Foto: Stefanie Hintermayr/pbp
28 Frauen und Männer haben in einem feierlichen Gottesdienst in Fürstenzell von Bischof Stefan Oster SDB ihre Missio Canonica erhalten. Mit der Urkunde sind die Missio-Kandidatinnen und –Kandidaten befugt, katholischen Religionsunterricht zu erteilen. Die unbefristete kirchliche Erlaubnis wurde damit bestätigt.
Wie immer bei der Verleihung der Missio Canonica war es auch dieses Jahr wieder ein sehr feierlicher und von Freude erfüllter Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Fürstenzell. 28 Frauen und Männer haben am Freitagabend des 11. Juli von Bischof Stefan Oster ihre Urkunden erhalten. Den angehenden Religionslehrerinnen und –lehrern sowie Diakon Benjamin Bößenroth und den drei Gemeindeassistentinnen Veronika Gerstl, Stefanie Giglberger und Theresia Reinelt wurde mit der Missio Canonica bestätigt, dass sie katholischen Religionsunterricht erteilen dürfen, und zwar unbefristet. Wie wichtig Religionsunterricht ist, gerade in der heutigen Zeit, betonte Schulamtsdirektorin i. K. Anja Wagner-Hölzl, Leiterin der Abteilung Schulen und Hochschule im Bistum Passau, bei ihrem Grußwort. „Sie leisten einen Beitrag zur kirchlichen Sendung in die Welt. (…) Es ist eine wichtige Aufgabe von Religionslehrerinnen und –lehrern, unsere Kinder und Jugendlichen zu stärken. (…) Danke, dass Sie ihnen unsere christliche Botschaft vermitteln.“
Diesem Dank konnte sich dann der Bischof bei seiner Begrüßung nur anschließen. Er wandte sich mit einer Botschaft an die angehenden Religionslehrkräfte sowie den Diakon und die Gemeindeassistentinnen. „Die Kirche sendet Sie. Ich als Bischof sende Sie. Aber eigentlich sendet Sie Christus.“
Jungen Menschen die Wahrheit Christi vorschlagen
In seiner Predigt ging Bischof Stefan Oster genauer auf den Sendungsauftrag und dessen Bedeutung für Wahrheit und Bildung ein. Er bezog sich zuerst auf das Buch Tobit, in der die Sendung seines Sohnes mit einem „Es wird schon gutgehen“ positiv dargestellt wurde. Dagegen macht Jesus im Evangelium mit dem Satz „Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“ deutlich, dass Sendung durchaus auch etwas Bedrohliches an sich habe. „Woher kommt diese Ambivalenz in der guten Sendung und dann wieder in der bedrohlichen Sendung?“ Zur Beantwortung dieser Frage, ging der Bischof auf die Erkenntnis ein, speziell auf die Erkenntnis von Wahrheit. „Der Mensch, der selbst sein will wie Gott und auch darin versucht wird, der will auch für sich selbst bestimmen, was für ihn wahr und gut und richtig ist.“ Aus einer solchen Ansicht würden oft Streit, Spaltung, Zwietracht und manipulative Wahrheit resultieren. „Der Mensch, der nicht mehr heil ist, steht nicht mehr in der Wahrheit und in der Quelle der Liebe und Güte, die ihm voraus ist, sondern er maßt sie sich selbst an.“ Ein Korrektiv dessen sei das erste Kloster gewesen, das im Jahr 529 n. Chr. vom Heiligen Benedikt von Nursia gegründet wurde, der heute gefeiert wird, erklärte der Bischof. „Weil sich die Menschen in eine Überlieferung hineinstellen durften, die danach gesucht hat, was Wahrheit im objektiven Sinn ausmacht, (…) eine Wahrheit, die geeignet ist, mich zu korrigieren und mich zu öffnen.“ Diese klassische Bildung habe unseren Kulturraum aufgemacht und unsere abendländische Bildung mitaufgebaut.
„Es gibt Wahrheit an sich und nicht nur Wahrheit für mich.”
Im Hinblick auf das Konzil von Nicäa, dessen 1.700-jähriges Jubiläum wir heuer feiern, betonte der Bischof: „Nicäa hat formuliert, dass Christus wirklich Gott ist.“ Der, der von sich gesagt habe, er sei der Weg und die Wahrheit und das Leben. „Wir glauben aus unserer Überlieferung als Christen, dass jede Wahrheit, die wir in dieser Welt erkennen, ihren Ursprung in dem hat, der von sich gesagt hat, ‚Ich bin die Wahrheit‘.“ Christus sei Logos, das Wort, die Wahrheit und schließlich der Sinn von allem, so der Bischof. „Unser Auftrag ist, jungen Menschen zu helfen, sich selber einzugründen in dieser Wahrheit in den, der von sich sagt ‚Ich bin die Wahrheit‘.“ An die Missio-Kandidatinnen und ‑Kandidaten gewandt betonte er: „Je tiefer wir uns dieser Person annähern und spüren, dass uns darin Wahrheit, Güte, Vergebung und Schönheit entgegenkommt, und je mehr wir das im eigenen Herzen verankert haben, desto mehr werden uns die jungen Menschen auch glauben können.“ Er lud die Frauen und Männer dazu ein, Zeuginnen und Zeugen Jesu Christi zu sein, der sie im Grunde sendet. „Wir sind berufen, in der großen Tradition des Heiligen Benedikt und in der großen Tradition des Konzils von Nicäa, jungen Menschen zu helfen, hineinzufinden – in den Gedanken, aber auch in die ganze Existenz – ‚Es gibt Wahrheit‘. Und wenn wir sie aufrichtig suchen, dann landen wir in geheimnisvoller Weise immer bei ihm, der uns geschaffen und erlöst hat.“
Beim Festakt mit dabei waren Pfarrer Wolfgang de Jong, Nicola Holzapfel, leitende Regierungsschuldirektorin der Regierung von Niederbayern, Schulamtsdirektor Klaus Sterner, fachlicher Leiter des Schulamts Passau Land und Stadt, Schulamtsdirektorin Bettina Lengdobler, fachliche Leiterin des staatlichen Schulamts Rottal-Inn, Prof. Dr. Hans Mendl von der Universität Passau, Schulleiterinnen und Schulleiter der Missio-Kandidatinnen und –Kandidaten sowie etliche Vertreterinnen und Vertreter des Schul- und Personalreferats des Bistums Passau. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Chor und Instrumentalisten des Maristengymnasiums Fürstenzell. Die Orchesterleitung hatte Lina vom Berg, die musikalische Leitung Bernd-Michael Tack inne. An der Orgel spielte Dr. Roland Feucht. Ihnen allen, die dabei waren, mitgefeiert und den Gottesdienst mitgestaltet haben, galt ein abschließender Dank von Florian Mühlstraßer und Fabian Fenzl, stellvertretend für alle ausgesendeten Frauen und Männer. So betonte Mühlstraßer: „Wir stehen am Anfang einer Mission. Wir treten hinaus in unsere Aufgabe. (…) Jesus selbst hat gesagt ‚Geht hinaus zu den Menschen‘. Das nehmen wir uns zu Herzen.“ Der Weg hin zur Missio Canonica wäre allein nicht möglich gewesen, betonte dann Fenzl und dankte allen, die sie in ihrer Ausbildung begleitet hatten. Er dankte auch allen, die zu diesem feierlichen Gottesdienst beigetragen haben. Der größte Dank gebühre aber nur einem, schloss Mühlstraßer. „Danke Gott, dafür, dass du immer ganz leiste neben uns hergehst.“
Sie haben die Missio Canonica erhalten
Kirchliches Seminar Tobias Bärlehner, Julia Gsödl, Carola Weiner
- Benjamin Bößenroth (Diakon)
- Veronika Gerstl (Gemeindeassistentin)
- Stefanie Giglberger (Gemeindeassistentin)
- Theresia Reinelt (Gemeindeassistentin)
Seminar Rudolf Lentner
- Teresa Eder
- Annika Pfeffer
- Anna-Lisa Springer
- Susanne Starnecker-Raischl
- Celina Vogl
Seminar Cordula Blüml
- Victoria Anetsberger
- Tanja Bornstein (entschuldigt)
- Fabian Fenzl
- Florian Mühlstraßer
- Magdalena Schwanner
- Jakob Wagner
- Sabine Wanitschek
Seminar Dagmar Cuffari
- Natalie Bauer
- David Brämer
- Dominik Falter
- Carolin Fleischmann
- Andrea Kronschnabl
- Marina Sembiring
- Lucia Simeth
Seminar Dr. Manuel Stinglhammer
- Moritz Forscht
- Theresa Haselgruber
- Andreas Huber
- Kerstin Peschl
- Manuela Trestl


