Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Wie oft bekräftigen wir unser Ja. Auf die Frage „Seid ihr bereit?“ – ob bei der Taufe, Eheschließung, Prieser- oder Diakonenweihe – antworten wir mit Ja. Das entscheidende dabei aber ist, dass es nicht nur bei bloßen Worten bleibt. Das Ja in die Tat umzusetzen: Darauf kommt es an. Ein Impuls zum 27. September 2026 von Pfarrer Christian Altmannsperger.
Liebe Schwestern und Brüder, Sie sollen Ihr Kind im Glauben erziehen, Sie sollen mit Ihrem Kind beten und ihm helfen, seinen Platz in der Gemeinschaft der Kirche zu finden. Sind Sie dazu bereit? Alle Eltern, die ihr Kind zur Taufe bringen, antworten auf diese Frage mit Ja. Sind Sie bereit, als christliche Eheleute ihre Aufgabe in Ehe und Familie, in Kirche und Welt zu erfüllen? Alle Ehepaare, denen ich bei ihrer Trauung diese Frage gestellt habe, antworteten bislang mit Ja. Seid ihr bereit, Männer des Gebetes zu werden und aus diesem Gebet das Stundengebet zu verrichten? Seid ihr bereit, den Armen und Kranken beizustehen, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen? Seid ihr bereit, nach dem Vorbild Christi zu leben, dessen Leib und Blut ihr austeilen werdet? Diese Fragen sind allen Bischöfen und Priestern schon bei der Diakonenweihe vorgelegt worden, und alle antworteten mit Ja. Warum denn? Sollten wir nicht Ja sagen? Man weiß schließlich, was an welcher Stelle zu sagen ist.
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Im Gleichnis von den ungleichen Söhnen, das uns die Kirche am heutigen Sonntag verkündet, sagte der zweite Sohn zwar Ja, ging aber nicht ans Werk, lebte nicht nach seinem Versprechen. Dieses Gleichnis hält uns den Spiegel vor. Es lässt mich fragen: Wie steht es denn mit der Übereinstimmung von Reden und Tun? Der erste Sohn im Gleichnis sagt bockig zu seinem Vater: „Ich will nicht.“ Der Vater nimmt diese Gehorsamsverweigerung hin und schafft so die Voraussetzung, dass sein Sohn überhaupt einsehen und umkehren kann. Er überlegt und tut schließlich doch, was der Vater ihm gesagt hatte.
Ideal wäre natürlich ein deutliches Ja und das gegebene Versprechen anschließend auch entschieden umzusetzen. Der Vater aber legt nicht fest, was ideal ist. Das bringt beiden Söhnen die Möglichkeit zu einem neuen Anfang. Den Willen Gottes erfüllt derjenige, der Ja sagt, es dabei aber keineswegs belässt, sondern durch sein ehrliches Bemühen das gegebene Versprechen in die Tat umsetzt.
Vielleicht lassen wir uns daher heute fragen: Wann habe ich das letzte Mal ganz entschieden Ja sagen und dieses Ja in meinem Leben umsetzen können?
Christian Altmannsperger
Pfarrer Pfarrverband Osterhofen

