Foto: Bayer / pbp
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Telefonseelsorge Passau überbrachte Landrat Raimund Kneidinger die herzlichsten Glückwünsche im Namen des Landkreises an Pater Ludger Werner, den Leiter der Einrichtung, sowie an seine hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Sabine Müller (stellv. Leitung), Pastoralreferentin Monika Winter und Marianne Kopfinger.
In einer großen Gesprächsrunde berichteten auch die beiden langjährigen Ehrenamtlichen Cordula Barth und Franz-Xaver Hirschenauer bewegend von ihrer Arbeit am Seelsorgetelefon – einer Arbeit, die oft unsichtbar bleibt, aber unzähligen Menschen in Momenten tiefster Not ein Stück Halt und Zuversicht schenkt. Die größte Herausforderung sei hierbei die Erreichbarkeit, nicht jeder Anrufende kommt sofort durch und das sei natürlich ein systemimmanentes Problem, das sich nie ganz lösen lässt: „Wir sind nur erreichbar, wenn wir nicht telefonieren“, so Pater Ludger.
Seit 1975 ist die Telefonseelsorge in Passau ein Ort des Zuhörens und Mitgehens: anonym, vertraulich und kostenfrei – und das rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Möglich wird dies durch das große Herz und die Hingabe von rund 90 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viele von ihnen sind bereits im Ruhestand und schenken dennoch ihre Zeit, damit niemand in der Nacht oder am Tag mit seiner Sorge alleinbleiben muss. Neben dem Gespräch am Telefon ist die Telefonseelsorge in Passau eine der wenigen von 105 Dienststellen in Deutschland, die auch die Möglichkeit zu einem persönlichen Beratungsgespräch vor Ort anbietet. Diese Gespräche werden von Pater Ludger, Sabine Müller oder Monika Winter geführt, die darüber hinaus auch für die Ausbildung und Supervision der Ehrenamtlichen zuständig sind.
Landrat Kneidinger war bewegt von Art und Umfang des Ehrenamts. Besonders berührte ihn, mit welchen Sorgen die Anrufenden sich melden: von Einsamkeit und Beziehungsfragen über psychische Belastungen und suizidale Gedanken bis hin zu Glaubens- und Lebenskrisen. Gerade das Thema der Vereinsamung in unserer Gesellschaft, nicht nur bei älteren Menschen, sondern auch schon unter Jugendlichen, mache ihn sehr betroffen und nachdenklich.
Die Telefonseelsorge im Bistum Passau ist ein Angebot der Kirche, das allen Menschen offensteht – unabhängig von Herkunft oder Konfession. Der Besuch des Landrats war ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für jene Frauen und Männer, die mit viel Einfühlungsvermögen und christlicher Nächstenliebe seit fünf Jahrzehnten da sind für Menschen, die jemanden brauchen, der einfach zuhört.


