Das Kloster Neustift bei Ortenburg: Ein Benediktinerinnenkloster, das Viele im Bistum Passau kennen und Einige auch schon ein- oder mehrmals besucht haben. Viele schätzen diesen Ort der Spiritualität, um beispielsweise bei Exerzitien Kraft aufzutanken. Dieses Kleinod ist aber weit mehr als „nur“ Kraftquelle. Hinter dem Kloster mit der Schwesterngemeinschaft verbirgt sich eine interessante Geschichte, die vor mehr als einhundert Jahren begann.
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Geschichte des Klosters
Die Geschichte des Klosters Neustift ist eng mit der Schwesterngemeinschaft der Benediktinerinnen verwoben. Die Gemeinschaft wurde ursprünglich im Elsass gegründet, im ersten Weltkrieg aber von dort ausgewiesen und kam so schließlich 1921 nach Neustift. Seit 1956 gehören die Schwestern der Ordensgemeinschaft der Benediktinerinnen der Anbetung an und leben nach der Regel des Heiligen Benedikt mit dem Grundsatz „Beten, Arbeiten und Lesen“. So pflegen die Schwestern seit nunmehr genau einhundert Jahren – seit 1925 –hier in der Kirche St. Pius X. die eucharistische Anbetung. Dieses Jubiläum haben die aktuell 29 Benediktinerinnen, deren Leitung die Priorin Sr. Gabriele innehat, heuer gefeiert.
Die Kirche St. Pius X.
Das Herz von Neustift ist die Klosterkirche St. Pius X., in der die Schwestern – neben der Chorkapelle – auch die eucharistische Anbetung pflegen. Nach der Grundsteinlegung der Kirche 1954 wurde sie bereits zwei Jahre später im Jahr 1956 eingeweiht und ist auch heute noch im Originalzustand. Nach der Umgestaltung in den Jahren 1999/ 2000 haben sich allerdings einige zentrale Elemente im Kircheninneren verändert. Ein Blickfang mit besonderer Symbolik ist seither beispielsweise der Tabernakel, erklärt Sr. Gabriele. „Er ist als runde Scheibe dargestellt, als Hostie sozusagen, Zeichen für die Eucharistie. Bei dieser Scheibe sind oben aufgebrochene Flächen zu sehen, die Ähren als Zeichen für das Brot darstellen sollen.“ Dieses Symbol findet sich auch im dahinterliegenden großen originalen Glasfenster wieder, so die Priorin. „Auf der linken Seite ist die Ährenseite; auf der rechten Seite die Weintraubenseite – Brot und Wein, Zeichen der Eucharistie. Innerhalb des ganzen Fensters – wenn man von oben nach unten schaut – ist eine Sonne, die in das Blaue, das Dunkle hineinscheint: Christus, die Sonne des Lebens. Dann kommt der Pelikan – ein großes Zeichen für die Eucharistie. Das nächste Zeichen links oben ist das Lamm, Jesus, das Lamm Gottes, wie der Heilige Johannes schon erwähnt hat. Dann kommen zwei Fische, Ursymbolik für Jesus Christus. Die eherne Schlange auf der rechten Seite, Zeichen des Leidens, des Kreuzes und der Auferstehung. Und auf der linken Seite der Kelch, Zeichen des Blutes Christi. Und hinter dem großen Tabernakel ist das Herz Jesu dargestellt mit den verschiedensten Farben und kräftigen Rotfarben.“
„Beten, Arbeiten und Lesen“
Die Regel des Heiligen Benedikt prägt das Leben der Schwestern maßgeblich. Ganz dem Grundsatz getreu „Beten, Arbeiten und Lesen“ ist auch caritativer Einsatz und Gastfreundschaft zentral hier im Kloster, betont Sr. Gabriele. „Neben der eucharistischen Anbetung, die wir in unserer Kirche oder in der Chorkapelle pflegen, sind das Besondere bei unserer Schwesterngemeinschaft die caritativen Tätigkeiten, beispielsweise in der Schule und im Kindergarten nebenan.“ Auch werden hier in Neustift regelmäßig Gäste empfangen, zu Exerzitien, Kursen, Einkehrtagen oder Ähnlichem, so die Priorin. „Einzelgäste und Gruppen können bei uns in der kleinen Kapelle unserer geistlichen Zelle zur Ruhe kommen, Einkehr finden, zum Gebet finden, sich einfach vor Gott hinstellen.“
Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Mehr zum Kloster Neustift
Weitere Informationen rund um das Kloster Neustift zur Geschichte, der Schwesterngemeinschaft und ihrem Exerzitienangebot sowie den Kontakt finden Sie hier auf der Website der Benediktinerinnen:

