Das glauben wir

Für wen ist Gottes Heil?

Redaktion am 13.08.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Wer sich zu Christus bekennt, findet sein Erbarmen, so die Botschaft des Apostels Paulus. Und bei Jesaja lesen wir, das Haus Gottes steht allen offen, die seinen Bund halten. Gottes Wille ist, dass alle Menschen sein Heil erfahren, die an ihn glauben. Ein Impuls zum 16. August 2026 von Florian Kandler, Referent für Sakramentenpastoral.

Wenn ich Zuhau­se Brot schnei­de, sam­meln sich Krü­mel im Behäl­ter unter mei­ner Brot­schnei­de­ma­schi­ne. Wenn ich die­sen mit einem selbst­ver­ständ­li­chen Hand­griff aus­lee­re, müss­te ich mir eigent­lich bewusst­ma­chen: Für mich sind die­se Krü­mel ein Abfall­pro­dukt – für ande­re kön­nen sie die Welt bedeu­ten. Das Evan­ge­li­um die­ses Sonn­tags eröff­net uns eine span­nen­de Fra­ge, die gera­de die ers­ten Chris­ten stark beschäf­tigt hat: Für wen ist das Heil Got­tes da?

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Jesus begeg­net einer kanaa­näi­schen Frau, einer Hei­din, die um sein Erbar­men für ihre kran­ke Toch­ter bit­tet. Der weist sie schroff ab, denn er sei nur zu den ver­lo­re­nen Scha­fen des Hau­ses Isra­el gesandt. Wie kön­ne er dem Volk Isra­el, das den Bund Got­tes mit sei­nen Ver­hei­ßun­gen emp­fan­gen hat, das Brot weg­neh­men, um es den Hun­den vor­zu­wer­fen? Die Frau über­rascht mit einem ein­fa­chen Wider­wort: Wür­den denn die klei­nen Hun­de nicht auch von den Brot­kru­men essen, die vom Tisch her­ab­fal­len? Sie bit­tet um einen klei­nen Krü­mel, um Hei­lung von Gott zu erfah­ren. Ein klei­ner Krü­mel bil­det ihre gan­ze Hoff­nung ab. Jesus erkennt ihren gro­ßen Glau­ben und hilft. Und gleich­zei­tig gibt er damit eine Ant­wort auf die ein­gangs gestell­te Fra­ge: Für wen ist das Heil Got­tes da? Pau­lus, der Apos­tel der Hei­den, unter­streicht die Ver­hei­ßung Got­tes im Neu­en Bund: Sein Erbar­men fin­det, wer sich zu ihm bekennt – Juden wie Hei­den. Und schon bei Jesa­ja lesen wir, dass das Haus Got­tes offen steht für alle, die sei­nen Bund hal­ten. So wird sein Haus zu einem Haus des Gebets für alle Völker. 

Das Volk Got­tes wei­tet sich also aus. Über den Bund mit dem aus­er­wähl­ten Volk Isra­el hin­aus, schafft Gott Raum für alle, die ihn als ihren Schöp­fer aner­ken­nen; sich nach ihm, sei­nem Heil, sei­ner Nah­rung seh­nen. Sein Wil­le ist es, dass alle Men­schen das Heil erfah­ren. Es fließt zu allen, die glau­ben und ihn mit offe­nen Armen emp­fan­gen – schon der kleins­te Krü­mel ver­mag es, die Men­schen zu retten.

Flo­ri­an Kand­ler
Refe­rent für Sakramentenpastoral

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