Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Am sogenannten „weißen Sonntag“ wird vielerorts die Erstkommunion gefeiert. Kinder empfangen zum ersten Mal den Leib Christi und spüren dabei, dass in der Eucharistie etwas Einzigartiges passiert. Das dürfen auch wir uns immer wieder in Erinnerung rufen, wenn wir an diesen besonderen Tag denken. Ein Impuls zum 12. April 2026 von Gemeindereferentin Jennifer Kinder.
Am ersten Sonntag nach Ostern, auch „weißer Sonntag“ genannt, wird in vielen Pfarreien Erstkommunion gefeiert. Seinen Namen hat er von den weißen Alben, den Gewändern, die die Kinder an diesem Tag, in Erinnerung an ihre Taufe, tragen. Am Tag meiner Erstkommunion wars bewölkt. Das berichten mir Fotos. Diese erzählen außerdem von einem langen Kirchenzug durch die Ortschaft, meine Klassenlehrerin war da und wir waren beim Fotografen. Meine Erinnerungen an diesen Tag sind blass. Unser Erstkommunionmotto weiß ich aber noch: der „Ichtys“ – das „Geheimsymbol“ der ersten Christen und eines der frühsten Glaubensbekenntnisse.
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Zugegeben: Dass ich das noch weiß, liegt vermutlich daran, weil ich eine Fürbitte lesen durfte. Dabei durfte ich auch einen Fisch, der auf einen kleinen Stab gesteckt war, hochhalten. Stolz war ich, weil ich lesen durfte und stolz hielt ich meinen „Ichtys“ nach oben – so wie es mir die Gemeindereferentin damals gezeigt hat. Als ich meine Fürbitte begonnen hatte, segelte der Fisch zu Boden, er war nicht festgeklebt – den kleinen Stab hielt ich immer noch nach oben – nur ohne Fisch – das brachte mir viele Lacher – die ich aber ÜBERHAUPT nicht haben wollte. Weil ich es PERFEKT machen wollte!
Obwohl ich zwar nicht wirklich verstanden habe, was bei meiner Erstkommunion passiert, wusste ich, dass es etwas „Besonderes“ „Einzigartiges“ „Wichtiges“ ist und dass es mir ERNST war. Da gabs nichts zu lachen! Heute darf ich versuchen mein Leben aus dem Geschenk der Eucharistie heraus zu gestalten – was mir mal mehr und oft weniger gut gelingt. Und trotzdem geht mein Weg mit Gott. Weil ich spüren durfte: da IST etwas. Etwas Besonderes, Wichtiges und Einzigartiges.
Bei allem Lamentieren und bei aller Besorgnis, dass die Kinder die „heutzutage“ zur Erstkommunion gehen ja „gar nichts mehr verstehen“ muss ich ehrlicherweise gestehen: verstanden hab ich es auch nicht – und bis heute versuche ich immer wieder neu dieses wundervolle Geheimnis zu verstehen. Und deshalb wünsche allen Erstkommunionkinder aber auch uns allen, dass wir dieses „Gefühl“ immer wieder spüren können – dass in der Eucharistie etwas ganz Wundervolles, Einzigartiges und Besonderes passiert.
Jennifer Kinder
Gemeindereferentin in Fürstenzell



