Bischof

„Wem gehört unser Leben?“

Redaktion am 19.09.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Der Schutz des Lebens in allen Phasen ist ein großes Anliegen von Bischof Stefan Oster SDB, das er auch in seinen Predigten immer wieder zum Thema macht.

Bischof Stefan Oster hat am Marsch für das Leben teilgenommen. Warum er das gemacht hat und was Lebensschutz für ihn bedeutet, beantwortet er im Interview mit dem Passauer Bistumsblatt. 

Herr Bischof, Sie haben vor zwei Jah­ren gesagt, der Marsch für das Leben las­se sich ​„zu leicht beschä­di­gen, zu leicht inhalt­lich kapern und dann das Inter­es­se auf Neben­the­men len­ken, die nicht die unse­ren sind“. Und sie sei­en nicht sicher, ob der Begriff ​„Marsch“ für die Ver­an­stal­tung tat­säch­lich noch in die Zeit passt. Aber selbst­ver­ständ­lich sei­en Sie ​„offen für gute neue Ideen, um die­sem so wich­ti­gen Anlie­gen für unse­re Zeit, mehr Auf­merk­sam­keit zu ver­schaf­fen“. Sie haben am ​„Marsch für das Leben“ teil­ge­nom­men. Gab es die­se guten neu­en Ideen, von denen Sie spra­chen?

Bischof Ste­fan Oster: Ich habe danach mit vie­len Leu­ten gespro­chen, die den Marsch für das Leben unter­stüt­zen. Vie­le hat­ten sich ent­täuscht gezeigt, dass ich ihn als Ver­an­stal­tungs­form in Zwei­fel gezo­gen hat­te – da sie mich grund­sätz­lich als öffent­lich gehör­te und sie unter­stüt­zen­de Stim­me für den Lebens­schutz wahr­neh­men. Und tat­säch­lich geht es um ein Abwä­gen: Die vie­len, meist gläu­bi­gen Men­schen auf dem Marsch wol­len sich ihr Anlie­gen nicht aus der Hand neh­men las­sen – auch wenn es ande­re für sich poli­tisch instru­men­ta­li­sie­ren wol­len, die zeit­lich spä­ter dazu­ge­kom­men sind. Das kann ich nach­voll­zie­hen – ein Weg­blei­ben kann daher gedeu­tet wer­den als: Wir über­las­sen denen das Feld, die das Anlie­gen für sich kapern wol­len. Und das will ich natür­lich auch nicht.
 

Sie beto­nen, dass wir als Ange­hö­ri­ge des Men­schen­ge­schlechts Per­so­nen von Anfang an sind, unab­hän­gig von unse­ren Eigen­schaf­ten und Zustän­den. ​„Jedes Wesen der Gat­tung Mensch ist Per­son – und hat damit Anspruch auf die Aner­ken­nung sei­ner Per­son­wür­de – und ist unbe­dingt schüt­zens­wert. Auch jedes unge­bo­re­ne Kind.“ Gibt es wei­te­re zen­tra­le Argu­men­te, die Sie antrei­ben, sich hier ein­zu­brin­gen? In wel­chen Berei­chen soll sich die Kir­che hier noch stär­ker enga­gie­ren?

Bischof Ste­fan Oster: Wir schau­en auch auf das Ende des Lebens: Assis­tenz zum Sui­zid als Geschäfts­mo­dell zu ermög­li­chen, spricht fun­da­men­tal gegen unse­re Über­zeu­gun­gen von Gott als dem Herrn über Leben und Tod. Auch die Debat­te über Leih­mut­ter­schaft gehört mei­nes Erach­tens hier­her: Ich bin der Über­zeu­gung, dass es kein Recht auf ein Kind gibt, aber ein Recht des Kin­des auf sei­ne natür­li­chen Eltern, sofern das irgend mög­lich und ver­nünf­tig ist. In die­ses Feld gehört auch die so genann­te Repro­duk­ti­ons­me­di­zin oder die Dia­gnos­tik von Embryo­nen auf gene­ti­sche Defek­te. Auch die soge­nann­te ​„ver­brau­chen­de Embryo­nen­for­schung“ zur Gewin­nung von Stamm­zel­len gehört hier­her. Selbst­ver­ständ­lich auch ein Ver­bot der Todes­stra­fe wie auch – posi­tiv – unse­re Sor­ge um Men­schen, die gesell­schaft­lich ten­den­zi­ell weni­ger erwünscht schei­nen: bei­spiels­wei­se Flücht­lin­ge oder Men­schen mit Behin­de­run­gen. Und wenn es um Abtrei­bun­gen geht, geht es für uns selbst­ver­ständ­lich posi­tiv auch um die Für­sor­ge für Frau­en, die unge­wollt schwan­ger sind. 

Das ganze Interview finden Sie hier:

Weitere Informationen zum Schutz des Lebens:

Bischof
17.09.2026

Das menschliche Leben schützen

Bischof Oster besucht Katholische Schwangerschaftsberatung der Caritas.

Weitere Nachrichten

Das glauben wir
23.10.2026

Es kommt anders als man denkt!

Die Predigt zum 25. Oktober 2026 von Jennifer Kinder, Gemeindereferentin in Fürstenzell.

Bistumsblatt
21.10.2026

Gemeinsam durchs Wallfahrtsjahr

Der neue „Wallfahrtskalender Unserer Lieben Frau von Altötting“ ist ab sofort erhältlich.

Bistum
21.10.2026

Neue Wege gehen

Der Auftaktgottesdienst zum „Pastoralen Raum Osterhofen“ in der ...

Weltkirche
21.10.2026

25. Oktober - Weltmissionssonntag

Im Weltmissionsmonat Oktober ist Erzbischof Gustavo Bombín Espino aus Madagaskar zu Gast im Bistum Passau.