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Stefanie Hintermayr am 11.07.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Die 27 Ausgesendeten freuen sich über ihre Missio Canonica - und mit ihnen ihre Seminarrektorinnen und Seminarrektoren Tobias Bärlehner, Julia Gsödl, Carola Weiner, Rudolf Lentner, Cordula Blüml, Dagmar Cuffari, Dr. Manuel Stinglhammer und Sabine Resch sowie Schulamtsdirektorin i. K. Anja Wagner-Hölzl (re.), Leiterin der Abteilung Schulen und Hochschule im Bistum Passau, Andreas Paul (li. hinten), Referent für das Mentorat im Bistum Passau, und Bischof Stefan Oster.

26 Frauen und ein Mann haben im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes von Bischof Stefan Oster SDB ihre Missio Canonica erhalten. Mit dieser Urkunde sind sie berechtigt, katholischen Religionsunterricht zu erteilen. Die unbefristete kirchliche Erlaubnis wurde damit bestätigt.

Lan­ge und inten­siv haben sich die 26 Frau­en und ein Mann auf die­sen Tag vor­be­rei­tet, der für sie ein ganz beson­de­rer war: die fei­er­li­che Ver­lei­hung der Mis­sio Cano­ni­ca am Frei­tag­abend des 10. Juni. Bischof Ste­fan Oster hat den Got­tes­dienst in der Pfarr­kir­che Mariä Him­mel­fahrt in Fürs­ten­zell zele­briert, zu dem neben den Mis­sio-Kan­di­da­tin­nen und dem ‑Kan­di­da­ten und deren Fami­li­en und Freun­de auch etli­che Fest­gäs­te und Gläu­bi­ge gekom­men waren. Mit der Ver­lei­hung der Urkun­den sind die ange­hen­den Reli­gi­ons­leh­re­rin­nen sowie Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Moni­ka Schüll­ner und Pas­to­ral­re­fe­rent Georg Bruck­mai­er berech­tigt, katho­li­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt zu ertei­len, und zwar unbe­fris­tet. Dass die­ser Dienst gera­de in der heu­ti­gen Zeit ein unver­zicht­ba­rer und zum Wohl von Kin­dern und Jugend­li­chen ein sehr wert­vol­ler ist, stell­te Schul­amts­di­rek­to­rin i. K. Anja Wag­ner-Hölzl, Lei­te­rin der Abtei­lung Schu­len und Hoch­schu­le im Bis­tum Pas­sau, bei ihrem Gruß­wort her­aus. Reli­gi­ons­un­ter­richt sei weit mehr als die Ver­mitt­lung von Wis­sen. Er eröff­ne viel­mehr Räu­me für die gro­ßen und exis­ten­zi­el­len Fra­gen des Lebens. Gera­de heu­te bräuch­ten Kin­der und Jugend­li­che einen geschütz­ten Raum, eine Cloud des Glau­bens“, wie sie es for­mu­lier­te. Eine sol­che Cloud des Glau­bens‘ lebt nicht von Algo­rith­men, son­dern von Reli­gi­ons­lehr­kräf­ten, die ihren Unter­richt mit fach­li­cher Kom­pe­tenz und per­sön­li­cher Glau­bens­über­zeu­gung gestal­ten. Sie beglei­ten und prä­gen jun­ge Men­schen und ermu­ti­gen sie, den Glau­ben als eine trag­fä­hi­ge Quel­le für ihr Leben zu entdecken.“

Bischof Ste­fan Oster wand­te sich in sei­nem Gruß­wort mit gro­ßer Freu­de an die Mit­fei­ern­den und beson­ders an die Mis­sio-Kan­di­da­tin­nen und den ‑Kan­di­da­ten. Es ist ein ech­tes Pri­vi­leg für mich, jedes Jahr die Mis­sio Cano­ni­ca ver­lei­hen zu dür­fen, heu­er in einer der schöns­ten Mari­en­kir­chen in unse­rem Bis­tum.“ Er hof­fe, dass die Aus­ge­sen­de­ten ver­ste­hen, von innen her, wofür Sie gesandt sind.“

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In sei­ner Pre­digt bezog er sich auf das zum Fest­tag äußerst pas­sen­de Mat­thä­us­evan­ge­li­um mit Bot­schaft Jesu an sei­ne Jün­ger: Ich sen­de euch wie Scha­fe unter die Wöl­fe“. Bei­des gäbe es wohl auch im eige­nen Her­zen, so der Bischof. Den Wolf in mir, der sich womög­lich aggres­siv wehrt gegen Fremd­be­stim­mung, gegen­über dem, der in mei­nem Her­zen eigent­lich der Herr sein will. Und den, der sich womög­lich wie ein Schaf da hin­ein­fügt und sagt: Herr, ich will, was auch kom­men mag, dir die­nen.“ Vor die­sem Hin­ter­grund stell­te er die Fra­ge, was Reli­gi­ons­un­ter­richt heu­te sein kann. Reli­gi­ons­un­ter­richt sei einer­seits Kate­che­se – Glau­bens­un­ter­wei­sung“ – und ande­rer­seits Wis­sens­ver­mitt­lung. Um das zu ver­an­schau­li­chen, lud er zu einem klei­nen Gedan­ken­ex­pe­ri­ment ein. Die ange­hen­den Lehr­kräf­te soll­ten sich vor­stel­len, sie wür­den das gro­ße Tech-Unter­neh­men Ama­zon im Unter­richt the­ma­ti­sie­ren. Trotz kri­ti­scher Stim­men eini­ger Schü­le­rin­nen und Schü­ler gäbe es wohl vie­le, die Gutes in Ama­zon sehen wür­den. Viel­leicht sei die Lehr­kraft selbst so ver­bun­den mit dem Unter­neh­men, um sagen zu kön­nen, der Grün­der woll­te der Welt etwas Gutes tun“, so der Bischof.

Die­ses Bei­spiel las­se sich auch auf den Reli­gi­ons­un­ter­richt mit dem Unter­richts­the­ma Kir­che über­tra­gen. Auch hier gäbe es wohl – auch durch­aus berech­tig­te – kri­ti­sche Stim­men. Wenn aber die Lehr­kraft ande­re Erfah­run­gen mit der Kir­che gemacht habe, viel­leicht sogar aus einer haupt- oder ehren­amt­li­chen Tätig­keit, kön­ne sie den Schü­le­rin­nen und Schü­lern auch von dem vie­len Guten erzäh­le, mein­te der Bischof. Er ging sogar noch einen Schritt wei­ter. Man kön­ne sich als Reli­gi­ons­lehr­kraft als Kind Got­tes zu erken­nen geben. Und viel­leicht kön­nen Sie sogar eine Erfah­rung damit ver­bin­den, dass Sie sagen: Stellt euch vor, ich habe in mei­nem Leben nicht nur Gutes getan. Aber ich habe eine Quel­le, aus der Ver­ge­bung fließt. Ich habe in mei­nem Leben viel nach Frei­heit gesucht und nach allem, was mich frei machen könn­te. Kon­sum. Wil­lens­frei­heit. Ich kann end­lich machen, was ich will. Und habe viel­leicht sogar am Ende mehr Abhän­gig­keit erfah­ren. Aber bei ihm durf­te ich spü­ren, was wirk­li­che Frei­heit ist.“

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Wenn das, was wir mit­ein­an­der tun und glau­ben, einen Sinn habe, läge der letz­te Sinn dar­in, Zeu­gin­nen und Zeu­gen Jesu aus­sen­den zu las­sen, so der Bischof. Ich möch­te Sie ein­la­den, die­se Bezie­hung zu pfle­gen, ihn tie­fer ver­ste­hen zu ler­nen, weil Sie etwas von sei­nem Wort in sich auf­ge­nom­men haben. Weil Sie spü­ren, dass (…) die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sich öff­nen für sei­ne Gegen­wart, für sein Wort und für Ihr Wort.“ Mit sei­ner Bot­schaft Wer euch hört, hört mich.“ sei Chris­tus in sei­ner Aus­sen­dungs­re­de so opti­mis­tisch, beton­te er. Ich möch­te Sie ein­la­den, so in die­se Bezie­hung hin­ein­zu­wach­sen, dass Men­schen spü­ren: Der oder die, wenn er oder sie von sei­nem oder ihrem Herrn spricht, kennt ihn. Erst die­se Erfah­rung macht Sie wirk­lich zu Zeu­gin­nen und Zeu­gen.“ Er schloss mit einem Dank an die Mis­sio-Kan­di­da­tin­nen und den ‑Kan­di­da­ten, sich zur Ver­fü­gung zu stel­len und erbat Got­tes Segen auf Ihrem Weg, Kin­der und jun­ge Men­schen im Glau­ben zu begleiten.“

Sie haben die Missio Canonica erhalten

  • Kirch­li­ches Semi­nar Tobi­as Bär­leh­ner, Julia Gsödl, Caro­la Wei­ner:
    Georg Bruck­mai­er (Pas­to­ral­re­fe­rent), Moni­ka Schüll­ner (Pas­to­ral­re­fe­ren­tin), Mag­da­le­na Kulaga
  • Semi­nar Rudolf Lent­ner:
    Ellen Blöchl, Ele­na Murer-Schon, Lena Ranzinger
  • Semi­nar Cor­du­la Blüml:
    Celi­na Engl, Andrea Gra­ber, Sina Ort­mei­er, Rebec­ca Paul, Ali­na Schä­fer, Ber­na­dette Sim­mel­bau­er, Lee Tan­zer, Sophia Zwickl
  • Semi­nar Dag­mar Cuf­fa­ri:
    San­dra Fried­rich, Lisa Gei­ger, Lau­ra Gott­wald, Lena Nie­der­mei­er, Celi­na Schön­ber­ger, Andrea Stub­hahn, Anna Wolf
  • Semi­nar Dr. Manu­el Stingl­ham­mer:
    Eva Alt­manns­ber­ger, Rahel Brand­hu­ber, Cor­ne­lia Ebner, Anna Knödlseder
  • Semi­nar Sabi­ne Resch:
    Lau­ra Got­tin­ger, Fran­zis­ka Hanauer

Verabschiedung und Dank

Nach der Ver­lei­hung der Mis­sio Cano­ni­ca wur­den drei Semi­nar­rek­to­rin­nen fei­er­lich ver­ab­schie­det. Dag­mar Cuf­fa­ri, Caro­la Wei­ner und Sabi­ne Resch galt der Dank von Anja Wag­ner-Hölzl und Rudolf Lent­ner, Schul­rat i. K. und Lei­ter des reli­gi­ons­päd­ago­gi­schen Semi­nars, für ihr jah­re­lan­ges Enga­ge­ment für die Aus­bil­dung von Reli­gi­ons­lehr­kräf­ten. Als klei­nes Dan­ke­schön erhiel­ten sie eine Sonnenblume.

Beim Fest­akt mit dabei waren Pfar­rer Wolf­gang de Jong, Ralf Rai­ner, lei­ten­der Regie­rungs­schul­di­rek­tor der Regie­rung von Nie­der­bay­ern, Schul­amts­di­rek­tor Klaus Ster­ner, fach­li­cher Lei­ter des Schul­amts Pas­sau Land und Stadt, Schul­amts­di­rek­to­rin Ulri­ke Misdzi­ol, fach­li­che Lei­te­rin des staat­li­chen Schul­amts Rot­tal-Inn, Schul­lei­te­rin­nen und Schul­lei­ter der Mis­sio-Kan­di­da­tin­nen und ‑Kan­di­da­ten sowie etli­che Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter des Schul- und Per­so­nal­re­fe­rats des Bis­tums Pas­sau. Musi­ka­lisch fest­lich umrahmt wur­de die Fei­er von Chor und Instru­men­ta­lis­ten des Maris­ten­gym­na­si­ums Fürs­ten­zell. Die Orches­ter­lei­tung hat­te Lina vom Berg, die musi­ka­li­sche Lei­tung Bernd-Micha­el Tack inne. An der Orgel spiel­te Dr. Roland Feucht. Ein gro­ßer Dank erging an sie und alle, die den Got­tes­dienst mit­ge­fei­ert und mit­ge­stal­tet haben, von Pas­to­ral­re­fe­rent Georg Bruck­mai­er und Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Moni­ka Schüll­ner, stell­ver­tre­tend für alle Aus­ge­sen­de­ten. Dan­ke auch unse­ren Fami­li­en und Freun­den für die Unter­stüt­zung“, mein­te Bruck­mai­er. Und Schüll­ner ergänz­te: Zum Schluss dan­ken wir dir, Jesus. Dass du immer wie­der unse­re Zie­le und Plä­ne durch­kreuzt und uns dazu beauf­tragst, Zeug­nis zu geben von dei­ner Botschaft.“

Weitere Informationen zur Missio Canonica

Missio canonica

Die Missio Canonica ist die unbefristete kirchliche Bevollmächtigung zur Erteilung von katholischem Religionsunterricht. Das Kirchenrecht weist jedem Diözesanbischof die Verantwortung für die religiöse Unterweisung auf seinem Hoheitsgebiet zu. Mit der Erteilung der Missio Canonica entspricht der Bischof dieser Verantwortung, indem er geeigneten Personen eine Lehrerlaubnis überträgt.

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