Soziales

Arbeit im Wandel

Redaktion am 13.07.2026

Info Icon Foto: Monika Wagmann
Die neugewählten Diözesanvorsitzenden: (v.l.) Jasmin Geltinger, Johannes B. Trum, Alois Straßer.

Künstliche Intelligenz verändert unsere Arbeitswelt bereits heute. Sie schreibt Texte, analysiert Daten, unterstützt Entscheidungen und übernimmt zunehmend Aufgaben, die bisher Menschen vorbehalten waren. Doch was bedeutet das für Beschäftigte, für soziale Gerechtigkeit und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? 

Die­sen Fra­gen wid­me­te sich der alle vier Jah­re statt­fin­den­de Diö­ze­san­tag der KAB (Katho­li­sche Arbeit­neh­mer­be­we­gung) in der Diö­ze­se Pas­sau e. V. am 4. und 5. Juli 2026 in der Land­volks­hoch­schu­le Nie­der­al­t­eich. Neben dem Stu­di­en­teil stand der Diö­ze­san­tag auch im Zei­chen des Auf­bruchs. Mit Neu­wah­len und einer Wei­ter­ent­wick­lung der Ver­bands­struk­tu­ren stell­te die KAB wich­ti­ge Wei­chen für die kom­men­den Jahre.

Nach ihren Begrü­ßungs­wor­ten hieß die Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Ange­li­ka Gör­mil­ler als Ver­tre­ter der KAB Deutsch­land, Ste­fan Wöst­mann aus Osna­brück, herz­lich will­kom­men. Wöst­mann berich­te­te in sei­ner Begrü­ßungs­re­de aus der aktu­el­len Arbeit des KAB Bun­des­ver­ban­des und rief dazu auf: Geht auf die Stra­ße, seid sicht­bar – das ist die Kern­auf­ga­be der KAB für Men­schen ein­zu­ste­hen, die dies nicht kön­nen“. KAB Diö­ze­san­prä­ses Johan­nes B. Trum ging in sei­ner Begrü­ßung zum einen auf die unend­lich wert­vol­le Arbeit der Ehren­amt­li­chen ein und bedank­te sich, dass die­se, die Stim­me gegen sozia­le Unge­rech­tig­keit erhe­ben. In Bezug auf das The­ma des Diö­ze­san­ta­ges, rief er dazu auf, das mensch­li­che Band, in einer digi­ta­li­sier­ten Welt zu ver­tei­di­gen – mensch­li­che Empa­thie dür­fe nicht durch digi­ta­le Effi­zi­enz ersetzt wer­den. 

In ihrem Diö­ze­san­vor­stands­be­richt beton­te die Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Gör­mil­ler, dass die sozia­le Schief­la­ge wach­se: Kür­zun­gen betref­fen vor allem Men­schen mit gerin­gem Ein­kom­men, wäh­rend eine gerech­te Besteue­rung von Super­rei­chen und gro­ßen Ver­mö­gen aus­blei­be. Sie for­der­te sozia­le Gerech­tig­keit und eine Poli­tik im Sin­ne der katho­li­schen Sozi­al­leh­re. In ihren Abschluss­wor­ten nach 28 Jah­ren als KAB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­de ver­ab­schie­de­te sich Ange­li­ka Gör­mil­ler mit gro­ßem Dank für die ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit und die geleis­te­ten gemein­sa­men Her­aus­for­de­run­gen. Eines ihrer Schwer­punkt­the­men war immer die sozia­le Gerech­tig­keit als Teil der Kir­che durch­zu­set­zen in die Gesell­schaft und Poli­tik hin­ein. Für die Zukunft wünsch­te sie der KAB, dass sie wei­ter­hin eine star­ke und hör­ba­re Stim­me für sozia­le Gerech­tig­keit und ein kirch­li­cher Kom­pass für die Gesell­schaft sein möge. Die KAB soll mutig neue Wege gehen, ihre Wur­zeln bewah­ren und Anwäl­tin der Men­schen blei­ben, deren Stim­me oft über­hört wird. 

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KAB Diözesanpräses Johannes B. Trum dankt der Diözesanvorsitzenden Angelika Görmiller für ihr außergewöhnliches Engagement in der KAB.

Pfar­rer Trum sag­te Gör­mil­ler auf herz­lichs­te ein Vergelt‘s Gott“ für die­ses jahr­zehn­te­lan­ges außer­ge­wöhn­li­che Enga­ge­ment zum Woh­le so vie­ler Men­schen: Du bist ein Motor, der vie­les in Gang gebracht hat: Wir hof­fen, dass du künf­tig nicht nur ein offe­nes Ohr, son­dern auch wei­ter­hin ein Herz für die KAB hast“. Mit gro­ßem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und viel Herz­blut habe sie in der Diö­ze­se die Arbeit des Ver­ban­des über vie­le Jah­re maß­geb­lich geprägt. Von den Dele­gier­ten wur­de in Wür­di­gung die­ses gro­ßen Enga­ge­ment Ange­li­ka Gör­mil­ler zur Ehren­vor­sit­zen­den ernannt.

Eine wei­te­re rich­tungs­wei­sen­de Ent­schei­dung war die Wahl der neu­en Diö­ze­san­lei­tung. Ihr wur­de mit gro­ßer Span­nung ent­ge­gen­ge­se­hen, da neben der Diö­ze­san­vor­sit­zen­den auch die meis­ten bis­he­ri­gen Amts­in­ha­be­rin­nen und Amts­in­ha­ber in der Diö­ze­san­lei­tung für eine erneu­te Wahl nicht mehr zur Ver­fü­gung stan­den. Gewählt wur­de als neue KAB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­de, die seit Novem­ber 2025 amtie­ren­de KAB-Kreis­vor­sit­zen­de von Alt­öt­ting, Jas­min Gel­tin­ger. Als DGB-Kreis­vor­sit­zen­de in Alt­öt­ting bringt sie die nöti­ge Erfah­rung, Kom­pe­tenz und Sach­kennt­nis der sozia­len The­men mit. Sie tritt damit die Nach­fol­ge von Ange­li­ka Gör­mil­ler an. Als KAB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­der wur­de der Kreis­vor­sit­zen­de von Vils­ho­fen und bis­he­ri­ge Bei­rat, Alo­is Stra­ßer, gewählt. Das Amt war bis­her vakant — Stra­ßer ist seit 1978 Mit­glied bei der KAB und seit vie­len Jah­ren in Füh­rungs­po­si­tio­nen im Orts­ver­band und Kreis­ver­band Vils­ho­fen. In wei­te­ren Wahl­gän­gen wur­den die Stell­ver­tre­te­rin­nen, Stell­ver­tre­ter, Bei­rä­te, Kas­sie­re­rin und Kas­sen­prü­fer gewählt. 

Unse­re Ver­ant­wor­tung für die Zukunft als Vor­bild hin­sicht­lich KI leg­te die Refe­ren­tin Frau Dr. theol. Alex­an­dra Kai­ser-Duli­ba, Dozen­tin am Insti­tut für Sozi­al­ethik an der Uni­ver­si­tät Luzern, in den Stu­di­en­tei­len am Sams­tag und Sonn­tag den Teil­neh­men­den ans Herz. Die Wis­sen­schaft­le­rin mach­te deut­lich, dass KI oder wie es eigent­lich hei­ßen soll­te, daten­ba­sier­te Sys­te­me, längst in unse­re Arbeits­welt mas­siv ein­ge­grif­fen hat. Ent­schei­dend sei nicht, was KI alles leis­ten kön­ne, son­dern wie ihr Ein­satz sozi­al gerecht und ver­ant­wor­tungs­be­wusst gestal­tet wer­den kön­ne. Unter ande­rem ging sie auf die enor­men Her­aus­for­de­run­gen, Ent­wick­lun­gen und Aus­wir­kun­gen der daten­ba­sier­ten Sys­te­me ein. Sie wies auf die zehn glo­ba­len Gefah­ren von KI hin — die Maschi­ne fol­ge immer dem Algo­rith­mus. Die Refe­ren­tin nahm auch mehr­fach Bezug zur Enzy­kli­ka von Papst Leo. Der Ein­satz von men­schen­rechts­ba­sier­ter KI sei uner­läss­lich für die Zukunft, damit der Mensch wei­ter­hin die Ober­hand behält: Was gut ist – das blei­be wei­ter­hin die wich­tigs­te Auf­ga­be des Men­schen“. Am Sams­tag wur­den in Work­shops wich­ti­ge Auf­ga­ben für die Arbeit der KAB defi­niert und her­aus­ge­ar­bei­tet. Eine rege Dis­kus­si­on zu KI schloss sich am Sonn­tag dem Stu­di­en­teil an. Für die KAB sieht Dr. Kai­ser-Duli­ba, die auch als Bera­te­rin, Co-Grün­de­rin und Spea­ke­rin tätig ist, vor allem die Auf­ga­be, Arbeit­neh­men­de durch Infor­ma­ti­on, Auf­klä­rung und Schu­lun­gen im kom­pe­ten­ten Umgang mit KI zu stär­ken. Hier wäre auch im Beson­de­ren die Betriebs­seel­sor­ge gefordert. 

Ein beson­de­rer Höhe­punkt war der Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag mit KAB Diö­ze­san­prä­ses Johan­nes B. Trum in der Basi­li­ka Nie­der­al­taich. Vor­an die Fah­nen­ab­ord­nun­gen, zogen die Ehren­gäs­te, Haupt­amt­li­che und Mit­glie­der und Dele­gier­te aus den Kreis- und Orts­ver­bän­den der Diö­ze­se Pas­sau in einem Fest­zug in die Kir­che ein. Pfar­rer Trum stell­te in sei­ner Pre­digt die Wür­de des Men­schen in den Mit­tel­punkt. In sei­ner Pre­digt stell­te er die Fra­ge, las­se die Arbeit die Men­schen wach­sen oder wer­de er allei­ne auf Leis­tung redu­ziert. Der Mensch ist kein Zahn­rad im Getrie­be der Indus­trie, son­dern ein Mensch mit Wür­de und kei­ne Ware“, beton­te er. In Bezug auf das The­ma des Diö­ze­san­ta­ges sprach er auch über die soge­nann­te Künst­li­che Intel­li­genz, KI kön­ne in vie­len Berei­chen wert­vol­le Unter­stüt­zung sein, brau­che aber eine ethi­sche Ori­en­tie­rung. KI ersetzt nicht das Gewis­sen. Sie kennt kei­ne Lie­be, kein Mit­ge­fühl, und kei­ne Trau­er – dazu braucht es den Menschen“. 

Per­sön­li­che Begeg­nun­gen und der ange­reg­te Aus­tausch der Teil­neh­men­den samt klei­nem Imbiss schlos­sen sich in der LVHS Nie­der­al­t­eich an. Als Ehren­gäs­te konn­ten der Stell­ver­tre­ten­de Land­rat von Deg­gen­dorf und lang­jäh­ri­ges KAB-Mit­glied, Alo­is Oswald, sowie drei Ver­tre­ter aus der DGB Nie­der­bay­ern, Andre­as Schmal, Bet­ti­na Blöm und Tho­mas Keh­ler begrüßt wer­den. Kur­ze Gruß­wor­te von Andre­as Schmal, Alo­is Oswald und von der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ros­wi­tha Toso schlos­sen sich an und wür­dig­ten in ihren Wor­ten die gemein­sa­me Arbeit und die gute Zusam­men­ar­beit. Am Sams­tag und Sonn­tag war eben­so ver­tre­ten der Jugend­ver­band der KAB, die CAJ Pas­sau, ver­tre­ten durch Diö­ze­san­se­kre­tär Franz Schlüs­sel­hu­ber und Mat­thi­as Rei­schl, den CAJ-Lan­des­ver­tre­ter für Passau.

Nicht nur die Arbeit ist im Wan­del, son­dern eben­so das gesam­te gesell­schaft­li­che Leben“, so KAB-Diö­ze­san­prä­ses Trum in sei­nen Schluss­wor­ten. Die Zukunft der Arbeit betrifft uns alle. Der KAB Diö­ze­san­tag hat Raum geschaf­fen, gemein­sam über die Her­aus­for­de­run­gen von mor­gen nach­zu­den­ken, Per­spek­ti­ven für eine men­schen­wür­di­ge, soli­da­ri­sche und gerech­te Arbeits­welt zu ent­wi­ckeln und das Bewusst­sein für unse­re gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung gegen­über den Men­schen zu stärken“.

Text: Moni­ka Wagmann

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