Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Steht Gott bei mir an erster Stelle? Wie gestaltet sich meine Beziehung zu ihm? Und möchte ich etwas verändern, neu entdecken, vertiefen? Überlegungen, zu denen das Evangelium einlädt, in dem Jesus sagt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.“ Ein Impuls zum 28. Juni 2026 von Pastoralreferentin Magdalena Dobler.
Jesus sagt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.“ Das klingt zunächst überfordernd, fast wie ein Anspruch, der kaum zu erfüllen ist. Schließlich sind die Familie und die Menschen, die uns nahestehen, oft das Wertvollste in unserem Leben. Jesus will damit deutlich machen: die wichtigste Beziehung im Leben ist die zu Gott. Er möchte nicht, dass wir andere Menschen weniger lieben, sondern ruft dazu auf, Gott den Platz zu geben, der ihm zusteht. Der Glaube ist das Fundament des ganzen Lebens, das andere liebende Beziehungen ermöglicht und gelingen lässt.
Ich erlebe immer wieder Menschen, die ihren Glauben selbstverständlich und glaubwürdig leben: sie beten, feiern Gottesdienste, helfen anderen, strahlen Hoffnung und Vertrauen aus und lassen ihre Entscheidungen von ihrem Glauben leiten. Sie können für andere Orientierung sein, weil sie zeigen, dass der Glaube mehr ist als eine Idee. Gott ist der tragende Grund.
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
In diesen Tagen denke ich besonders an unseren Neupriester Mathias Eder. Mit der Priesterweihe stellt er sein Leben deutlich sichtbar in den Dienst Gottes und der Menschen. Er zeigt, was es für ihn bedeutet, den Glauben ins Zentrum zu stellen. Für seinen Weg wünsche ich ihm Gottes Segen!
Doch die Frage des Evangeliums richtet sich an jeden von uns. Welchen Platz hat Gott in meinem Leben? Der Glaube kann leicht an den Rand geraten – nicht, weil wir ihn ablehnen, sondern weil unser Alltag uns beansprucht: Familie, Arbeit, Termine, Sorgen. Vieles fordert unsere Aufmerksamkeit, und für Gott bleibt oft wenig Raum. Darum lädt uns das Evangelium heute zur ehrlichen Überlegung ein: Steht Gott bei mir an erster Stelle? Was bedeutet mir die Beziehung zu Gott? Und da möchte ich weiter überlegen: Was habe ich im Glauben als Bereicherung erfahren? Gibt es etwas, das ich wiederbeleben oder neu entdecken möchte?
Die Möglichkeiten, den Glauben zu leben, sind vielfältig: die liturgischen Feiern, das persönliche Gebet, Bibelkreise, Wallfahrten, das Gebet in Gemeinschaft, Begegnungen in Gruppen für Familien oder Senioren – und vieles mehr. In der Maria-Hilf-Woche ist ein vielfältiges Programm geboten, das einlädt, den Glauben in seiner Buntheit zu entdecken. Glaube geschieht nicht einfach nebenbei, sondern braucht bewusstes Erleben. Ich bin überzeugt, es lohnt sich. Wer sich an Gott orientiert, findet Halt, Hoffnung und eine Quelle, aus der er oder sie das Leben gut gestalten kann.
Magdalena Dobler
Pastoralreferentin

