Das glauben wir

53. Malteser Wallfahrt nach Altötting

Redaktion am 21.07.2025

Info Icon Foto: Rosmarie Friedsam

Unterwegs als Pilger der Hoffnung und für den Frieden

Pil­ger der Hoff­nung“ – das ist das Leit­wort des Hei­li­gen Jah­res 2025, das Jah­res­the­ma der Mal­te­ser und es war auch das Mot­to der dies­jäh­ri­gen Mal­te­ser Wall­fahrt nach Alt­öt­ting, wel­che immer am drit­ten Sonn­tag im Juli statt­fin­det. An die 900 Pil­ger aus ganz Bay­ern, vom Mal­te­ser Orden, aus Öster­reich und der Schweiz waren dazu am ver­gan­ge­nen Sonn­tag in den Gna­den­ort gekom­men. Eine Grup­pe von 60 Wall­fah­rern aus Stadt und Land­kreis Pas­sau sowie den Land­krei­sen Frey­ung-Gra­fen­au und Rot­tal-Inn hat die Diö­ze­se Pas­sau vertreten.

Schon bei der Hin­fahrt stimm­ten die Pas­sau Mal­te­ser, die mit einem Rei­se­bus sowie vier Klein­bus­sen unter­wegs nach Alt­öt­ting waren, sich im Rah­men einer Andacht auf den Tag ein. Vom Dult­platz ging es dann in einer Pro­zes­si­on, an der auch der Pas­sau­er Diö­ze­san­seel­sor­ger Johan­nes B. Trum sowie Diö­ze­san­ge­schäfts­füh­rer Dia­kon Rai­ner F. Brein­bau­er teil­nah­men, zur Basi­li­ka St. Anna, die auch heu­er wie­der voll besetzt war. Wall­fahrts­lei­ter Franz-Josef Frei­herr von der Heyd­te erklär­te bei der Begrü­ßung. ​„Wir wol­len bei die­ser Wall­fahrt ganz beson­ders das Gebet um Frie­den in den Mit­tel­punkt stellen.“

Zele­brant und Pre­di­ger des fei­er­li­chen Pon­ti­fi­kal­amts war heu­er Weih­bi­schof Rupert Graf zu Stol­berg aus Mün­chen. Er beton­te ein­gangs, dass er hof­fe, dass die­ser Got­tes­dienst ein Got­tes­dienst der Ermu­ti­gung wer­de. Im Evan­ge­li­um ging es um die Schwes­tern Mar­tha und Maria. Wäh­rend Mar­tha mit viel Mühe für Jeses sorgt, sitzt ihre Schwes­ter Maria ihm zu Füßen und hört ihm zu. In sei­ner Pre­digt erklär­te der Weih­bi­schof dazu: ​„Wie sieht es in einer Leis­tungs­ge­sell­schaft wie der uns­ri­gen da aus bei Men­schen, die nicht mit­hal­ten kön­nen, z. B bei Kran­ken und Men­schen mit Han­di­cap. Es könn­te der Ein­druck ent­ste­hen, dass ande­re sie als Last emp­fin­den. Das ist ganz bestimmt nicht die Sicht­wei­se Jesu im Evan­ge­li­um. Die eine deckt auf und ist auf Hoch­tou­ren. Die ande­re sitzt zu Füßen Jesu und hört ihm zu. Oh Wun­der, er fin­det das in Ordnung.“

„Er möch­te deut­lich machen: Es ist nicht das Ein­zi­ge, wenn man immer nur auf Leis­tung getrimmt ist. Das Zuhö­ren, das für­ein­an­der Zeit zu haben, ist min­des­tens genau so wich­tig. Es ist gut, wenn sich gesun­de Men­schen Zeit neh­men für Men­schen, die Hil­fe brau­chen. Davon haben bei­de Sei­ten etwas. In die­sem Mit­ein­an­der ent­steht Heil für bei­de Sei­ten. Wenn wir Jesus anschau­en, ver­schwim­men die Rol­len. Wer Hil­fe anbie­tet, der emp­fängt auch umge­kehrt Hilfe.“

Nach der Kom­mu­ni­on sprach Anto­nio Graf Keg­le­vich, Regio­nal­lei­ter und Lan­des­be­auf­trag­ter Bay­ern, das Mal­te­ser-Gebet. Dies geschah in der lang­jäh­ri­gen Tra­di­ti­on der Mal­te­ser Wall­fahrt nach Alt­öt­ting zum ers­ten Mal überhaupt.

Bevor er den Segen spen­de­te, erklär­te Rupert Graf zu Stol­berg: ​„Die Mal­te­ser sind Hoff­nungs­trä­ger im Aus­land und auch hier bei uns. Ihr seid dank eures Enga­ge­ments Hoff­nungs­trä­ger, Pil­ger der Hoff­nung. Dafür gebührt euch Dank.“ Sein Dank galt auch den ande­ren Wall­fah­rern ​„für euer Glau­bens­zeug­nis, für eure gro­ße Treue und vor allem auch für euer Gebet.“

Am Nach­mit­tag begrüß­te der Weih­bi­schof zusam­men mit Stifts­propst und Wall­fahrts­rek­tor Dr. Klaus Metzl die Gläu­bi­gen in der Stifts­kir­che zur Andacht. ​„Wir wol­len die Andacht hal­ten in beson­de­rer Wei­se mit Blick auf Maria. Sie schaut auf uns nicht nur hier, son­dern auch, wenn wir wie­der nach Hau­se kom­men“, so Graf zu Stol­berg. ​„Hei­lung bedeu­tet mehr als Gesund­heit. Hei­lung heißt, sich in Gott gebor­gen zu füh­len. Maria ist das Heil der Kran­ken. So kön­nen wir mit Maria zu Pil­gern der Hoff­nung wer­den.“ Auch er beton­te noch ein­mal das beson­de­re Wall­fahrts­an­lie­gen: den Frie­den. Im Anschluss seg­ne­te der Weih­bi­schof die Andachts­ge­gen­stän­de, die die Wall­fah­rer mit­ge­bracht hatten.

Vor dem Altar war eine Kopie der Alt­öt­tin­ger Madon­na auf­ge­stellt. Dies ist den Mal­te­ser Wall­fah­rern immer ganz beson­ders wich­tig und ein gro­ßes Anlie­gen. Dr. Metzl beton­te: ​„Es ist nicht irgend­ei­ne Kopie, son­dern eine beson­de­re, weil in sie ein Holz­span der ech­ten Alt­öt­tin­ger Madon­na ein­ge­ar­bei­tet ist.“ Mit der Madon­na seg­ne­te der Weih­bi­schof die Wall­fah­rer und mit der Bay­ern­hym­ne ende­te die Andacht und die Gläu­bi­gen mach­ten sich als Pil­ger der Hoff­nung und gestärkt auf den Heimweg.

Text: Ros­ma­rie Friedsam

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