Bistum

Mit 17 Chef im Pfarrgemeinderat

Redaktion am 07.04.2026

Info Icon Foto: Tine Limmer

Wie allerorts wurde auch in Hart an der Alz Anfang März der Pfarrgemeinderat gewählt. Dabei hat der der 17-jährige Lukas Brunnhuber die meisten Stimmen erhalten.

Von 1173 Wahl­be­rech­tig­ten ab 14 Jah­ren haben 83 Per­so­nen ihre Stim­me abge­ge­ben. Davon erhielt Lukas Brunn­hu­ber 77. Er ist damit einer von vier Neu­en im sie­ben­köp­fi­gen Team. Und nicht nur das: Das Gre­mi­um hat ihn zu sei­nem Vor­sit­zen­den gewählt. Damit dürf­te er der jüngs­te Pfarr­ge­mein­de­rats­vor­sit­zen­de sein, so Tho­mas Huber, Abtei­lungs­lei­tung Räte und Ver­bän­de im Bis­tum Pas­sau. Doch noch sind nicht alle kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zun­gen abge­hal­ten und die End­ergeb­nis­se gemel­det. Mein Bauch­ge­fühl sagt mir, dass Lukas der Jüngs­te sein wird“, so Huber.

Mit sei­nen 17 Jah­ren ist Lukas Brunn­hu­ber gera­de in der Aus­bil­dung zum Hotel­fach­mann im nahe gele­ge­nen Burg­hau­sen. Ich bin im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr und es macht gro­ßen Spaß“, so der jun­ge Har­ter, der eigent­lich Ver­an­stal­tungs­ma­na­ger ler­nen woll­te. Aber das lern‘ ich in mei­ner Aus­bil­dung auch ein biss­chen. Und wer weiß, was noch kommt.“

Neben Schu­le und Arbeit ist sein Haupt­auf­ent­halts­ort gera­de die Kir­che, denn es ist Oster­zeit. Für ihn die wich­tigs­te im Jahr. Am ver­gan­ge­nen Palm­sonn­tag war er in der Sakris­tei anzu­tref­fen. Einen beson­de­ren Dienst hat­te er nicht. Ich wuse­le ein biss­chen hier und ein biss­chen dort“, lacht er. Den Klei­ne­ren gibt er Anwei­sun­gen, was sie tun müs­sen. Auf Augen­hö­he, ohne den erho­be­nen Fin­ger, son­dern eine lie­be­vol­le Anlei­tung mit viel Lob im Nach­gang. Sind alle instru­iert, spricht er mit Pfarr­vi­kar Geor­ge Mam­pal­ly noch letz­te Ein­zel­hei­ten durch – doch alles ist palet­ti, der Palm­sonn­tag konn­te wie immer star­ten. So hat er elf Minis­tran­ten unter sei­nen Fit­ti­chen. Vier bis fünf sind bei den Got­tes­diens­ten immer im Dienst.“

Dass sich Lukas Brunn­hu­ber kirch­lich enga­giert, kommt nicht von unge­fähr. Er ist kirch­lich und katho­lisch auf­ge­wach­sen. Vom Eltern­haus aus hat er den Kirch­turm fest im Blick und fast täg­lich stat­tet er dem Kir­chen­bau oder dem Pfarr­heim einen Besuch ab. 

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Vor allem jetzt in den Oster­ta­gen ist er nicht nur ein­mal täg­lich dort zu fin­den, son­dern mehr­fach, wenn er nicht gera­de am Schlag­zeug oder auf dem Moped sitzt.

Mit der Erst­kom­mu­ni­on star­te­te sei­ne kirch­li­che Lauf­bahn. Mei­ne gro­ße Schwes­ter, Nach­bars­kin­der und Freun­de sind Minis­tran­ten und das woll­te ich auch machen. Es ist eine gute Gele­gen­heit mit Gleich­alt­ri­gen etwas zu unter­neh­men. Ande­re Jugend­grup­pen, wie die Land­ju­gend oder die Kol­ping­ju­gend gibt es hier nicht“, erklärt er.

Es sei die Gemein­schaft, die ihn auch nach fast zehn Jah­ren noch fes­selt und ihm Freu­de berei­tet. Beson­ders die Coro­na­zeit war beson­ders für ihn. Vie­le Minis­tran­ten haben auf­ge­hört und fast hät­te sich die gan­ze Grup­pe auf­ge­löst. Doch wir konn­ten das Ruder noch­mals her­um­rei­ßen. Wir haben Neu­es ange­fan­gen und die­se Aktio­nen aus­ge­baut. Wir haben in der Advents­zeit mit einem klei­nen Tisch begon­nen, auf dem wir Kin­der­punsch nach dem Got­tes­dienst aus­ge­schenkt haben. Jetzt, vier Jah­re spä­ter, konn­ten wir einen Advents­markt mit elf Stän­den anbie­ten“, berich­tet er stolz. Doch das ist nicht alles, was die Minis­tran­ten­grup­pe mit ihm und sei­nen Freun­den Kili­an Nie­der­stei­ner und Lud­wig Zie­gl­gäns­ber­ger als Ober­mi­nis­tran­ten auf­ge­zo­gen haben. Ein Public-Vie­w­ing zur Fuß­ball­eu­ro­pa- und ‑welt­meis­ter­schaft, der Minis­tran­ten­tag für den Pfarr­ver­band in Hart, sowie die Fron­leich­nams­al­tä­re und der Ern­te­dank­al­tar, die von ihnen auf­ge­baut wer­den, kann er sich auf die Fah­ne schrei­ben. In die­sem Jahr baut er am Grün­don­ners­tag zusam­men mit Kili­an das Hei­li­ge Grab im Altar­raum zum zwei­ten Mal wie­der auf.

Dass er nun auf der Lis­te der Pfarr­ge­mein­de­rats­kan­di­da­ten gestan­den hat, ist sei­ner Mut­ter zu ver­dan­ken, die nun mäch­tig stolz auf ihren Sohn ist. Was man im Pfarr­ge­mein­de­rat macht? Fes­te orga­ni­sie­ren und Jugend­ar­beit, hab ich mir vor­ge­stellt“, gibt er zu. Dass er gewählt wird, damit hat er schon gerech­net, und dass er die meis­ten Stim­men erhal­ten hat, wer­tet er als Aner­ken­nung für sei­ne Arbeit der letz­ten Jah­re. Sich selbst habe er bei der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung nicht vor­ge­schla­gen. Doch hat mich das Gre­mi­um ermu­tigt, das Wahl­er­geb­nis anzu­er­ken­nen und mich der Her­aus­for­de­rung zu stel­len“, freut sich Brunnhuber.

Dass es im letz­ten Jahr 21 Kir­chen­aus­trit­te allein in Hart gege­ben hat und im Pfarr­ver­band Feich­ten 45, stimmt ihn bedenk­lich. Die Skan­da­le in der Kir­che, auch in der nächs­ten Umge­bung, hat vie­le abge­schreckt. Doch ich möch­te ein Teil der Kir­che sein und blei­ben. Man muss von sei­nem Glau­ben über­zeugt sein – nicht unbe­dingt von der Kir­che oder von einer Per­son. Ich sehe die Kir­chen­ge­bäu­de als offe­nen oft auch lus­ti­gen Raum, in dem man viel ler­nen und über sich erfah­ren kann, wenn man es zulässt“, ist er über­zeugt. Es ist die Gemein­schaft, die trägt und Halt gibt.

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Wie man die­se Gemein­schaft leben kann, durf­te Lukas Brunn­hu­ber vor zwei Jah­ren in Rom bei der Minis­tran­ten­wall­fahrt nach Rom erle­ben. Es hat dort funk­tio­niert: Die Gemein­schaft unter uns Minis­tran­ten vor Ort und im Pfarr­ver­band wur­de gestärkt. Ich habe unter den vie­len tau­send Minis­tran­ten auch eini­ge ken­nen­ge­lernt und mit ihnen gespro­chen. Vie­les ist gleich, man­ches ist anders. Es waren aber immer jun­ge Leu­te, die genau­so den­ken wie ich selbst und das Erleb­nis der Papst­au­di­enz war gran­di­os,“ schwärmt er.

Die­ses Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl will er auch für die Pfar­rei Hart haben. Ich mag das gegen­sei­ti­ge Ankei­fen und die Unei­nig­kei­ten nicht“, gibt er zu. Für ihn ist es wich­tig, dass alle gut zusam­men­ar­bei­ten. Nicht für die Kir­che, son­dern für die Gemein­schaft, für die Pfarr­ge­mein­de, für die Leu­te von hier“. Dafür will er auch wie­der Jung und Alt, die Ver­ei­ne, die Mut­ter­kind­grup­pe und die Schu­le gewin­nen, so sei­ne Zie­le, auch wenn er weiß, dass es in der Arbei­ter­sied­lung eine schwe­re Auf­ga­be ist. Jun­ge Leu­te muss man bei der Hand neh­men. Wir zei­gen den Erst­kom­mu­ni­on­kin­dern den Kirch­turm und las­sen sie hin­ter die Kir­chen­ku­lis­sen bli­cken“, erzählt er. Auch nach der Erst­kom­mu­ni­on bis hin zur Fir­mung und dar­über hin­aus muss man der Jugend etwas bie­ten. Ihm schwebt unter ande­rem ein Frei­luft­got­tes­dienst auf der Dorf­wie­se vor.

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Den jun­gen Mann mit Ambi­tio­nen lern­te Pfar­rer Micha­el Wit­ti bei des­sen Erst­kom­mu­ni­on ken­nen und konn­te durch die Jah­re beob­ach­ten, wie er das Amt des Minis­tran­ten ange­packt hat. Es war schon groß­ar­tig, wie er dann spä­ter die Grup­pen­lei­ter­kur­se gemacht hat und ein her­vor­ra­gen­der Ober­mi­nis­trant gewor­den ist“, so Wit­ti, der genau beob­ach­tet hat, wel­ches Gespür sein Ober­mi­nis­trant für die Men­schen und gleich­zei­tig auch für die Bot­schaft Jesu an den Tag gelegt hat. Immer wie­der war er maß­geb­lich an den tol­len Aktio­nen in den letz­ten Jah­ren betei­ligt“, so Wit­ti, dem es in beson­de­rer Erin­ne­rung geblie­ben ist, wie im letz­ten Jahr zum ers­ten Mal das Hei­li­ge Grab auf­ge­baut wur­de und die Men­schen quer durch die Gene­ra­tio­nen am Kar­frei­tag in die Kir­che kamen. Selbst nach sei­ner Wahl zum Vor­sit­zen­den hat er mit viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl gezeigt, wie wich­tig das gute Mit­ein­an­der der Gene­ra­tio­nen, aber auch das Ein­bin­den ande­rer Grup­pen und Ver­ei­ne für ihn ist. Er ist ein Team­play­er mit Füh­rungs­qua­li­tä­ten, so, wie er es in der Jugend­ar­beit gelernt hat. Ich bin sehr stolz auf ihn“, so Witti.

Ein Hei­li­ger ist Lukas Brunn­hu­ber nicht. Er chillt und hängt mit Freun­den ab. Schon jetzt freut er sich auf die Burg­hau­ser Mai­wie­se und auf das, was man mit Freun­den eben macht. Doch gibt er allen mit: Wer ein Pro­blem mit der Kir­che hat, dann redet nicht lan­ge oder meckert — kommt und macht euch selbst ein Bild von uns.“

Text und Bild: Tine Limmer

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