Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
In christlichen Gruppen herrscht oft eine Art gemeinschaftliche Persönlichkeit, ein guter Geist. Diese Erfahrung macht auch Jugendpfarrer Hubertus Kerscher als Präses im BDKJ. Wenn Gottes Heiliger Geist in Menschen wirkt, gibt er ihnen mehr als nur gute Ideen und Zusammenhalt. Er schenkt ihnen Anteil an sich selbst. Ein Impuls zum Pfingstsonntag am 24. Mai 2026 von Jugendpfarrer Hubertus Kerscher.
Seit ich 14 bin, bin ich Mitglied in einem katholischen Jugendverband. Mittlerweile darf ich als Präses auch im BDKJ, dem Dachverband der Jugendverbände in unserem Bistum mitwirken. Wir betonen gerne, dass in allen unseren Verbänden ein besonderer „Geist“ herrscht. Manchmal müssen wir uns das auch bewusst machen, wenn wir neue Mitglieder oder Mitarbeiter aufnehmen. Zwischen OG, J‑GCL und GO-Antrag muss man erst einmal navigieren lernen und da haben wir noch gar nicht von den Zielen und Werten gesprochen, die unsere Gemeinschaften ausmachen.
C.S Lewis hat genau diese Erfahrung in Familien und Gemeinschaften einmal aufgegriffen, um uns den Heiligen Geist näher zu bringen. Er stellt fest, dass in solchen Gruppen oft eine Art gemeinschaftlicher Persönlichkeit entstehe. Damit ist gemeint, dass die einzelnen Mitglieder, wenn sie zusammen sind, tatsächlich besondere Rede- und Verhaltensweisen annehmen, die sie nicht hätten, wenn sie getrennt wären. Natürlich sei das aber nicht wirklich eine Person, es hat nur große Ähnlichkeit mit einer Person. Das so Lewis, ist dann der große Unterschied zwischen Gott und uns: „Was aus dem gemeinsamen Leben des Vaters und des Sohnes erwächst, ist tatsächlich eine Person, nämlich die dritte der drei Personen, die Gott sind.“ Bei Gott ist dieses gemeinsame Leben also nicht bloß ein Gefühl oder eine Atmosphäre. Die Liebe zwischen Vater und Sohn ist so lebendig, so wirklich, dass sie selbst Person ist: der Heilige Geist.
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Genau das wird im Evangelium des Pfingstsonntags ausgedrückt. Jesus sagt dort im Johannesevangelium nicht: „Jetzt habt endlich Teamgeist.“ Sondern: „Empfangt den Heiligen Geist.“ Das heißt: Die Jünger bekommen Anteil an Gottes eigenem Leben. Vielleicht ist das das Kühnste am christlichen Glauben: Dass Gott Menschen nicht nur bessere Ideen gibt, nicht nur Zusammenhalt, sondern Anteil an sich selbst.
C.S. Lewis sagt, dass der Heilige Geist für uns vielleicht manchmal schwerer zu greifen ist, als Vater und Sohn, weil er nicht einfach vor uns oder neben uns steht, wenn wir beten. Er ist wirkt in uns und durch uns. Gerade deshalb zeigt sich der Heilige Geist nicht nur im Spektakulären, sondern darin, dass Menschen neu lieben, hoffen, Vergebung erfahren und leben.
Pfingsten bedeutet: Gottes Leben will in Menschen wohnen – sodass in ihrer Gemeinschaft, in ihrem Reden, Hoffen und Tun etwas von seiner Liebe, von ihm selbst sichtbar wird.
Hubertus Kerscher
Jugendpfarrer



