Foto: Tine Limmer
Die Pfarrkirche Heiligkreuz war in den letzten Tagen in violettes Licht getaucht und damit schon von weitem zu sehen. Dass dieses Licht bleibt, das wünschen sich die Heiligkreuzer auch nach der dreitägigen Aktion. Violet ist die Farbe der Fastenzeit, der 40tägigen Zeit, die den Christen zur inneren Einkehr dienen soll.
Um dies zu unterstützen, wurden an drei Tagen Licht-Andachten nach Münchner und Nürnberger Vorbild angeboten. Mit sehr großem Erfolg und riesiger positiver Resonanz. Dabei richtete sich die halbstündige Andacht nicht nur an Gläubige, sondern an alle Personen die Ruhe und innere Stille finden wollten.
Die Kirche war im Innenraum in dunkles Blau getaucht, die Milchstraße über den Kreuzrippen an der Decke und über Christus am Kreuz des Altars projiziert – so wurden die Besucher empfangen. Im Gestühl, auf Campingstühlen oder auf dem Sitzsack – so fand jeder der insgesamt über 700 Besucher einen Platz und konnte sich es sich mit Decken über den Füßen gemütlich machen und den Sternenhimmel bewundern. Jeder der sechs Andachten begann so und die Besucher verfolgten genau wechselnden Stimmungen.
Was sich an jedem Tag änderte, war einzig die Musik. Am Donnerstag wurde der Blick auf die Milchstraße mit den Eigenkompositionen von Musiker Konrad Raischl und Tochter Veronika (Burghausen) auf Klarinette und Gitarre und am Freitag von Andrea und Thomas Hinterberger (Burgkirchen) mit neuem geistlichem Liedgut samt Instrumenten gelenkt. Heinrich Wimmer aus Burghausen verstand es am Samstag mit seinen Interpretationen auf der Orgel von Liedern aus dem Gotteslob die Besucher auf seine Reise durchs All mitzunehmen.
Dazwischen hatte Pfarrer Michael Witti eindrucksvolle Texte zum Thema Tod und Auferstehung mit dabei, die zum Nachdenken anregten. Das Licht wandelte sich immer wieder, beleuchtete erst den Christus ganz allein, dann aber auch die Madonna vor der Mittelsäule und die Pièta am linken Seitenaltar.
Zum ersten Mal wurde ein Projekt dieser Art in der südlichsten Pfarrgemeinde des Bistums Passaus durchgeführt. Die Idee dazu hatten die beiden Pfarrgemeinderäte Marlene Hurmer und Christine Blüml, die eine ähnliche Veranstaltung in der Münchner Markuskirche besuchten und den Vorschlag Witti unterbreiteten. Mit den Veranstaltungstechnikern Michael Russinger und Johannes Schimpfhauser im Boot konnte diese audiovisuelle Andacht umgesetzt werden. Dafür waren die beiden viele Stunden über dem Computer und den dementsprechenden Programmen gesessen, um die Kirche innen wie aussen illuminieren zu können. “Die Heiligkreuzer Kirche eignet sich gut für so ein Projekt, weil keine Fresken an den Decken sind und weder an Seitenaltären und im Altarraum große Bilder hängen”, so Russinger.
Dass es bestens gelungen ist, zeigen die vielen Rückmeldungen, die von den Besuchern bei einem gemütlichen Plausch bei Kinderpunsch auf dem Dorfplatz im Anschluss der Andacht gegeben wurden. „Die Andacht hat mich sehr inspiriert“, so Andi Falterer aus Wäschhausen. „Viele Menschen waren tief berührt“, hat Pfarrer Michael Witti festgestellt, der zwischen den Andachten viele Gespräche mit den Besuchern von Burgkirchen bis Traunstein, von Waging bis Garching führen konnte. „In der Zeit in eurer Kirche, die Lichteffekte, die Orgelmusik und die begleitenden Worte von Pfarrer Witti haben uns zur Ruhe kommen lassen“, schrieb ein Trostberger Ehepaar ans Pfarrbüro.
Einige Heiligkreuzer waren sogar täglich bei einer der Andachten. „Es war so schön“ waren sie sich einig. Selbst einige Jugendlichen waren sich einig: „Das ist schee. Drum sind wir nochmal gekommen.“
Text: Tine Limmer

