Das glauben wir

Ja: Mehr als ein Wort!

Redaktion am 25.09.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Wie oft bekräftigen wir unser Ja. Auf die Frage „Seid ihr bereit?“ – ob bei der Taufe, Eheschließung, Prieser- oder Diakonenweihe – antworten wir mit Ja. Das entscheidende dabei aber ist, dass es nicht nur bei bloßen Worten bleibt. Das Ja in die Tat umzusetzen: Darauf kommt es an. Ein Impuls zum 27. September 2026 von Pfarrer Christian Altmannsperger.

Lie­be Schwes­tern und Brü­der, Sie sol­len Ihr Kind im Glau­ben erzie­hen, Sie sol­len mit Ihrem Kind beten und ihm hel­fen, sei­nen Platz in der Gemein­schaft der Kir­che zu fin­den. Sind Sie dazu bereit? Alle Eltern, die ihr Kind zur Tau­fe brin­gen, ant­wor­ten auf die­se Fra­ge mit Ja. Sind Sie bereit, als christ­li­che Ehe­leu­te ihre Auf­ga­be in Ehe und Fami­lie, in Kir­che und Welt zu erfül­len? Alle Ehe­paa­re, denen ich bei ihrer Trau­ung die­se Fra­ge gestellt habe, ant­wor­te­ten bis­lang mit Ja. Seid ihr bereit, Män­ner des Gebe­tes zu wer­den und aus die­sem Gebet das Stun­den­ge­bet zu ver­rich­ten? Seid ihr bereit, den Armen und Kran­ken bei­zu­ste­hen, Hei­mat­lo­sen und Not­lei­den­den zu hel­fen? Seid ihr bereit, nach dem Vor­bild Chris­ti zu leben, des­sen Leib und Blut ihr aus­tei­len wer­det? Die­se Fra­gen sind allen Bischö­fen und Pries­tern schon bei der Dia­ko­nen­wei­he vor­ge­legt wor­den, und alle ant­wor­te­ten mit Ja. War­um denn? Soll­ten wir nicht Ja sagen? Man weiß schließ­lich, was an wel­cher Stel­le zu sagen ist.

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Im Gleich­nis von den unglei­chen Söh­nen, das uns die Kir­che am heu­ti­gen Sonn­tag ver­kün­det, sag­te der zwei­te Sohn zwar Ja, ging aber nicht ans Werk, leb­te nicht nach sei­nem Ver­spre­chen. Die­ses Gleich­nis hält uns den Spie­gel vor. Es lässt mich fra­gen: Wie steht es denn mit der Über­ein­stim­mung von Reden und Tun? Der ers­te Sohn im Gleich­nis sagt bockig zu sei­nem Vater: ​„Ich will nicht.“ Der Vater nimmt die­se Gehor­sams­ver­wei­ge­rung hin und schafft so die Vor­aus­set­zung, dass sein Sohn über­haupt ein­se­hen und umkeh­ren kann. Er über­legt und tut schließ­lich doch, was der Vater ihm gesagt hatte.

Ide­al wäre natür­lich ein deut­li­ches Ja und das gege­be­ne Ver­spre­chen anschlie­ßend auch ent­schie­den umzu­set­zen. Der Vater aber legt nicht fest, was ide­al ist. Das bringt bei­den Söh­nen die Mög­lich­keit zu einem neu­en Anfang. Den Wil­len Got­tes erfüllt der­je­ni­ge, der Ja sagt, es dabei aber kei­nes­wegs belässt, son­dern durch sein ehr­li­ches Bemü­hen das gege­be­ne Ver­spre­chen in die Tat umsetzt.

Viel­leicht las­sen wir uns daher heu­te fra­gen: Wann habe ich das letz­te Mal ganz ent­schie­den Ja sagen und die­ses Ja in mei­nem Leben umset­zen können?

Chris­ti­an Alt­mann­sper­ger
Pfar­rer Pfarr­ver­band Osterhofen

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