Pilger der Hoffnung“ – das ist das Leitwort des Heiligen Jahres 2025, das Jahresthema der Malteser und es war auch das Motto der diesjährigen Malteser Wallfahrt nach Altötting, welche immer am dritten Sonntag im Juli stattfindet. An die 900 Pilger aus ganz Bayern, vom Malteser Orden, aus Österreich und der Schweiz waren dazu am vergangenen Sonntag in den Gnadenort gekommen. Eine Gruppe von 60 Wallfahrern aus Stadt und Landkreis Passau sowie den Landkreisen Freyung-Grafenau und Rottal-Inn hat die Diözese Passau vertreten.
Schon bei der Hinfahrt stimmten die Passau Malteser, die mit einem Reisebus sowie vier Kleinbussen unterwegs nach Altötting waren, sich im Rahmen einer Andacht auf den Tag ein. Vom Dultplatz ging es dann in einer Prozession, an der auch der Passauer Diözesanseelsorger Johannes B. Trum sowie Diözesangeschäftsführer Diakon Rainer F. Breinbauer teilnahmen, zur Basilika St. Anna, die auch heuer wieder voll besetzt war. Wallfahrtsleiter Franz-Josef Freiherr von der Heydte erklärte bei der Begrüßung. „Wir wollen bei dieser Wallfahrt ganz besonders das Gebet um Frieden in den Mittelpunkt stellen.“
Zelebrant und Prediger des feierlichen Pontifikalamts war heuer Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg aus München. Er betonte eingangs, dass er hoffe, dass dieser Gottesdienst ein Gottesdienst der Ermutigung werde. Im Evangelium ging es um die Schwestern Martha und Maria. Während Martha mit viel Mühe für Jeses sorgt, sitzt ihre Schwester Maria ihm zu Füßen und hört ihm zu. In seiner Predigt erklärte der Weihbischof dazu: „Wie sieht es in einer Leistungsgesellschaft wie der unsrigen da aus bei Menschen, die nicht mithalten können, z. B bei Kranken und Menschen mit Handicap. Es könnte der Eindruck entstehen, dass andere sie als Last empfinden. Das ist ganz bestimmt nicht die Sichtweise Jesu im Evangelium. Die eine deckt auf und ist auf Hochtouren. Die andere sitzt zu Füßen Jesu und hört ihm zu. Oh Wunder, er findet das in Ordnung.“
„Er möchte deutlich machen: Es ist nicht das Einzige, wenn man immer nur auf Leistung getrimmt ist. Das Zuhören, das füreinander Zeit zu haben, ist mindestens genau so wichtig. Es ist gut, wenn sich gesunde Menschen Zeit nehmen für Menschen, die Hilfe brauchen. Davon haben beide Seiten etwas. In diesem Miteinander entsteht Heil für beide Seiten. Wenn wir Jesus anschauen, verschwimmen die Rollen. Wer Hilfe anbietet, der empfängt auch umgekehrt Hilfe.“
Nach der Kommunion sprach Antonio Graf Keglevich, Regionalleiter und Landesbeauftragter Bayern, das Malteser-Gebet. Dies geschah in der langjährigen Tradition der Malteser Wallfahrt nach Altötting zum ersten Mal überhaupt.
Bevor er den Segen spendete, erklärte Rupert Graf zu Stolberg: „Die Malteser sind Hoffnungsträger im Ausland und auch hier bei uns. Ihr seid dank eures Engagements Hoffnungsträger, Pilger der Hoffnung. Dafür gebührt euch Dank.“ Sein Dank galt auch den anderen Wallfahrern „für euer Glaubenszeugnis, für eure große Treue und vor allem auch für euer Gebet.“
Am Nachmittag begrüßte der Weihbischof zusammen mit Stiftspropst und Wallfahrtsrektor Dr. Klaus Metzl die Gläubigen in der Stiftskirche zur Andacht. „Wir wollen die Andacht halten in besonderer Weise mit Blick auf Maria. Sie schaut auf uns nicht nur hier, sondern auch, wenn wir wieder nach Hause kommen“, so Graf zu Stolberg. „Heilung bedeutet mehr als Gesundheit. Heilung heißt, sich in Gott geborgen zu fühlen. Maria ist das Heil der Kranken. So können wir mit Maria zu Pilgern der Hoffnung werden.“ Auch er betonte noch einmal das besondere Wallfahrtsanliegen: den Frieden. Im Anschluss segnete der Weihbischof die Andachtsgegenstände, die die Wallfahrer mitgebracht hatten.
Vor dem Altar war eine Kopie der Altöttinger Madonna aufgestellt. Dies ist den Malteser Wallfahrern immer ganz besonders wichtig und ein großes Anliegen. Dr. Metzl betonte: „Es ist nicht irgendeine Kopie, sondern eine besondere, weil in sie ein Holzspan der echten Altöttinger Madonna eingearbeitet ist.“ Mit der Madonna segnete der Weihbischof die Wallfahrer und mit der Bayernhymne endete die Andacht und die Gläubigen machten sich als Pilger der Hoffnung und gestärkt auf den Heimweg.
Text: Rosmarie Friedsam

