Das glauben wir

Gott setzt andere Maßstäbe

Redaktion am 18.09.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Was ist gerecht? „Dem allgemeinen Empfinden von Gerechtigkeit, Wertmaßstäben entsprechend“ lautet eine Definition. Gott aber setzt andere Maßstäbe. Er handelt nicht nur gerecht, sondern v.a. barmherzig. Wir sollten nicht neidisch auf das schauen, was andere haben, sondern wahrnehmen, was uns geschenkt ist. Ein Impuls zum 20. September 2026 von Pastoralreferentin Teresa Aigner.

Was ist gerecht? Eine schwie­ri­ge Fra­ge. Wenn ich nach einer Defi­ni­ti­on suche, fin­de ich z.B. ​„dem all­ge­mei­nen Emp­fin­den von Gerech­tig­keit, Wert­maß­stä­ben ent­spre­chend“. So steht es im Duden. Das all­ge­mei­ne Emp­fin­den ist aber auch etwas schwie­rig. Ist immer das gerecht, was die All­ge­mein­heit als gerecht ansieht? Wenn ich die­se Maß­stä­be an das Gleich­nis im heu­ti­gen Evan­ge­li­um anset­ze, dann erscheint es mir erst­mal als unge­recht. Die Fra­ge, ob es für glei­che Arbeit glei­chen Lohn geben soll­te, wird wahr­schein­lich jede und jeder mit ​„ja“ beant­wor­ten. Mein ers­ter Gedan­ke ist also auch, war­um bekom­men die Arbei­ter, die nur eine Stun­de gear­bei­tet haben genau­so viel wie die Arbei­ter, die den gan­zen Tag gear­bei­tet haben? 

Aber: Ich mer­ke, mit mei­nen Maß­stä­ben kom­me ich hier nicht wei­ter. Also schaue ich mir das Gleich­nis noch­mal genau­er an. Am Anfang heißt es: Mit dem Him­mel­reich ist es wie… Ein Hin­weis dar­auf, dass Jesus uns etwas über Gott und über sein Reich erzäh­len will. Und in die­sem Him­mel­reich gel­ten unse­re Maß­stä­be eben nicht mehr. Gott han­delt anders. Das zeigt mir auch das Ver­hal­ten des Guts­be­sit­zers. Er gibt jedem genau­so viel, wie er zum Leben braucht. Und, er freut sich über jeden, der noch zu ihm in den Wein­berg kommt. 

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Der Guts­be­sit­zer – und damit Gott – han­delt barm­her­zig. Und das beißt sich hier mit unse­rem Gerech­tig­keits­emp­fin­den. Das Gleich­nis fragt des­halb: Wie gehe ich mit Gerech­tig­keit und Barm­her­zig­keit um? Und: Wenn ande­re genau­so viel bekom­men wie ich, obwohl ich viel­leicht mehr getan habe – neh­men sie mir dann etwas weg? Dahin­ter steckt die Angst, zu kurz zu kom­men und nei­disch auf das zu schau­en, was ande­re haben, statt wahr­zu­neh­men, was mir selbst geschenkt ist. 

„Das Himmelreich/​das Reich Got­tes ist nahe!“, das ist die Bot­schaft Jesu. Und für die­ses Him­mel­reich kann auch ich etwas tun. Ich kann etwas dafür tun, dass die­ses Him­mel­reich hier auf der Erde spür­bar ist. Und mir etwas vom Ver­hal­ten Got­tes und von Jesus abschau­en. So kann ein Stück Him­mel hier und jetzt begin­nen, wenn ich was ände­re, mei­ne Angst zu kurz zu kom­men able­ge, mich nicht von der Gier nach immer mehr trei­ben las­se oder ein­fach den Men­schen, die hier mit mir auf der Erde leben, mehr Beach­tung schenke. 

Tere­sa Aigner
Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Bad Birnbach

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