Das Bistum Passau hat die Jahresabschlüsse für 2024 veröffentlicht. Für den Rechtsträger „Diözese“ wird in diesem Jahr ein Jahresfehlbetrag von rund 5 Millionen Euro ausgewiesen. „Dies ist im Besonderen darauf zurückzuführen, dass wir eine Rückstellung für Verpflichtungen, die wir bereits eingegangen sind, bilden mussten“, nennt Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner einen der Hauptgründe für das Ergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr seien zwei Sondereffekte in den Bereichen interdiözesane Kirchenlohnsteuer und Zuschreibungen bei den Finanzanlagen weggefallen, die 2023 noch zu einem deutlichen Überschuss geführt hatten. Die Erträge der Diözese betreffen mit 105 Millionen Euro überwiegend Kirchensteuereinnahmen. Hier habe das Bistum ursprünglich mit einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. „Das ist nicht eingetreten“, so Sonnleitner. „Es gab eine Seitwärtsbewegung und wir haben in 2024 die Entscheidung getroffen, eine zusätzliche Rückstellung zu bilden.“ Insgesamt ist ein Rückgang der Kirchensteuereinnahmen um 8,6 Millionen Euro zu verzeichnen. Die betrieblichen Erträge belaufen sich insgesamt auf 134,2 Millionen Euro. Sehr erfreulich sei laut Finanzdirektor Sonnleitner, dass in diesem Jahr 154.000 Euro aus der zweckgebundenen Rücklage für die pastoralen Räume und die Qualifizierung Ehrenamtlicher entnommen werden konnten. „Das zeigt mir, dass die Menschen auf dieses Angebot gewartet haben und die Kurse greifen und angenommen werden.“
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Bischöflicher Stuhl
Der Rechtsträger „Bischöflicher Stuhl“ weist einen Jahresüberschuss von 3,3 Millionen Euro aus. „Hier ist das Ergebnis im Wesentlichen dadurch getrieben, was wir an Zuschüssen geben“, so Finanzdirektor Sonnleitner. 2024 wurden Betriebszuschüsse in Höhe von 4 Millionen Euro ausgereicht. Bei den Erträgen komme es insbesondere auf die Finanzanlagen an. So seien nicht unwesentliche Steigerungen bei den Erträgen aus Wertpapieren und Ausleihungen zu verzeichnen: im Vergleich zu 5,4 Millionen Euro im Berichtsjahr 2023 waren es im Folgejahr Erträge von mehr als 5,9 Millionen Euro. In dieser Hinsicht sei es insgesamt ein erfreuliches Jahr gewesen, so Sonnleitner.
Stärkung des Ehrenamts im Bistum
Ein wesentlicher Teil der Rücklagen und Zuschüsse wurde auch 2024 für die Pastoralen Räume und speziell für die Qualifizierung Ehrenamtlicher aufgewendet. Darin sieht Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner den Weg in die Zukunft: „Bei allen Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen, wenn wir an die Kirchenaustritte denken, und auch wenn die Kirchensteuer zwar nicht einbricht, aber eine Seitwärtsbewegung macht, bin ich zuversichtlich, dass wir gerade im Bereich des Ehrenamtes große Schätze haben.“ Als erfreuliches Beispiel nennt Sonnleitner hier die neugewählten Kirchenverwaltungen, zu deren Einführungsveranstaltungen jüngst knapp 500 engagierte Ehrenamtliche zusammengekommen sind. Aus diesem Grund will das Bistum diesen Schwerpunkt auch in den kommenden Jahren vermehrt setzen und das Ehrenamt als tragende Säule des kirchlichen Lebens in der Diözese unterstützen.
Im Hinblick auf die interne Kommunikation und Vernetzung von hauptamtlichen Mitarbeitenden und den Ehrenamtlichen hat die Diözese 2024 mit dem neueingeführten Social-Intranet „WIR“ ein passendes Instrument etabliert. Dazu Sonnleitner: „Wir verbessern die Kommunikation und wollen hier künftig noch mehr Unterstützung und Beratung in der Fläche anbieten. Wir verstehen uns als Dienstleister und wollen unser Know-How von Website über Pfarrbrief bis hin zur Kommunikation mit Ehrenamtlichen kostenlos zur Verfügung stellen. Ich bin zuversichtlich, dass das Denken in etwas größeren Räumen als der Pfarrei greifen kann und uns in die Zukunft führt.“
Hinweis
Die Veröffentlichung der Jahresabschlüsse des Bischöflichen Stuhls, der Diözese, des Domkapitels und der Emeritenanstalt erfolgt jährlich gemäß den Vorgaben des Handelsgesetzbuchs und erfüllt damit den höchsten Transparenzstandard. Die Jahresabschlüsse haben ein uneingeschränktes Testat eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers erhalten. Zusätzlich werden seit 2021 bei den Abschlüssen der Diözese und des Bischöflichen Stuhls ausführliche „Lageberichte“ veröffentlicht, die auf der Homepage des Bistums nachgelesen werden können.


