Bistum

Obdachlos im Winter – Zuflucht Caritas-Herberge

Redaktion am 16.01.2026

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Wer im Winter wohnungslos ist, hat es besonders schwer. Seit 1980 gibt es in Passau eine Herberge, die von der Caritas betrieben wird. Seit 2017 befindet sie sich im Konradinum in der Stadtmitte von Passau. Ein Zufluchtsort für Obdachlose, um den eisigen Nächten zu entfliehen.

Der Win­ter hat uns wei­ter fest im Griff. Gera­de nachts gab es immer wie­der teils klir­ren­de Käl­te mit Wer­ten im zwei­stel­li­gen Minus­be­reich. Für Men­schen ohne ein Dach über dem Kopf ist das eine extre­me Her­aus­for­de­rung. Eine Anlauf­stel­le ist die Obdach­lo­sen­hil­fe des Cari­tas­ver­ban­des für Stadt und Land­kreis Pas­sau, die hier auch eine Her­ber­ge anbie­ten. Tan­ja Ohr­hal­lin­ger, zustän­dig unter ande­rem für die Öffent­lich­keits­ar­beit, war in die­sen Tagen immer wie­der vor Ort in der Her­ber­ge: Also ich habe es letz­te Woche schon gemerkt, als es eben die­se Minus­gra­de gege­ben hat, dass die Bet­ten alle belegt waren. Wir wis­sen schon, dass sich die Leu­te orga­ni­sie­ren und vor­be­rei­ten auf den Win­ter. Aber die Nach­fra­ge ist auf jeden Fall immer groß im Haus.“ 

Die Her­ber­ge der Cari­tas ver­fügt über 10 Schlaf­plät­ze. 6 für Män­ner und 4 für Frau­en. Dar­über hin­aus gibt es Not­schlaf­plät­ze z.B. zusätz­li­che Couch­en in den Schlaf­räu­men. Und wenn wirk­lich ein­mal kein Platz mehr da ist, dann haben wir ein­fach die Mög­lich­keit, dass wir Iso­mat­ten, Decken und Schlaf­sä­cke aus­ge­ben und zur Not Platz am Gang schaf­fen kön­nen,“ erklärt Tan­ja Orhal­lin­ger und ver­weist dar­auf, dass bis­lang noch nie­mand abge­wie­sen wurde.

Im Interview: Tanja Ohrhallinger vom Caritasverband für Stadt und Landkreis Passau

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Es wer­den in der Her­ber­ge soge­nann­te Kurz­schlaf­stel­len ange­bo­ten, es ist also kei­ne Her­ber­ge auf Dau­er. Die Gäs­te kön­nen 7 Näch­te pro Monat in der Her­ber­ge schla­fen, oder auch 5 Nächs­te am Stück. Es soll halt nur eine kurz- oder mit­tel­fris­ti­ge Lösung sein, wir haben schon das Mot­to: Hil­fe zur Selbst­hil­fe. Wir haben dann eben in der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe die Mög­lich­keit, mit Fach­per­so­nal zusam­men mit den Per­so­nen zu arbei­ten, z.B. auch ein­mal zu eru­ie­ren, war­um ist man obdach­los gewor­den?“, erklärt Tan­ja Ohr­hal­lin­ger. Was uns wich­tig ist, dass wir nicht sug­ge­rie­ren, dass das hier eine Rund­um­be­treu­ung ist, son­dern wir sind da, wenn Hil­fe nötig ist. Aber wir zwin­gen auch nie­man­den, die Leu­te müs­sen schon sel­ber auch erken­nen, dass sie mög­li­cher­wei­se Hil­fe benö­ti­gen“.

Die Her­ber­ge der Cari­tas ver­fügt dar­über hin­aus über Wasch­mög­lich­kei­ten und Platz um Wäsche zu trock­nen und natür­lich auch ent­spre­chen­de Dusch­räu­me. Wir haben da immer wie­der mal das Glück, dass wir Spen­den bekom­men. Also gibt es auch Decken, Schlaf­sä­cke oder auch Socken, Unter­wä­sche, war­me Jacken. Die Sachen kön­nen wir bei uns gut lagern. Und wenn uns dann die Leu­te wie­der ver­las­sen, geben wir, je nach Bedarf, die Sachen wei­ter“, sagt Tan­ja Ohrhallinger. 

Obdach­lo­sig­keit been­den sei ein schwie­ri­ges The­ma. Da müs­se der Impuls von dem Betrof­fe­nen selbst kom­men, so Ohr­hal­lin­ger. Aber es gibt immer wie­der moti­vie­ren­de Bei­spie­le. Da hat­ten wir eine Dame, die war zwei Mona­te bei uns in der Betreu­ung im Bereich Obdach­lo­sen­hil­fe. Die hat bei uns auch eini­ge Tage in der Her­ber­ge über­nach­tet. Die hat aber dann wie­der einen Job gefun­den und hat sich dann dem­entspre­chend auch wie­der eine Woh­nung leis­ten kön­nen. Also es gibt auch die­se Bei­spie­le, wo man sieht, das hat sich gelohnt und schön, dass die Per­son es aus eige­nem Antrieb wie­der her­aus­ge­schafft hat. Und uns zeigt es, dass es wert­voll ist, die Ener­gie und Zeit hier rein­zu­ste­cken“, freut sich Tan­ja Orhal­lin­ger über ihren Job.

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