Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Für viele Kinder gehört das sehnsüchtige Warten auf den 6. Dezember fest zur Adventszeit. Dann steht der heilige Bischof Nikolaus im Mittelpunkt – jener Mann, der für seinen Einsatz für Menschen in Not verehrt wird. Eine Person, die diese christliche Tradition seit über vier Jahrzehnten lebendig hält, ist Thomas Weggartner. Im Radiostudio sprach er mit Redakteur Wolfgang Bayer über seine besondere Aufgabe.
Thomas Weggartner berichtete, dass er bereits mit achtzehn Jahren erstmals als Nikolaus im bischöflichen Knabenseminar Burghausen unterwegs war. „Seit damals hat mich dieser Dienst nicht mehr losgelassen“ und deshalb besuche er – in verschiedenen Pfarreien und seit vielen Jahren in seiner Heimatpfarrei – unzählige Familien. Besonders wichtig sei ihm dabei, „als echter Bischof Nikolaus und nicht als Weihnachtsmann aufzutreten“. Seine Hauptmotivation sei es, die Botschaft des heiligen Mannes zu den Menschen zu bringen: Wärme, Ermutigung und Wertschätzung.
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„Nikolo, bum, bum, der Nikolo geht um! Drauß’n is so huscherlkalt, der Nikolo, der kimmt scho bald, und kehrt bei uns g’wiß ei’, drum müaß’ ma recht brav sei’!”
Im Gespräch erklärte Thomas Weggartner, dass sich der Nikolausbesuch in Familien über die Jahre stark verändert habe. Früher sei er mitunter „eine Neben-Attraktion“ gewesen. Heute dagegen würden Familien den Besuch viel bewusster gestalten: Man singe miteinander, lade Großeltern ein und nehme sich Zeit. Auch in Kindergärten und Schulen erlebe er neue Formen – etwa Begegnungen im Wald, die sich in jüngerer Zeit großer Beliebtheit erfreuten.
Thomas Weggartner erzählte zudem von berührenden Momenten seiner langen Tätigkeit. Eine besonders eindrucksvolle Erinnerung sei der Besuch bei einem kleinen Jungen gewesen, dessen Vater verstorben war. „Die richtigen Worte zu finden, damit ein Kind wieder Kind sein darf, ist eine große Herausforderung“, sagte er. Gleichzeitig gebe es immer wieder humorvolle Begegnungen – etwa wenn Kinder den Nikolaus mit schlagfertigen Kommentaren überraschen.

