Bischof

Paulus – der Apostel, den alle kennen sollten

Redaktion am 26.03.2026

Info Icon Foto: Josef Damberger
Sie freuten sich über ein enormes Interesse am Thema „Paulus von Tarsus“ (v. li. n. re.): Pfarrer i. R. Alois Anetseder, Priorin Sr. Lucia, Bischof Dr. Stefan Oster SDB, Norbert Sterl als Vertreter des Fördervereins, Pfarrer i. R. Alfons Eiber, Pfarrer Andreas Erndl.

Im Rahmen der traditionellen „Klostergespräche“ in Thyrnau hat Bischof Stefan Oster SDB dem Publikum den Apostel Paulus nähergebracht.

Seit fast 20 Jah­ren gibt es den ​„Ver­ein der Freun­de und För­de­rer des Klos­ters Thyr­n­au e.V.“. Zu des­sen jähr­lich wie­der­keh­ren­den Akti­vi­tä­ten gehört das inzwi­schen schon tra­di­tio­nel­le ​„Klos­ter­ge­spräch“. Dabei wer­den Refe­ren­ten ein­ge­la­den, die über inter­es­san­te The­men berich­ten. Dies­mal war der Refe­rent kein Gerin­ge­rer als Bischof Dr. Ste­fan Oster; sein The­ma lau­te­te: ​„Pau­lus von Tar­sus – der Apos­tel, den alle ken­nen sollten“.

Der Abend begann mit einem Chor­ge­bet in der Klos­ter­kir­che, die bereits sehr gut besucht war. Anschlie­ßend begrüß­te Prio­rin Sr. Lucia die Zuhö­rer und zeig­te sich hoch­er­freut über das gro­ße Inter­es­se. Pfar­rer Micha­el Hütt­ner, Vor­sit­zen­der des För­der­ver­eins, war ver­hin­dert und wur­de durch Nor­bert Sterl ver­tre­ten, der eben­falls ein kur­zes Gruß­wort sprach.

Danach stell­te Bischof Oster im voll besetz­ten Ger­trud­saal die­sen unge­wöhn­li­chen Apos­tel mit sei­ner noch unge­wöhn­li­che­ren Bio­gra­fie vor. Dabei war an der leben­di­gen und mit­rei­ßen­den Vor­trags­wei­se des Bischofs abzu­le­sen, dass er für die­ses The­ma wahr­lich brennt und die Zuhö­rer förm­lich mit­riss. Soll­te er, so der Bischof wei­ter, der­einst ins Para­dies kom­men, so wäre Pau­lus einer der­je­ni­gen, auf des­sen Zusam­men­tref­fen er sich am meis­ten freue.

Sau­lus, so sein ursprüng­li­cher Name, war ein hoch­ge­bil­de­ter jüdi­scher Pha­ri­sä­er, der die zahl­rei­chen jüdi­schen Geset­ze, Gebo­te und Ver­bo­te kann­te und befolg­te. Als Chris­ten­ver­fol­ger war er ein erklär­ter Feind des neu­en Glau­bens. Die Apos­tel­ge­schich­te berich­tet vom soge­nann­ten ​„Damas­kus­er­leb­nis“, als er eine Chris­tus­vi­si­on hat­te, zum Apos­tel wur­de und sich fort­an ​„Pau­lus“ nann­te. Man­che Men­schen sehen in die­sem Moment die Geburts­stun­de des Christentums.

Auch heu­te noch gibt es das geflü­gel­te Wort ​„vom Sau­lus zum Pau­lus“ im Fal­le eines plötz­li­chen Sin­nes­wan­dels. Nach meh­re­ren Mis­si­ons­rei­sen, zum Bei­spiel nach Zypern oder Klein­asi­en, kam es in den Jah­ren 48/49 n. Chr. zum ers­ten Apos­tel­kon­zil, das als Initi­al­zün­dung für das Chris­ten­tum ange­se­hen wer­den kann. Das Revo­lu­tio­nä­re an dem neu­en Glau­ben war, dass jeder Christ wer­den konn­te – unab­hän­gig von Her­kunft oder vor­he­ri­ger Religion.

In zahl­rei­chen Brie­fen an sei­ne Gemein­den pro­pa­gier­te er den neu­en Glau­ben, wobei eini­ge der Brie­fe von ihm selbst stamm­ten, ande­re nur in sei­nem Namen ver­fasst wur­den. So wur­de Pau­lus zum Ver­kün­der des Evan­ge­li­ums in der nicht­jü­di­schen Welt.

Ver­mut­lich um das Jahr 64 n. Chr. wur­de Pau­lus in Rom im Zuge der Chris­ten­ver­fol­gung unter Kai­ser Nero hin­ge­rich­tet, da er als füh­ren­der christ­li­cher Mis­sio­nar galt. Hät­te er nicht die römi­schen Bür­ger­rech­te beses­sen, wäre er wohl gekreu­zigt wor­den; so aber wur­de er als Mär­ty­rer mit dem Schwert enthauptet.

Text: Josef Damberger

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