Zum 01. September 2026 werden im Bistum Passau die 19 Pastoralen Räume umgesetzt. Als Pastoraler Raum (PR) wird der Zusammenschluss mehrerer benachbarter Pfarrverbände bezeichnet. Der Pastorale Raum soll es möglich machen, dass Pfarreien und Pfarrverbände in den Aufgaben der Seelsorge intensiver zusammen arbeiten und Seelsorgsaufaben gemeinsam organisieren und gegebenenfalls neu ausgestalten. Damit will die Diözese der sich verändernden Wirklichkeit kirchlichen Lebens begegnen und neue Wege konstruktiver Zusammenarbeit ermöglichen.
Viele Fragen bewegen all diejenigen, die sich um die Ausgestaltung dieser Räume vor Ort einsetzen: Wo wollen wir in unserem Pastoralen Raum die Schwerpunkte setzen? Wie sollen wir miteinander kommunizieren? Wie vernetzen wir uns mit den Ehrenamtlichen, die in so vielen Bereichen ihren wertvollen Dienst einbringen? Und gibt es Möglichkeiten finanzieller Unterstützung für neue Projekte? Solche und weitere Fragen wurden und werden intensiv diskutiert. Damit standen die Pastoralen Räume und ihre Entwicklung im Fokus der diesjährigen Tagung des Bistumsrates von 09. bis 12. Februar im Haus der Begegnung in Burghausen.
Der Bistumsrat machte sich zunächst ein ausführliches Bild darüber wie es um die Entwicklung der pastoralen Räume in der Fläche des Bistums steht.
Pastorale Räume tragen erste Früchte
Während man sich in manchen dieser Räume bereits vor fünf Jahren auf den Weg gemacht habe, ist eine Großzahl der 19 Räume erst seit zwei Jahren an der Planung, manche beginnen erst jetzt erste Gespräche zu führen. „Die Unterschiedlichkeit wird ein Merkmal bleiben“, betont Generalvikar Josef Ederer. Wichtig ist: „Es braucht eine Verbindlichkeit aller Teilnehmenden und es braucht ein gutes Miteinander zwischen Haupt — und Ehrenamt, das gemeinsam neue Wege einschlägt und entsprechende Entscheidungen gemeinsam fällt“, so Ederer weiter. Über Pfarrverbandsgrenzen hinweg werden bereits gemeinsame Klausurtage und Gottesdienstpläne, zum Teil gemeinsame Firmvorbereitungen, einladende Informationstage für Ehrenamtliche oder Konzepte für den Pastoralen Raum auf die Beine gestellt. Bischof Stefan Oster erinnerte angesichts der intensiven Debatten an die Einführung der Verwaltungszentren vor rund 10 Jahren, die damals nicht von allen begrüßt wurden. „Heute schätzen die allermeisten den hohen Wert unserer Verwaltungszentren und wir sind längst sehr froh, dass wir sie haben, weil sie überall – wo erfolgreich etabliert – eine Entlastung für den Pfarrer und die pastorale Arbeit bieten.“ “Das macht auch Hoffnung für die Zukunft der pastoralen Räume, in denen wir ebenfalls lernende Organisation sind und im Gehen des Weges auch immer wieder nachbessern können.”, ergänzt Generalvikar Ederer. Bischof Stefan appellierte an die Solidarität unter den Pfarrern, die zusammen mit dem Pastoralteam auch einen Pastoralraumleiter haben. „Es braucht die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und wir spüren bereits jetzt: Vorbehalte nehmen ab und die Klarheit wächst“, so der Bischof. Es stimme hoffnungsvoll, dass die Pastoralen Räume erste Früchte tragen. In diesem Zusammenhang dankten Bischof und Generalvikar auch den Gemeindeberaterinnen und ‑beratern des Bistums: Damit sich die Teams aus Haupt- und Ehrenamtlichen gut in die neue Struktur einfinden können, habe sich die intensive Gemeindeberatung in den PR Teams vor Ort als unverzichtbar erwiesen.
Strategische Schwerpunkte im Bistum Passau
Finanziell gestärkt werden im laufenden Jahreshaushalt die Qualifizierung des Ehrenamts sowie die pastoralen Räume, für die neue Zuschussmöglichkeiten geschaffen wurden, wie Finanzdirektor Josef Sonnleitner betonte. Zugang und Teilhabe sollen verstärkt für die ehrenamtlich Mitwirkenden des Bistums ausgebaut werden, auch durch das Social Intranet WIR, durch das bereits einige hundert Ehrenamtliche mit dem Hauptamt im Bistum vernetzt werden konnten. „Die Finanzierung dieser Strukturen trägt das Bistum“, so der Finanzdirektor.
Intensive Diskussionen wurden um die künftigen strategischen Schwerpunkte im Bistum geführt. Große Einigkeit herrschte darüber, dass die Grundvollzüge der Kirche “Verkündigung, Liturgie und Diakonie” uneingeschränkt für die Menschen im Bistum gesichert sein müssen. Die Laienvertreterinnen und ‑vertreter des Bistumsrats freuten sich, dass die Stärkung des Ehrenamtes besonders hervorgehoben wurde. Es ist jedoch unverzichtbar angesichts der finanziellen Entwicklungen genau hinzusehen wie sich die Kirche von Passau für die Zukunft aufstellt, um die frohe Botschaft zu allen Menschen zu bringen und für die Menschen da zu sein in all ihren Nöten, die die gesellschaftlichen Entwicklungen heute mit sich bringen. ”Daran werden wir gemeinsam im Bistumsrat intensiv weiterarbeiten”, so Bischof Oster.
Über den Bistumsrat:
Der Bistumsrat ist das wichtigste Beratungsgremium der Diözese Passau. Darin vertreten sind die Dekane, die Domkapitulare, die Ordinariatsrätinnen und –räte, sowie Vertreterinnen und Vertreter des Passauer Diözesanrates und der Caritas.



