Das glauben wir

Gottes Geist in uns

Redaktion am 22.05.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

In christlichen Gruppen herrscht oft eine Art gemeinschaftliche Persönlichkeit, ein guter Geist. Diese Erfahrung macht auch Jugendpfarrer Hubertus Kerscher als Präses im BDKJ. Wenn Gottes Heiliger Geist in Menschen wirkt, gibt er ihnen mehr als nur gute Ideen und Zusammenhalt. Er schenkt ihnen Anteil an sich selbst. Ein Impuls zum Pfingstsonntag am 24. Mai 2026 von Jugendpfarrer Hubertus Kerscher.

Seit ich 14 bin, bin ich Mit­glied in einem katho­li­schen Jugend­ver­band. Mitt­ler­wei­le darf ich als Prä­ses auch im BDKJ, dem Dach­ver­band der Jugend­ver­bän­de in unse­rem Bis­tum mit­wir­ken. Wir beto­nen ger­ne, dass in allen unse­ren Ver­bän­den ein beson­de­rer Geist“ herrscht. Manch­mal müs­sen wir uns das auch bewusst machen, wenn wir neue Mit­glie­der oder Mit­ar­bei­ter auf­neh­men. Zwi­schen OG, J‑GCL und GO-Antrag muss man erst ein­mal navi­gie­ren ler­nen und da haben wir noch gar nicht von den Zie­len und Wer­ten gespro­chen, die unse­re Gemein­schaf­ten ausmachen.

C.S Lewis hat genau die­se Erfah­rung in Fami­li­en und Gemein­schaf­ten ein­mal auf­ge­grif­fen, um uns den Hei­li­gen Geist näher zu brin­gen. Er stellt fest, dass in sol­chen Grup­pen oft eine Art gemein­schaft­li­cher Per­sön­lich­keit ent­ste­he. Damit ist gemeint, dass die ein­zel­nen Mit­glie­der, wenn sie zusam­men sind, tat­säch­lich beson­de­re Rede- und Ver­hal­tens­wei­sen anneh­men, die sie nicht hät­ten, wenn sie getrennt wären. Natür­lich sei das aber nicht wirk­lich eine Per­son, es hat nur gro­ße Ähn­lich­keit mit einer Per­son. Das so Lewis, ist dann der gro­ße Unter­schied zwi­schen Gott und uns: Was aus dem gemein­sa­men Leben des Vaters und des Soh­nes erwächst, ist tat­säch­lich eine Per­son, näm­lich die drit­te der drei Per­so­nen, die Gott sind.“ Bei Gott ist die­ses gemein­sa­me Leben also nicht bloß ein Gefühl oder eine Atmo­sphä­re. Die Lie­be zwi­schen Vater und Sohn ist so leben­dig, so wirk­lich, dass sie selbst Per­son ist: der Hei­li­ge Geist.

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Genau das wird im Evan­ge­li­um des Pfingst­sonn­tags aus­ge­drückt. Jesus sagt dort im Johan­nes­evan­ge­li­um nicht: Jetzt habt end­lich Team­geist.“ Son­dern: Emp­fangt den Hei­li­gen Geist.“ Das heißt: Die Jün­ger bekom­men Anteil an Got­tes eige­nem Leben. Viel­leicht ist das das Kühns­te am christ­li­chen Glau­ben: Dass Gott Men­schen nicht nur bes­se­re Ideen gibt, nicht nur Zusam­men­halt, son­dern Anteil an sich selbst.

C.S. Lewis sagt, dass der Hei­li­ge Geist für uns viel­leicht manch­mal schwe­rer zu grei­fen ist, als Vater und Sohn, weil er nicht ein­fach vor uns oder neben uns steht, wenn wir beten. Er ist wirkt in uns und durch uns. Gera­de des­halb zeigt sich der Hei­li­ge Geist nicht nur im Spek­ta­ku­lä­ren, son­dern dar­in, dass Men­schen neu lie­ben, hof­fen, Ver­ge­bung erfah­ren und leben.

Pfings­ten bedeu­tet: Got­tes Leben will in Men­schen woh­nen – sodass in ihrer Gemein­schaft, in ihrem Reden, Hof­fen und Tun etwas von sei­ner Lie­be, von ihm selbst sicht­bar wird.

Huber­tus Ker­scher
Jugend­pfar­rer

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