Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Wer sich zu Christus bekennt, findet sein Erbarmen, so die Botschaft des Apostels Paulus. Und bei Jesaja lesen wir, das Haus Gottes steht allen offen, die seinen Bund halten. Gottes Wille ist, dass alle Menschen sein Heil erfahren, die an ihn glauben. Ein Impuls zum 16. August 2026 von Florian Kandler, Referent für Sakramentenpastoral.
Wenn ich Zuhause Brot schneide, sammeln sich Krümel im Behälter unter meiner Brotschneidemaschine. Wenn ich diesen mit einem selbstverständlichen Handgriff ausleere, müsste ich mir eigentlich bewusstmachen: Für mich sind diese Krümel ein Abfallprodukt – für andere können sie die Welt bedeuten. Das Evangelium dieses Sonntags eröffnet uns eine spannende Frage, die gerade die ersten Christen stark beschäftigt hat: Für wen ist das Heil Gottes da?
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Jesus begegnet einer kanaanäischen Frau, einer Heidin, die um sein Erbarmen für ihre kranke Tochter bittet. Der weist sie schroff ab, denn er sei nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Wie könne er dem Volk Israel, das den Bund Gottes mit seinen Verheißungen empfangen hat, das Brot wegnehmen, um es den Hunden vorzuwerfen? Die Frau überrascht mit einem einfachen Widerwort: Würden denn die kleinen Hunde nicht auch von den Brotkrumen essen, die vom Tisch herabfallen? Sie bittet um einen kleinen Krümel, um Heilung von Gott zu erfahren. Ein kleiner Krümel bildet ihre ganze Hoffnung ab. Jesus erkennt ihren großen Glauben und hilft. Und gleichzeitig gibt er damit eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage: Für wen ist das Heil Gottes da? Paulus, der Apostel der Heiden, unterstreicht die Verheißung Gottes im Neuen Bund: Sein Erbarmen findet, wer sich zu ihm bekennt – Juden wie Heiden. Und schon bei Jesaja lesen wir, dass das Haus Gottes offen steht für alle, die seinen Bund halten. So wird sein Haus zu einem Haus des Gebets für alle Völker.
Das Volk Gottes weitet sich also aus. Über den Bund mit dem auserwählten Volk Israel hinaus, schafft Gott Raum für alle, die ihn als ihren Schöpfer anerkennen; sich nach ihm, seinem Heil, seiner Nahrung sehnen. Sein Wille ist es, dass alle Menschen das Heil erfahren. Es fließt zu allen, die glauben und ihn mit offenen Armen empfangen – schon der kleinste Krümel vermag es, die Menschen zu retten.
Florian Kandler
Referent für Sakramentenpastoral



