Weltkirche

Misereor–Gast aus Kamerun

Redaktion am 26.02.2026

Info Icon Bild: Christine Krammer/Referat Weltkirche

Im Zuge der Misereor Fastenaktion war im Bistum Passau Pauline Maïday zu Gast. Sie ist eine junge Unternehmerin aus Kamerun, die durch ein von Misereor unterstütztes Ausbildungsprojekt ihre Existenz aufbauen konnte.

Unter dem Leit­wort Hier fängt Zukunft an“ lädt das katho­li­sche Ent­wick­lungs­hilfs­werk dazu ein, sich wäh­rend der Fas­ten­zeit mit der Situa­ti­on jun­ger Men­schen in benach­tei­lig­ten Welt­re­gio­nen aus­ein­an­der­zu­set­zen. Am Bei­spiel von Aus­bil­dungs­pro­jek­ten der Mise­re­or Part­ner-Orga­ni­sa­ti­on CODAS-Cari­tas Dou­a­la in Kame­run wird dabei deut­lich, wie Men­schen über die För­de­rung beruf­li­cher Bil­dung und per­sön­li­cher Wei­ter­ent­wick­lung neue Chan­cen eröff­net wer­den und ein wür­de­vol­les Leben ermög­licht wird.

Bei ihrem Besuch in Bis­tum Pas­sau, der von Chris­ti­ne Kram­mer vom Refe­rat Welt­kir­che orga­ni­siert wur­de, konn­te die 36-jäh­ri­ge Pau­li­ne Maï­day von den Pro­ble­men in ihrer Hei­mat und der wich­ti­gen Unter­stüt­zung durch Mise­re­or vor Ort berich­ten. So war sie u.a. in Frey­ung beim Eine-Welt-Ver­ein Ser­ra­ni­to Frey­ung“ zu Gast, um ihr Start-Up vor­zu­stel­len. Auch an Schu­len hielt Pau­li­ne Mai­day Vor­trä­ge. Das Gym­na­si­um Leo­pol­dinum in Pas­sau z.B. ist eine Mise­re­or­schu­le, d. h., offi­zi­el­ler Part­ner von Mise­re­or mit Fair-Trade-Pau­sen­ver­kauf, Pro­jekt­för­der­ak­tio­nen und auch Vor­trä­gen mit Gäs­ten. Pau­li­ne Mai­day refe­rier­te in der 5. Jahr­gangs­stu­fe vor ca. 60 Schü­le­rIn­nen und dann auch noch in der 11. Jahr­gangs­stu­fe mit ca. 25 SchülerInnen.

Im Interview erklärt Pauline Maïday die Situation im Kamerun:

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Die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit ist in der Küs­ten­stadt Dou­a­la, wo Pau­li­ne wohnt, extrem hoch. Weit über 80 Pro­zent der Men­schen schla­gen sich mit Gele­gen­heits­jobs durch oder sind arbeits­los. Pau­li­ne stu­dier­te zwar Jura und mach­te eine Aus­bil­dung in Logis­tik- und Trans­port­we­sen. Trotz­dem woll­te nie­mand sie anstel­len, das Sys­tem ist von Kor­rup­ti­on geprägt und nur durch Bezie­hun­gen oder viel Geld kommt man an ent­spre­chen­de Jobs. Fünf Jah­re lang war sie arbeits­los. Schließ­lich fing Pau­li­ne Maï­day an, klei­ne Din­ge mit den Hän­den her­zu­stel­len: Ohr­rin­ge, Ket­ten, Arm­bän­der, dann Note­book­hül­len aus Stoff; und irgend­wann schnei­der­te sie ihre ers­ten Taschen. Hier fing ihre Zukunft an. CODAS Cari­tas, ein Part­ner von Mise­re­or in Kame­run, gewähr­te ihr eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Damit kauf­te sie sich einen Con­tai­ner mit Schau­fens­ter. Der ist heu­te ihre Bou­tique. Ihr Ziel ist zu expan­die­ren und spä­ter sel­ber Aus­bil­dungs­plät­ze zu schaffen.

Bei der Eröff­nung der Fas­ten­ak­ti­on am Sonn­tag, war Pau­li­ne Maï­day eben­falls zu Gast. Die Bischöf­li­che Bevoll­mäch­tig­te im Bis­tum Lim­burg, Hil­de­gard Wust­mans, und der Vor­sit­zen­de der deut­schen Bischofs­kon­fe­renz und Bischof von Lim­burg, Georg Bät­zing, drück­ten in einer Dia­log­pre­digt viel­schich­tig aus, wel­che Fra­gen ihnen durch den Kopf gehen, wenn sie an die Zukunft den­ken: In wel­che Zukunft gehen wir ange­sichts einer geo­po­li­ti­schen Lage, die ver­un­si­chert und vie­le Men­schen welt­weit ängs­tigt?“ – In wel­che Zukunft gehen wir, in der die Erde aus­ge­beu­tet wird, Res­sour­cen geraubt wer­den, der Kli­ma­wan­del vor­an­schrei­tet?“ – Und wo ste­hen wir dann? Auf wel­cher Sei­te? Bei denen, die abge­hängt sind, nicht wahr­ge­nom­men wer­den und bes­ten­falls auf Wohl­ta­ten warten?“

Zukunft beginnt nicht irgendwo

Genau hier set­ze die Fas­ten­ak­ti­on an, beton­te Wust­mans. Sie schaut in die Lebens­wirk­lich­kei­ten jun­ger Men­schen. Sie lenkt unse­ren Blick nach Kame­run zu jun­gen Men­schen, denen aus gesell­schaft­li­chen Grün­den Chan­cen und Rech­te ver­wehrt sind. Auf jun­ge Frau­en und Män­ner, die auf­stei­gen und vor­an­kom­men wol­len, aber es nicht kön­nen, weil es ihnen nicht mög­lich ist, zum Bei­spiel ihre Aus­bil­dung selbst zu finanzieren.“ 

Mise­re­or-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Andre­as Frick eröff­ne­te die Fas­ten­ak­ti­on mit einem Appell zur Soli­da­ri­tät: Zukunft beginnt nicht irgend­wo. Sie beginnt genau dort, wo Men­schen sich gegen­sei­tig stär­ken. Wo Soli­da­ri­tät gelebt wird. Wo wir nicht weg­se­hen, son­dern handeln.“

Ideen­rei­che Spendenaktionen

Mise­re­or möch­te mit der Fas­ten­ak­ti­on 2026 auf die genann­ten glo­ba­len Zusam­men­hän­ge auf­merk­sam machen und Men­schen in Deutsch­land inspi­rie­ren, sich zu enga­gie­ren – durch Spen­den, durch per­sön­li­ches Enga­ge­ment und durch soli­da­ri­sches Han­deln. Zahl­rei­che Men­schen in Pfar­rei­en, Schu­len, Kin­der­gär­ten, Ver­bän­den und Eine-Welt-Grup­pen sam­meln wäh­rend der Fas­ten­zeit Spen­den für Mise­re­or, das in 83 Län­dern mehr als 3000 Pro­jek­te von Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit för­dert. Am 5. Fas­ten­sonn­tag, 22. März, fin­det dann in allen katho­li­schen Kir­chen­ge­mein­den Deutsch­lands die Kol­lek­te für die Arbeit von Mise­re­or statt.

Text: mise­re­or / pbp

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