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Am Mittwochnachmittag sind rund 120 Mitglieder aller gewählten Mitarbeitervertretungen der Diözese Passau im Bildungshaus Spectrum Kirche zusammengekommen. Im Mittelpunkt standen der Austausch untereinander sowie das Gespräch mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB und dem Vorstand des Caritasverbandes.
Nach den Begrüßungen durch die beiden DiAG-Vorsitzenden Max Ebner und Thorsten Wagner eröffnete ein geistlicher Impuls die Veranstaltung. Bischof Oster erteilte anschließend den Segen und gratulierte anschließend den neu- und wiedergewählten Mitgliedern. Dabei hob er die Bedeutung der Mitarbeitervertretungen hervor: „Ich freue mich, dass wir dieses Instrument haben, mit dem wir auf die Anliegen der Mitarbeitenden schauen können.“ Synodalität sei ein Schlüsselwort, das Papst Franziskus der Kirche ans Herz gelegt habe, so der Bischof und Mitarbeitervertretungen könnten genau hier mithelfen, diese christliche Verantwortung und dieses Miteinander konkret zu leben.
In seiner Ansprache legte Bischof Stefan auch ohne Umschweife den Finger in die Wunde und sprach über die gegenwärtigen Herausforderungen der Kirche. Mit Blick auf die jüngsten Kirchenmitgliedschaftsstudien zeigte er sich besorgt über den geringen Stellenwert, den viele Menschen dem Glauben beimessen. „Wir stehen vermutlich in der herausforderndsten Phase der Kirche, in den letzten Jahrhunderten“. Gleichzeitig erinnerte Bischof Oster daran, dass die kirchliche Arbeit gerade im sozialen und caritativen Bereich gesellschaftlich hohes Ansehen genieße. Dennoch sei die entscheidende Frage, was kirchliche Einrichtungen im Kern auszeichne: „Die anderen wollen auch Werte vermitteln. Aber was ist unser spezifischer Beitrag als Kirche?“, fragte der Bischof. Er ermutigte dazu, den Glauben als Ressource zu begreifen, die vertieften Sinn schenke und den Dienst am Nächsten präge.
Im Anschluss überbrachte Stefan Seiderer, Bischöflicher Beauftragter für die Caritas und Vorstand des Diözesan-Caritasverbandes, die Grüße und Glückwünsche des Caritasvorstands. Er hob hervor, wie wichtig es sei, unterschiedliche Perspektiven in der MAV-Arbeit wertschätzend zusammenzuführen: „Es macht einen Unterschied, ob man beim Fenster hineinschaut oder hinausschaut — aber es ist dasselbe Fenster. Wenn es uns gelingt, aus verschiedenen Blickwinkeln partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, dann ist die gemeinsame Arbeit für Caritas und Kirche gelungen.“
Bei Kaffee und Gebäck nutzten die Vertreterinnen und Vertreter die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen, bevor in kleineren Projektgruppen verschiedene MAV-Themen vertieft wurden. Dabei standen rund 15 Fragestellungen im Zentrum – etwa „Kirchliche Einrichtungen erkenne ich an…“ oder „Den Informationsfluss zwischen MAV und Dienstgeber bewerte ich als…“. So konnten konkrete Anliegen gesammelt und in einem konstruktiven Austausch bearbeitet werden.


