Bistum

„Mehr als alles hüte dein Herz“

BAY am 31.12.2025

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Bei der Pontifikalandacht zu Silvester im Stephansdom wurden im Jahresrückblick sowohl die vielen Ereignisse, wie die zahlreichen Jubiläen im Bistum, als auch die Herausforderungen, wie die Aufarbeitungsstudie oder der Konflikt in Hauzenberg, thematisiert.

In sei­ner Pre­digt stell­te Bischof Ste­fan das mensch­li­che Herz in den Mit­tel­punkt. Aus­ge­hend von einem Zitat des Hl. Franz von Sales Cor ad cor loqui­tur – das Herz spricht zum Her­zen“ erin­ner­te er dar­an, dass das Herz die Mit­te einer Per­son sei: der Ort des Gewis­sens, der Sehn­süch­te, unser Bezie­hungs­or­gan und der Zugang zu Gott. Dort, so Oster, ent­schei­de sich, ob ein Mensch offen, lie­bes­fä­hig und wahr­haf­tig lebe – oder ver­schlos­sen und inner­lich zer­ris­sen sei.

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Gleich­zei­tig sprach der Bischof von der Ambi­va­lenz des Her­zens. Es sei oft trü­ge­risch, weil Den­ken, Wol­len und Füh­len aus­ein­an­der­fal­len. Jesus aber wol­le dem Men­schen ein erneu­er­tes Herz schen­ken, ein Herz, das von den Toten auf­er­weckt wur­de“. Die­ses neue Herz ent­ste­he nicht aus eige­ner Leis­tung, son­dern durch Zeit mit Chris­tus, durch Gebet, durch Lie­be zum Nächs­ten und durch das Anneh­men von Leid und Grenz­erfah­run­gen. Mehr als alles hüte dein Herz“, zitier­te Oster die Hei­li­ge Schrift, denn von ihm gehe das Leben aus.

In der Weih­nachts­zeit, so Bischof Ste­fan, fei­ern wir das Kind in der Krip­pe, so wie es im Johan­nes­evan­ge­li­um ste­he – Und das Wort ist Fleisch gewor­den und hat unter uns gewohnt“ – als Got­tes Pro­jekt zur Ret­tung des mensch­li­chen Her­zens. Das grie­chi­sche Wort Logos blei­be hier­bei nicht abs­trakt, son­dern wer­de kon­kret, per­sön­lich, erfahr­bar. Ganz anders als die Erfah­run­gen einer ein­zel­nen Per­son, die nie ganz oder nur schwer mit­teil­bar sei, weil unse­re Begrif­fe eher auf das All­ge­mei­ne zielen.“

Vor die­sem Hin­ter­grund warn­te Bischof Oster ein­dring­lich vor den Gefah­ren der tech­no­lo­gi­schen Revo­lu­ti­on. Smart­phones, sozia­le Medi­en und künst­li­che Intel­li­genz böten vie­le Vor­tei­le, droh­ten aber zugleich, den Men­schen herz­lo­ser zu machen. Das Smart­phone lehrt uns nicht lie­ben“, so Bischof Ste­fan ein­dring­lich. Es erzeu­ge nur den Schein von Bezie­hung. Auch KI kön­ne Infor­ma­ti­on, Bil­der und Tex­te pro­du­zie­ren, aber kei­ne Begeg­nung von Herz zu Herz“ erset­zen. Es blei­be Pseu­do­krea­ti­vi­tät ohne die lei­den­schaft­li­che Schaf­fens­kraft eines Menschenherzens.

Die Kir­che, so Oster, ste­he des­halb vor der Auf­ga­be, Hüte­rin der uner­setz­ba­ren Wür­de der mensch­li­chen Per­son und ihres Her­zens zu sein. Chris­ten sei­en ein­ge­la­den, Tech­nik acht­sam zu nut­zen, aber ech­te Gemein­schaft, Stil­le und Bezie­hung zu pfle­gen. Am Ende rief der Bischof dazu auf, Chris­tus Raum zu geben, der ein mensch­li­ches Herz ange­nom­men habe, um jedem Men­schen von Herz zu Herz“ zu begeg­nen. In ihm lie­ge Hoff­nung, Sieg über Angst und die Ver­hei­ßung eines geseg­ne­ten neu­en Jahres.

Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung der Jah­res­schluss­an­dacht sorg­ten Kan­to­rin Chia­ra Ebner, Dom­or­ga­nist Lud­wig Ruck­de­schel an der Orgel und die Dom­blä­ser unter der Lei­tung von Dom­kan­tor Maxi­mi­li­an Jäger.

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Die ganze Predigt in Schriftform und viele weitere finden Sie auf dem BLOG des Bischofs

https://stefan-oster.de/huete-dein-herz-technologische-revolution

Der Jahresrückblick in einer kurzen Zusammenfassung:

Der Jah­res­rück­blick des Bis­tums ent­stand vor dem Hin­ter­grund welt­wei­ter Kri­sen. 80 Jah­re nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs prä­gen neue Krie­ge, Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Hun­ger­ka­ta­stro­phen die inter­na­tio­na­le Lage, wäh­rend Groß­mäch­te geo­po­li­ti­sche Ord­nun­gen neu aus­rich­ten. In Deutsch­land sorg­ten vor­ge­zo­ge­ne Neu­wah­len für poli­ti­sche Bewe­gung. Ein tie­fer Ein­schnitt für die Kir­che war der Tod von Papst Fran­zis­kus am Oster­mon­tag; ihm folg­te Papst Leo XIV. nach.

Im Bis­tum Pas­sau wur­de das Jahr von vie­len Her­aus­for­de­run­gen geprägt. Eine kir­chen­na­he Stu­die zu Ernäh­rungs­si­cher­heit, Kli­ma­schutz und Bio­di­ver­si­tät führ­te zu Miss­ver­ständ­nis­sen und erfor­der­te inten­si­ve Gesprä­che mit Land­wir­ten. Beson­ders belas­tend war der Kon­flikt in Hau­zen­berg nach Vor­wür­fen gegen einen Pfar­rer in der Jugend­ar­beit, der schließ­lich mit Zustim­mung Roms aus dem Amt schied. Gro­ße Bedeu­tung hat­te zudem die Ver­öf­fent­li­chung der unab­hän­gi­gen Auf­ar­bei­tungs­stu­die der Uni­ver­si­tät Pas­sau, die auf voll­stän­di­ger Ein­sicht in die Akten von 1945 bis 2022 beruhte.

Das Hei­li­ge Jahr 2025 unter dem Leit­wort Pil­ger der Hoff­nung“ setz­te spi­ri­tu­el­le Akzen­te: Ablass, Pil­gern und die Ver­bin­dung von Glau­be und Ver­ant­wor­tung stan­den im Mit­tel­punkt. Zahl­rei­che Wall­fahr­ten, Aus­bil­dun­gen von Pil­ger­be­glei­tern, die diö­ze­sa­ne Rom­wall­fahrt, Jugend- und Fami­li­en­an­ge­bo­te sowie sozia­le Zei­chen wie das UNHCR-Zelt präg­ten das Jahr, eben­so die Erin­ne­rung an 1.700 Jah­re des Kon­zils von Niz­äa und die Maria-Hilf-Woche.

Dar­über hin­aus berei­cher­ten der Ado­ra­tio-Kon­gress, ein Sym­po­si­on zu Fer­di­nand Ulrich sowie vie­le Jubi­lä­en – von Lau­da­to si“ bis zur Tele­fon­seel­sor­ger, der Holz­kir­che­ner Ker­zen­wall­fahrt und noch vie­le wei­te­re – das kirch­li­che Leben im Bistum.

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