Weltkirche

Misereor-Fastenaktion - Gast aus Sri Lanka

Redaktion am 31.03.2025

Info Icon Bild: Kathrin Harms / Misereor
Pflückerinnen auf der Teeplantage Dammaria nahe Passara: Die Frauen arbeiten unter schwierigen Bedingungen an steilen Hängen und werden nur gering entlohnt. Im Hochland Sri Lankas liegen die Teeplantagen. Die Misereor-Partnerorganisation Caritas Sri Lanka-SEDEC arbeitet dort mit 178 Familien zusammen.

Unter dem Motto „Auf die Würde. Fertig. Los!“ setzt sich Misereor bei der diesjährigen Fastenaktion mit seinen Partnern für Menschen in Sri Lanka und für den Schutz von Menschrechten ein. Im Bistum Passau war Augustion Dharshani in Pfarreien und einer Schule zu Gast, um in Vorträgen über die Situation in ihrer Heimat zu berichten.

Cari­tas Sri Lan­ka-SEDEC ist der huma­ni­tä­re Arm der katho­li­schen Kir­che in Sri Lan­ka und Teil des inter­na­tio­na­len Cari­tas-Netz­werks. SEDEC steht für ​“Social and Eco­no­mic Deve­lo­p­ment Cent­re”. SEDEC agiert als gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­ti­on, die sich für sozia­le Gerech­tig­keit, Armuts­be­kämp­fung und den Schutz von Men­schen­rech­ten ein­setzt. Unter dem Mot­to ​„Auf die Wür­de. Fer­tig. Los!“ unter­stützt Mise­re­or mit der dies­jäh­ri­gen Fas­ten­ak­ti­on die Pro­jekt­ar­beit vor Ort. 

„Mein Ziel ist es, eine nach­hal­ti­ge Lebens­grund­la­ge und eine gerech­te­re Zukunft zu schaffen.”

Augustion Dharshani, Projektkoordinatorin 'Green Gold Harvesters'

Im Bis­tum Pas­sau war Augus­ti­on Dhar­sha­ni in Pfar­rei­en und einer Schu­le zu Gast, um in Vor­trä­gen über die Situa­ti­on in ihrer Hei­mat zu berich­ten. Sie setzt sich für die Stär­kung der Men­schen und die För­de­rung einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung in der Regi­on der Diö­ze­se Kan­dy ein. Ihr ist es wich­tig, dass die Stim­men der Men­schen in den Tee­plan­ta­gen­ge­mein­schaf­ten gehört wer­den. Die Gemein­schaf­ten auf den Tee­plan­ta­gen ste­hen vor gro­ßen sozia­len, wirt­schaft­li­chen und öko­lo­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen. Der Zugang zu Bil­dung, Gesund­heit, fai­ren Löh­nen und einer nach­hal­ti­gen Exis­tenz­si­che­rung ist für die Plantagenarbeiter*innen nur begrenzt.

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Es stan­den Vor­trä­ge in meh­re­ren Pfar­rei­en auf dem Pro­gramm. Im Gym­na­si­um Leo­pol­dinum in Pas­sau hielt Augus­ti­on Dhar­sha­ni ein Refe­rat vor einer 9. Klas­se und kam dann mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern ins Gespräch. Am Sonn­tag­abend nahm sie dann zum Abschluss ihres Besuchs im Bis­tum Pas­sau noch am Donau­ge­bet in Nie­der­al­t­eich teil.

Hintergrund: Die Situation der Hochlandtamil*innen

Vor rund 200 Jah­ren wur­den im Zuge der bri­ti­schen Kolo­ni­al­zeit zahl­rei­che Men­schen aus Indi­en nach Sri Lan­ka geholt. Ihre Auf­ga­be: auf den Plan­ta­gen arbei­ten. Sie wur­den in klei­nen Sied­lun­gen rund um und auf den rie­si­gen Plan­ta­gen ange­sie­delt, wo sie unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen gewohnt und gear­bei­tet haben. Ihre Nach­kom­men leben wei­ter­hin in den Sied­lun­gen; ihre Situa­ti­on hat sich kaum ver­än­dert. Zwar arbei­ten die meis­ten nicht mehr auf den Plan­ta­gen, die Sied­lun­gen kön­nen sie häu­fig trotz­dem nicht ver­las­sen, weil sie kei­ne Alter­na­ti­ve fin­den. Sie besit­zen weni­ge Rech­te, haben kaum Zugang zu Sozi­al­leis­tun­gen oder dem Gesund­heits­sys­tem, die Bil­dungs­an­ge­bo­te sind unzu­rei­chend, Zukunfts­per­spek­ti­ven kaum vorhanden.

Text: Mise­re­or /​pbp

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