Soziales

Netzwerktreffen zu Caritas und Diakonie

Redaktion am 30.03.2026

Info Icon Foto: can/mr
v. l.: PD Dr. Simon Hofstetter, Prof. Dr. Björn Görder, Prof. Dr. Michael Wittland, Prof. Dr. Bernhard Bleyer, Prof. Dr. Christian Oelschlägel, Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa, Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch, Diakon Damian Ostermann, Prof. Dr. Anika Albert.

Vom 19. bis 21. März kamen Vertreterinnen und Vertreter des WissenschaftsNetzwerks Caritas und des Netzwerks Diakoniewissenschaft aus Deutschland und dem europäischen Ausland zu einem Treffen in Bielefeld zusammen. Im Mittelpunkt stand die Leitfrage „Wer sind wir eigentlich?“ – und damit das Selbstverständnis der Disziplinen zwischen wissenschaftlicher Reflexion und konkreter Praxis.

Zum Auf­takt beton­ten Prof. Dr. Anika Albert (Uni­ver­si­tät Bie­le­feld), Prof. Dr. Bern­hard Bley­er (Uni­ver­si­tät Pas­sau) und Prof. Dr. Björn Gör­der (EH Lud­wigs­burg) die Not­wen­dig­keit einer kla­ren Stand­ort­be­stim­mung. Die wis­sen­schaft­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit Cari­tas und Dia­ko­nie bewegt sich im Span­nungs­feld zwi­schen theo­lo­gi­scher Refle­xi­on, sozi­al- wie gesund­heits­wis­sen­schaft­li­cher For­schung und prak­ti­scher Anwen­dung – genau dar­in liegt die beson­de­re Stärke.

Auch die ver­band­li­che Per­spek­ti­ve war pro­mi­nent ver­tre­ten: Eva Maria Wel­skop-Def­faa, Prä­si­den­tin des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des, und Rüdi­ger Schuch, Prä­si­dent der Dia­ko­nie Deutsch­land, for­mu­lier­ten Erwar­tun­gen an die Wis­sen­schaft. Trag­fä­hi­ge Ant­wor­ten auf gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen ent­ste­hen, so der Tenor, nur im engen Zusam­men­spiel von For­schung und Praxis.

Der inter­na­tio­na­le Cha­rak­ter des Tref­fens präg­te die Dis­kus­sio­nen. Bei­trä­ge aus Öster­reich (Dr. Rai­nald Tip­pow, Cari­tas der Erz­diö­ze­se Wien), aus Nor­we­gen (Prof. Dr. Annet­te Leis-Peters, VID Spe­cia­li­zed Uni­ver­si­ty Oslo) sowie Gäs­te aus dem Ver­ei­nig­ten König­reich erwei­ter­ten den Blick über den deutsch­spra­chi­gen Raum hin­aus. Per­spek­ti­ven aus der Schweiz und ein genaue­rer Blick nach Skan­di­na­vi­en zeig­ten die Viel­falt dia­ko­ni­scher und cari­ta­ti­ver Ansät­ze in Euro­pa – eben­so wie gemein­sa­me Her­aus­for­de­run­gen. Ergänzt wur­de die­se euro­päi­sche Per­spek­ti­ve durch glo­ba­le Impul­se: Prof. Dr. Den­nis Solon (Uni­ver­si­tät Bie­le­feld, Phil­ip­pi­nen) und Dr. Tio­ria Sihom­bing (Indo­ne­si­en) gestal­te­ten gemein­sam einen Work­shop und erwei­ter­ten den Blick auf inter­na­tio­na­le Ent­wick­lun­gen und Her­aus­for­de­run­gen dia­ko­ni­scher Arbeit.

In wei­te­ren Work­shops wur­den zen­tra­le Fra­ge­stel­lun­gen ver­tieft: das Ver­hält­nis von Theo­lo­gie und Sozia­ler Arbeit, empi­ri­sche Zugän­ge in der Dia­ko­nie­wis­sen­schaft sowie inter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ven. Bei­trä­ge von Prof. Dr. Regi­na Fritz (Evan­ge­li­sche Hoch­schu­le Nürn­berg), Prof. Dr. Klaus Bau­mann (Uni­ver­si­tät Frei­burg), Prof. Dr. Andrea Taf­fer­ner (Katho­li­sche Hoch­schu­le NRW) und Dr. Megan Arndt (Uni­ver­si­tät Hei­del­berg) unter­stri­chen die fach­li­che Breite.

Das gemein­sa­me Abend­essen bot Raum für inhalt­li­che Impul­se: Kurz­vor­trä­ge von Prof. Dr. Andre­as Lob-Hüde­pohl (Katho­li­sche Hoch­schu­le für Sozi­al­we­sen Ber­lin) sowie Prof. Dr. Chris­ti­an Oel­schlä­gel und Prof. Dr. Micha­el Witt­land (IDWM, Uni­ver­si­tät Bie­le­feld) grif­fen zen­tra­le Fra­gen der Tagung auf und führ­ten die Dis­kus­sio­nen in infor­mel­ler Atmo­sphä­re weiter.

Einen beson­de­ren Akzent setz­te Bischö­fin Prof. Dr. Bea­te Hof­mann (Evan­ge­li­sche Kir­che von Kur­hes­sen-Wal­deck), indem sie die Ver­bin­dung von Wis­sen­schaft und kirch­li­cher Pra­xis auf­zeig­te. Sie frag­te nach den Impul­sen, die die Kir­che heu­te aus der wis­sen­schaft­li­chen Beschäf­ti­gung mit Cari­tas und Dia­ko­nie benö­tigt – und unter­strich deren Bedeu­tung für die Wei­ter­ent­wick­lung kirch­li­cher, sozia­ler und gesund­heits­be­zo­ge­ner Arbeit.

Pra­xis­nah wur­de es bei Ein­bli­cken in Ein­rich­tun­gen von Bethel: ange­fan­gen bei der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe über die psych­ia­tri­sche Ver­sor­gung bis hin zu his­to­ri­schen Samm­lun­gen. Hier zeig­te sich kon­kret, wie wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se vor Ort wirk­sam werden.

Das Netz­werktref­fen mach­te deut­lich: die wis­sen­schaft­li­chen Krei­se zu Cari­tas und Dia­ko­nie sind längst euro­pä­isch ver­netzt. Ihre Stär­ke liegt im Zusam­men­spiel von For­schung, Pra­xis und inter­na­tio­na­lem Aus­tausch – und genau dar­in liegt ihre Zukunft. 

Text: ex

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