Unter dem Leitwort „Hier fängt Zukunft an“ lädt das katholische Entwicklungshilfswerk dazu ein, sich während der Fastenzeit mit der Situation junger Menschen in benachteiligten Weltregionen auseinanderzusetzen. Am Beispiel von Ausbildungsprojekten der Misereor Partner-Organisation CODAS-Caritas Douala in Kamerun wird dabei deutlich, wie Menschen über die Förderung beruflicher Bildung und persönlicher Weiterentwicklung neue Chancen eröffnet werden und ein würdevolles Leben ermöglicht wird.
Bei ihrem Besuch in Bistum Passau, der von Christine Krammer vom Referat Weltkirche organisiert wurde, konnte die 36-jährige Pauline Maïday von den Problemen in ihrer Heimat und der wichtigen Unterstützung durch Misereor vor Ort berichten. So war sie u.a. in Freyung beim „Eine-Welt-Verein Serranito Freyung“ zu Gast, um ihr Start-Up vorzustellen. Auch an Schulen hielt Pauline Maiday Vorträge. Das Gymnasium Leopoldinum in Passau z.B. ist eine Misereorschule, d. h., offizieller Partner von Misereor mit Fair-Trade-Pausenverkauf, Projektförderaktionen und auch Vorträgen mit Gästen. Pauline Maiday referierte in der 5. Jahrgangsstufe vor ca. 60 SchülerInnen und dann auch noch in der 11. Jahrgangsstufe mit ca. 25 SchülerInnen.
Im Interview erklärt Pauline Maïday die Situation im Kamerun:
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Die Jugendarbeitslosigkeit ist in der Küstenstadt Douala, wo Pauline wohnt, extrem hoch. Weit über 80 Prozent der Menschen schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch oder sind arbeitslos. Pauline studierte zwar Jura und machte eine Ausbildung in Logistik- und Transportwesen. Trotzdem wollte niemand sie anstellen, das System ist von Korruption geprägt und nur durch Beziehungen oder viel Geld kommt man an entsprechende Jobs. Fünf Jahre lang war sie arbeitslos. Schließlich fing Pauline Maïday an, kleine Dinge mit den Händen herzustellen: Ohrringe, Ketten, Armbänder, dann Notebookhüllen aus Stoff; und irgendwann schneiderte sie ihre ersten Taschen. Hier fing ihre Zukunft an. CODAS Caritas, ein Partner von Misereor in Kamerun, gewährte ihr eine finanzielle Unterstützung. Damit kaufte sie sich einen Container mit Schaufenster. Der ist heute ihre Boutique. Ihr Ziel ist zu expandieren und später selber Ausbildungsplätze zu schaffen.
Bei der Eröffnung der Fastenaktion am Sonntag, war Pauline Maïday ebenfalls zu Gast. Die Bischöfliche Bevollmächtigte im Bistum Limburg, Hildegard Wustmans, und der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und Bischof von Limburg, Georg Bätzing, drückten in einer Dialogpredigt vielschichtig aus, welche Fragen ihnen durch den Kopf gehen, wenn sie an die Zukunft denken: „In welche Zukunft gehen wir angesichts einer geopolitischen Lage, die verunsichert und viele Menschen weltweit ängstigt?“ – „In welche Zukunft gehen wir, in der die Erde ausgebeutet wird, Ressourcen geraubt werden, der Klimawandel voranschreitet?“ – „Und wo stehen wir dann? Auf welcher Seite? Bei denen, die abgehängt sind, nicht wahrgenommen werden und bestenfalls auf Wohltaten warten?“
Zukunft beginnt nicht irgendwo
Genau hier setze die Fastenaktion an, betonte Wustmans. „Sie schaut in die Lebenswirklichkeiten junger Menschen. Sie lenkt unseren Blick nach Kamerun zu jungen Menschen, denen aus gesellschaftlichen Gründen Chancen und Rechte verwehrt sind. Auf junge Frauen und Männer, die aufsteigen und vorankommen wollen, aber es nicht können, weil es ihnen nicht möglich ist, zum Beispiel ihre Ausbildung selbst zu finanzieren.“
Misereor-Hauptgeschäftsführer Andreas Frick eröffnete die Fastenaktion mit einem Appell zur Solidarität: „Zukunft beginnt nicht irgendwo. Sie beginnt genau dort, wo Menschen sich gegenseitig stärken. Wo Solidarität gelebt wird. Wo wir nicht wegsehen, sondern handeln.“
Ideenreiche Spendenaktionen
Misereor möchte mit der Fastenaktion 2026 auf die genannten globalen Zusammenhänge aufmerksam machen und Menschen in Deutschland inspirieren, sich zu engagieren – durch Spenden, durch persönliches Engagement und durch solidarisches Handeln. Zahlreiche Menschen in Pfarreien, Schulen, Kindergärten, Verbänden und Eine-Welt-Gruppen sammeln während der Fastenzeit Spenden für Misereor, das in 83 Ländern mehr als 3000 Projekte von Partnerorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit fördert. Am 5. Fastensonntag, 22. März, findet dann in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands die Kollekte für die Arbeit von Misereor statt.
Text: misereor / pbp



