafür wird Stoß­stan­ge an Stoß­stan­ge das Ner­ven­kos­tüm sehr viel stär­ker stra­pa­ziert. Und: Durch mei­ne täg­li­chen Pend­ler-Übungs­ein­hei­ten kann ich mir wei­te­res Aus­dau­er­trai­ning am Abend spa­ren. Trotz elek­tri­scher Unter­stüt­zung spürt man nach eini­gen Tagen, dass das bestän­di­ge Trai­ning dem Kör­per gut tut.

Die­sen Moti­va­ti­ons­schub braucht es aber auch. Spä­tes­tens, wenn am stock­fins­te­ren Mor­gen der Regen aufs Dach­fens­ter trom­melt, kommt der eige­ne Schwei­ne­hund ins Spiel und …

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