Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Jugendliche im pastoralen Raum Passau empfangen das Sakrament der Firmung im Passauer Dom.
In zwei Festgottesdiensten empfingen am vergangenen Wochenende im Dom St. Stephan rund 125 Jugendliche aus dem pastoralen Raum Passau das Sakrament der Firmung, im Beisein von zahlreichen Freunden, ihren Familien und begleitet von den Firmpatinnen und ‑paten. Die beiden Hauptzelebranten Domprobst Dr. Michael Bär und Domkapitular Dr. Anton Spreitzer spendeten den Firmlingen das Sakrament durch Handauflegung und Salbung mit Chrisamöl in der gut besuchten Bischofskirche.
„Er bemerke Verzückung in dem ein oder anderen Gesicht der Firmlinge“, so Domkapitular Dr. Anton Spreitzer in seinen einleitenden Worten in der Vormittagszeremonie, der sich bezüglich Liturgischem Dienst und Predigt mit Domprobst Dr. Michael Bär abwechselte, der dann Nachmittag durch den zweiten Firmgottesdienst führte.
„Innerlich passiert etwas unglaublich Wichtiges.“, richtete Dr. Spreitzer seine Worte an die Firmlinge. Er wünsche ihnen ein neues Fundament — Gottes Geist, der ihnen Kraft und Rückgrat gebe. In seiner Predigt sorgte er mit der Frage: „Wer sind wir, was sind wir? Affen, die das Fell verloren haben?“ für so manchen Schmunzler bei den Festgästen. Das Besondere, so der Domkapitular, sei unser Geist. Eine Wirklichkeit, die man schwer beschreiben könne. Dieser Geist, wie auch der Heilige Geist, wohne in uns wie ein göttlicher Funke. Bezugnehmend auf die Funktionsweise der menschlichen Psyche appellierte Dr. Spreitzer in seiner Predigt an die Firmlinge, sich nicht einreden zu lassen, man könne sowieso nichts machen. Sie sollen nicht zur Resignation, sondern zur Lust, etwas zu tun, erzogen werden. „Die heutige Firmung sei ein Zeichen der Ausstattung mit einem Geist, einer Kraft zu sehen. Der Geist soll euch stärken!“, so die Worte von Dr. Spreitzer.
Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Musikalisch bereichert wurde der Vormittagsgottesdienst durch den International Choir unter Leitung von Robert Kabuye und mit Max Jäger an der Orgel. Aus den Pfarrverbänden feierten Pfarrer Markus Kirchmeyer und Pater Jakob Zarzycki sowie Pfarrvikare mit den jungen Kirchenmitgliedern ihren Ehrentag.
Nachmittag waren dann die Jugendlichen der Pfarrverbände Neustift-Auerbach, Altstadt, Ilzstadt und des Pfarrverbandes Heining in das barocke Gotteshaus geladen. Domprobst Dr. Michael Bär erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Jugendlichen mit der Firmung bereits das dritte Mal gesalbt werden. Bezugnehmend zur Fußball-Weltmeisterschaft und dem sportlichen Gedanken „Dabei sein ist alles“ sieht er die Firmlinge auf der Gewinnerseite für ein glückliches, zufriedenes Leben. Die Spendung des Firmsakramentes durch ein Kreuz auf der Stirn mit Chrisamöl sei wie ein farbloses Fanabzeichen, so der Domprobst. Zur Seite standen den beiden Hauptzelebranten Dr. Bär und Dr. Spreitzer auch geistliche Vertreter aus den jeweiligen Pfarrverbänden, darunter die Pfarrer Michael Brunn, Martin Prellinger sowie Thomas Brandl. Für festlichen nachmittäglichen Ohrenschmaus sorgten die jungen Talente der Domsingschule unter Leitung von Andreas Unterguggenberger.
Eine besonders erfahrene Christin konnte Domkapitular Dr. Spreitzer anlässlich der Feierlichkeiten in der Barockkirche begrüßen. Die rüstige Firmpatin blickt auf stolze vierundneunzig Jahre Lebenszeit zurück.
Nach dem Ende der Firmgottesdienste gab es im Dom-Innenhof noch die Möglichkeit für ein gemütliches Beisammensein, organisiert durch die jeweiligen Pfarrverbände.
Text: Birgit Kölbl-Grantner



