Weltkirche

Lichtblicke im Zululand

Thomas König am 20.10.2026

Info Icon BIld: Roswitha Dorfner
Pater Gerhard beim Gottesdienst in Altötting. Er ist zu Besuch in der Heimat für die Feierlichkeiten von 30 Jahre Blessed Gérard’s Care Centre. In den nächsten Wochen will er weitere Spendengelder sammeln für die Arbeit in Südafrika. Im Januar geht es dann wieder zurück ins Zululand.

Der aus Regensburg stammende Missionsbenediktiner Pater Gerhard gründete 1992 die Brotherhood of Blessed Gérard, die Malteser in Südafrika. Das Herzstück, ein Hilfszentrum feiert heuer Jubiläum: 30 Jahre Blessed Gérard’s Care Centre. Pater Gerhard spricht im Interview über sein Lebenswerk.

„Nur from­me Sprü­che zu klop­fen, hilft nie­man­dem, wenn die Men­schen ver­hun­gern oder an Ver­nach­läs­si­gung sterben.”

Pater Gerhard, als er die Not der Menschen vor Ort in Südafrika sah

Das Lebens­werk der Brot­her­hood of Bles­sed Gérard
Im Osten Süd­afri­kas, rund 100 Kilo­me­ter nörd­lich von Dur­ban, liegt die Klein­stadt Man­de­ni in der Pro­vinz Kwa­Zu­lu-Natal. Die Regi­on ist von extre­mer struk­tu­rel­ler Armut, hoher Arbeits­lo­sig­keit und einer seit Jahr­zehn­ten gras­sie­ren­den HIV/AIDS-Epi­de­mie geprägt. Inmit­ten die­ser her­aus­for­dern­den Bedin­gun­gen setzt die Brot­her­hood of Bles­sed Gérard seit über drei Jahr­zehn­ten ein unüber­seh­ba­res Zei­chen geleb­ter christ­li­cher Nächs­ten­lie­be. Als süd­afri­ka­ni­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser­or­dens leis­tet die Bru­der­schaft unver­zicht­ba­re huma­ni­tä­re und medi­zi­ni­sche Arbeit direkt an der Basis.

Die Ent­ste­hung: Vom unschein­ba­ren Hilfs­fonds zum star­ken Netz­werk
Die Erfolgs­ge­schich­te begann am 28. Okto­ber 1992. Der aus Regens­burg stam­men­de Mis­si­ons­be­ne­dik­ti­ner Pater Ger­hard T. Lag­le­der OSB grün­de­te den katho­li­schen Ver­ein gemein­sam mit enga­gier­ten süd­afri­ka­ni­schen Chris­ten. Gelei­tet von der his­to­ri­schen Losung des Mal­te­ser­or­dens – ​„Tui­tio fidei et obse­qui­um pau­per­um“ (Schutz des Glau­bens und Hil­fe den Bedürf­ti­gen) – war das Ziel von Anfang an klar: den Ärms­ten der Armen unab­hän­gig von ihrer Reli­gi­on oder Her­kunft bei­zu­ste­hen. Was mit klei­nen, pri­va­ten Kran­ken­hilfs­fonds sei­nen Anfang nahm, wuchs in den Fol­ge­jah­ren durch den uner­müd­li­chen Ein­satz der Ver­eins­mit­glie­der rasant an. Schon Mit­te der 1990er-Jah­re initi­ier­te die Bru­der­schaft drin­gend benö­tig­te gesund­heit­li­che Auf­klä­rungs­pro­gram­me, um dem damals noch stark tabui­sier­ten HIV-Virus entgegenzuwirken.

Pater Gerhard spricht im Interview über das Lebenswerk der "Brotherhood of Blessed Gérard":

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Umfas­sen­de Leis­tun­gen für die Gemein­schaft vor Ort
Das Enga­ge­ment der Orga­ni­sa­ti­on ruht heu­te auf drei gro­ßen, inein­an­der­grei­fen­den Säulen:

  • Gesund­heits- und Pal­lia­tiv­pfle­ge: Ein Schwer­punkt liegt auf der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung. Die Bru­der­schaft betreibt eine eige­ne AIDS-Behand­lungs­kli­nik und stellt kos­ten­lo­se Medi­ka­men­te sowie The­ra­pien bereit.
  • Kin­der- und Jugend­hil­fe: Das Ear­ly Child­hood Deve­lo­p­ment Cent­re bie­tet sozi­al benach­tei­lig­ten Kin­dern früh­kind­li­che Bil­dung. Ein Wai­sen­heim fängt Kin­der auf, die durch die AIDS-Kri­se ihre Eltern ver­lo­ren haben, wäh­rend ein Sti­pen­di­en­fonds Schul- und Aus­bil­dungs­chan­cen sichert.
  • Sozi­al- und Not­hil­fe: Ein mobi­ler Hilfs­dienst ver­sorgt ver­arm­te Fami­li­en in den umlie­gen­den länd­li­chen Sied­lun­gen (Zulu­land) mit Nah­rungs­mit­teln und Kleidung.

Das Herz­stück fei­ert Jubi­lä­um: 30 Jah­re Bles­sed Gérard’s Care Cent­re
Das emo­tio­na­le und logis­ti­sche Zen­trum der gesam­ten Bru­der­schaft ist das Bles­sed Gérard’s Care Cent­re, das zusam­men mit der angren­zen­den Kir­che am 3. Sep­tem­ber 1996 ein­ge­weiht wur­de. Die­ses mul­ti­di­men­sio­na­le Pfle­ge­zen­trum beher­bergt unter ande­rem das größ­te sta­tio­nä­re Hos­piz Süd­afri­kas. In einer Regi­on, in der schwe­re Krank­hei­ten oft Ein­sam­keit bedeu­ten, fin­den Ster­ben­de und chro­nisch Kran­ke hier eine Oase des Frie­dens, medi­zi­ni­sche Lin­de­rung und ein wür­de­vol­les Lebensende.

Heu­er fei­ert das Care Cent­re sein 30-jäh­ri­ges Jubi­lä­um (eine aus­führ­li­che Bilanz zieht Pater Ger­had im Inter­view). Die­ses bedeu­ten­de Ereig­nis wur­de am 6. Sep­tem­ber 2026 in Man­de­ni mit vie­len Gäs­ten gefei­ert. Doch die Fei­er­lich­kei­ten blie­ben nicht auf Süd­afri­ka beschränkt: Da die Arbeit maß­geb­lich durch euro­päi­sche Spen­den getra­gen wird, ist Pater Ger­hard gera­de wie­der in der Hei­mat zu Gast. Zur Jubi­lä­ums­fei­er in Alt­öt­ting (sie­he Bil­der­stre­cke) ver­sam­mel­ten sich zahl­rei­che deutsch­spra­chi­ge Mit­glie­der, För­de­rer und Freun­de im Mari­en­wall­fahrts­ort, um das drei­ßig­jäh­ri­ge Bestehen des Zen­trums gebüh­rend zu fei­ern, ver­dien­te Mit­ar­bei­ter zu ehren und die Brü­cke der Soli­da­ri­tät zwi­schen den Kon­ti­nen­ten wei­ter zu stär­ken. (Text­in­fos: Web­sei­te: Brot­her­hood of Bles­sed Gérard / pbp Tho­mas König)

Hier kommen Sie zur Webeseite der Brotherhood of Blessed Gérard:

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