Kirche vor Ort

Eindrucksvolle Lichterandacht

Redaktion am 24.02.2026

Info Icon Foto: Tine Limmer

Die Pfarrkirche Heiligkreuz war in den letzten Tagen in violettes Licht getaucht und damit schon von weitem zu sehen. Dass dieses Licht bleibt, das wünschen sich die Heiligkreuzer auch nach der dreitägigen Aktion.  Violet ist die Farbe der Fastenzeit, der 40tägigen Zeit, die den Christen zur inneren Einkehr dienen soll.

Um dies zu unter­stüt­zen, wur­den an drei Tagen Licht-Andach­ten nach Münch­ner und Nürn­ber­ger Vor­bild ange­bo­ten. Mit sehr gro­ßem Erfolg und rie­si­ger posi­ti­ver Reso­nanz. Dabei rich­te­te sich die halb­stün­di­ge Andacht nicht nur an Gläu­bi­ge, son­dern an alle Per­so­nen die Ruhe und inne­re Stil­le fin­den woll­ten. 

Die Kir­che war im Innen­raum in dunk­les Blau getaucht, die Milch­stra­ße über den Kreuz­rip­pen an der Decke und über Chris­tus am Kreuz des Altars pro­ji­ziert – so wur­den die Besu­cher emp­fan­gen. Im Gestühl, auf Cam­ping­stüh­len oder auf dem Sitz­sack – so fand jeder der ins­ge­samt über 700 Besu­cher einen Platz und konn­te sich es sich mit Decken über den Füßen gemüt­lich machen und den Ster­nen­him­mel bewun­dern. Jeder der sechs Andach­ten begann so und die Besu­cher ver­folg­ten genau wech­seln­den Stimmungen. 

Was sich an jedem Tag änder­te, war ein­zig die Musik. Am Don­ners­tag wur­de der Blick auf die Milch­stra­ße mit den Eigen­kom­po­si­tio­nen von Musi­ker Kon­rad Rai­schl und Toch­ter Vero­ni­ka (Burg­hau­sen) auf Kla­ri­net­te und Gitar­re und am Frei­tag von Andrea und Tho­mas Hin­ter­ber­ger (Burg­kir­chen) mit neu­em geist­li­chem Lied­gut samt Instru­men­ten gelenkt. Hein­rich Wim­mer aus Burg­hau­sen ver­stand es am Sams­tag mit sei­nen Inter­pre­ta­tio­nen auf der Orgel von Lie­dern aus dem Got­tes­lob die Besu­cher auf sei­ne Rei­se durchs All mitzunehmen. 

Dazwi­schen hat­te Pfar­rer Micha­el Wit­ti ein­drucks­vol­le Tex­te zum The­ma Tod und Auf­er­ste­hung mit dabei, die zum Nach­den­ken anreg­ten. Das Licht wan­del­te sich immer wie­der, beleuch­te­te erst den Chris­tus ganz allein, dann aber auch die Madon­na vor der Mit­tel­säu­le und die Piè­ta am lin­ken Seitenaltar. 

Zum ers­ten Mal wur­de ein Pro­jekt die­ser Art in der süd­lichs­ten Pfarr­ge­mein­de des Bis­tums Pas­saus durch­ge­führt. Die Idee dazu hat­ten die bei­den Pfarr­ge­mein­de­rä­te Mar­le­ne Hur­mer und Chris­ti­ne Blüml, die eine ähn­li­che Ver­an­stal­tung in der Münch­ner Mar­kus­kir­che besuch­ten und den Vor­schlag Wit­ti unter­brei­te­ten. Mit den Ver­an­stal­tungs­tech­ni­kern Micha­el Rus­sin­ger und Johan­nes Schimpf­hau­ser im Boot konn­te die­se audio­vi­su­el­le Andacht umge­setzt wer­den. Dafür waren die bei­den vie­le Stun­den über dem Com­pu­ter und den dem­entspre­chen­den Pro­gram­men geses­sen, um die Kir­che innen wie aus­sen illu­mi­nie­ren zu kön­nen. ​“Die Hei­lig­kreu­zer Kir­che eig­net sich gut für so ein Pro­jekt, weil kei­ne Fres­ken an den Decken sind und weder an Sei­ten­al­tä­ren und im Altar­raum gro­ße Bil­der hän­gen”, so Russinger.

Dass es bes­tens gelun­gen ist, zei­gen die vie­len Rück­mel­dun­gen, die von den Besu­chern bei einem gemüt­li­chen Plausch bei Kin­der­punsch auf dem Dorf­platz im Anschluss der Andacht gege­ben wur­den. ​„Die Andacht hat mich sehr inspi­riert“, so Andi Fal­te­rer aus Wäsch­hau­sen. ​„Vie­le Men­schen waren tief berührt“, hat Pfar­rer Micha­el Wit­ti fest­ge­stellt, der zwi­schen den Andach­ten vie­le Gesprä­che mit den Besu­chern von Burg­kir­chen bis Traun­stein, von Waging bis Gar­ching füh­ren konn­te. ​„In der Zeit in eurer Kir­che, die Licht­ef­fek­te, die Orgel­mu­sik und die beglei­ten­den Wor­te von Pfar­rer Wit­ti haben uns zur Ruhe kom­men las­sen“, schrieb ein Trost­ber­ger Ehe­paar ans Pfarrbüro. 

Eini­ge Hei­lig­kreu­zer waren sogar täg­lich bei einer der Andach­ten. ​„Es war so schön“ waren sie sich einig. Selbst eini­ge Jugend­li­chen waren sich einig: ​„Das ist schee. Drum sind wir noch­mal gekommen.“

Text: Tine Limmer

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