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Wer im Winter wohnungslos ist, hat es besonders schwer. Seit 1980 gibt es in Passau eine Herberge, die von der Caritas betrieben wird. Seit 2017 befindet sie sich im Konradinum in der Stadtmitte von Passau. Ein Zufluchtsort für Obdachlose, um den eisigen Nächten zu entfliehen.
Der Winter hat uns weiter fest im Griff. Gerade nachts gab es immer wieder teils klirrende Kälte mit Werten im zweistelligen Minusbereich. Für Menschen ohne ein Dach über dem Kopf ist das eine extreme Herausforderung. Eine Anlaufstelle ist die Obdachlosenhilfe des Caritasverbandes für Stadt und Landkreis Passau, die hier auch eine Herberge anbieten. Tanja Ohrhallinger, zuständig unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit, war in diesen Tagen immer wieder vor Ort in der Herberge: „Also ich habe es letzte Woche schon gemerkt, als es eben diese Minusgrade gegeben hat, dass die Betten alle belegt waren. Wir wissen schon, dass sich die Leute organisieren und vorbereiten auf den Winter. Aber die Nachfrage ist auf jeden Fall immer groß im Haus.“
Die Herberge der Caritas verfügt über 10 Schlafplätze. 6 für Männer und 4 für Frauen. Darüber hinaus gibt es Notschlafplätze z.B. zusätzliche Couchen in den Schlafräumen. „Und wenn wirklich einmal kein Platz mehr da ist, dann haben wir einfach die Möglichkeit, dass wir Isomatten, Decken und Schlafsäcke ausgeben und zur Not Platz am Gang schaffen können,“ erklärt Tanja Orhallinger und verweist darauf, dass bislang noch niemand abgewiesen wurde.
Im Interview: Tanja Ohrhallinger vom Caritasverband für Stadt und Landkreis Passau
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Es werden in der Herberge sogenannte Kurzschlafstellen angeboten, es ist also keine Herberge auf Dauer. Die Gäste können 7 Nächte pro Monat in der Herberge schlafen, oder auch 5 Nächste am Stück. „Es soll halt nur eine kurz- oder mittelfristige Lösung sein, wir haben schon das Motto: Hilfe zur Selbsthilfe. Wir haben dann eben in der Wohnungslosenhilfe die Möglichkeit, mit Fachpersonal zusammen mit den Personen zu arbeiten, z.B. auch einmal zu eruieren, warum ist man obdachlos geworden?“, erklärt Tanja Ohrhallinger. „Was uns wichtig ist, dass wir nicht suggerieren, dass das hier eine Rundumbetreuung ist, sondern wir sind da, wenn Hilfe nötig ist. Aber wir zwingen auch niemanden, die Leute müssen schon selber auch erkennen, dass sie möglicherweise Hilfe benötigen“.
Die Herberge der Caritas verfügt darüber hinaus über Waschmöglichkeiten und Platz um Wäsche zu trocknen und natürlich auch entsprechende Duschräume. „Wir haben da immer wieder mal das Glück, dass wir Spenden bekommen. Also gibt es auch Decken, Schlafsäcke oder auch Socken, Unterwäsche, warme Jacken. Die Sachen können wir bei uns gut lagern. Und wenn uns dann die Leute wieder verlassen, geben wir, je nach Bedarf, die Sachen weiter“, sagt Tanja Ohrhallinger.
Obdachlosigkeit beenden sei ein schwieriges Thema. Da müsse der Impuls von dem Betroffenen selbst kommen, so Ohrhallinger. Aber es gibt immer wieder motivierende Beispiele. „Da hatten wir eine Dame, die war zwei Monate bei uns in der Betreuung im Bereich Obdachlosenhilfe. Die hat bei uns auch einige Tage in der Herberge übernachtet. Die hat aber dann wieder einen Job gefunden und hat sich dann dementsprechend auch wieder eine Wohnung leisten können. Also es gibt auch diese Beispiele, wo man sieht, das hat sich gelohnt und schön, dass die Person es aus eigenem Antrieb wieder herausgeschafft hat. Und uns zeigt es, dass es wertvoll ist, die Energie und Zeit hier reinzustecken“, freut sich Tanja Orhallinger über ihren Job.


