Das glauben wir

Wenn es „klick“ macht

Redaktion am 30.04.2026

Info Icon Foto: Hintermayr / pbp

Wir kennen wohl alle die Momente, in denen wir „auf der Leitung stehen“ – und es dann doch plötzlich „klick“ macht, wenn wir verstehen. Den Jüngern Jesu ging es nicht anders. „Klick“ machte es erst, als sie Zeugen wurden von Tod und Auferstehung Jesu, dass er der Sohn Gottes ist. Ein Impuls zum 3. Mai 2026 von Kaplan Tobias Asbeck.

In der Schu­le hat­ten wir einen Infor­ma­tik­leh­rer. Wenn wir etwas par­tout nicht ver­stan­den haben, ließ er uns auf­ste­hen, einen Schritt zurück­ge­hen – und noch ein­mal nach­den­ken. Für ihn war klar: Wir stan­den ​„auf der Leitung“.

Päd­ago­gisch viel­leicht frag­wür­dig, haben die kur­ze Irri­ta­ti­on und der Per­spek­tiv­wech­sel manch­mal tat­säch­lich gehol­fen. Plötz­lich hat es ​„klick“ gemacht. Auf der Lei­tung ste­hen schein­bar auch die Jün­ger im Evan­ge­li­um die­ses Sonn­tags. Jesus spricht von sei­nem Abschied. Er ver­sucht zu erklä­ren, dass es gut ist, wenn er zum Vater zurück­kehrt. Seit Jah­ren sind die Jün­ger mit ihm unter­wegs – und doch ver­ste­hen sie ihn nicht.

Er spricht vom Vater­haus, in dem er ihnen einen Platz berei­ten wird. Tho­mas fragt: ​„Herr, wir wis­sen nicht, wohin du gehst. Wie sol­len wir den Weg ken­nen?“ Und Phil­ip­pus bit­tet: ​„Herr, zeig uns den Vater, das genügt uns.“

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Ste­hen die Jün­ger auf der Lei­tung? Hilft auf­ste­hen und ein Schritt zurück? Wahr­schein­lich nicht. Denn das, was Jesus sagt, ist schwe­rer zu ver­ste­hen als jeder Übungs­code im Infor­ma­tik-Unter­richt. Es geht um das Geheim­nis, dass er der Sohn Got­tes ist. Und das ver­steht man nicht auf ein­mal. Jesus bleibt gedul­dig. Er erklärt es noch ein­mal: ​„Ich bin der Weg und die Wahr­heit und das Leben.“ ​„Wer mich gese­hen hat, hat den Vater gese­hen.“ Der eigent­li­che Per­spek­tiv­wech­sel kommt erst noch: durch sei­nen Tod und sei­ne Auf­er­ste­hung. Dann macht es wirk­lich ​„klick“. Die Jün­ger begin­nen zu ver­ste­hen – und wer­den zu Zeugen.

Gut, dass Jesus Geduld mit ihnen hat­te. Und gut, dass Gott Geduld mit mir hat. Denn auch ich sage leicht: Jesus ist der Sohn Got­tes – etwa bei jedem Kreuz­zei­chen. Aber es zu ver­ste­hen braucht Zeit. Wahr­schein­lich ein gan­zes Glau­bens­le­ben lang. Wie die Jün­ger darf ich Jesus immer wie­der fra­gen und immer wie­der auf ihn hören: durch das Lesen in der Bibel, durch das Glau­bens­zeug­nis ande­rer – und vor allem durch die Begeg­nung mit Jesus selbst: in den Sakra­men­ten, im per­sön­li­chen Gebet, in der Anbe­tung. Dann pas­sie­ren auch die Oster-Momen­te, in denen mir etwas auf­geht, es ​„klick“ macht und ich Jesus ein biss­chen mehr verstehe.

Tobi­as Asbeck, Kaplan im Pfarr­ver­band Grafenau

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