Bild: Wolfgang Bayer / pbp
Krippe aus der Partnerstadt Cagnes-sur-Mer eröffnet den Passauer Krippenweg. Seltene provenzalische Tonfiguren sind in der Adventszeit im Schaufenster des Domladens zu sehen.
Der Passauer Krippenweg ist eröffnet – und startet heuer mit einem besonderen Schatz: Im Schaufenster des Domladens ist eine provenzalische Krippe aus der französischen Partnerstadt Cagnes-sur-Mer zu bestaunen. Sie bildet die erste von 26 Krippen, die entlang der Schaufensterroute durch Alt- und Innenstadt zu entdecken sind.
Bild: Armin Berger / pbp
Die rund 50 Tonfiguren, sogenannte Santons, stellen nicht nur die Heilige Familie, Hirten und Tiere dar, sondern vor allem Bürgerinnen und Bürger sowie Handwerker in traditionellen südfranzösischen Trachten. „Die Krippe zeigt das alltägliche Leben, das sich um das biblische Geschehen gruppiert – genau das ist die Absicht einer Krippe“, erklärt Dompropst Dr. Michael Bär, der sich über die Präsentation im Domladen besonders freut. Einige Figuren erinnerten sogar an neapolitanische Krippen: „Da gibt es kleine Schweinchen, Hunde, elegant gekleidete Paare, jede Figur erzählt eine eigene Geschichte.“
Ein Geschenk der Partnerstadt
Die Krippe kam bereits im Dezember 1981 nach Passau. Damals pflegten Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft und engagierte Passauer Familien, darunter die Familien Preuß und Kinateder, einen engen Austausch mit der Partnerstadt, unter anderem, indem sie Christbäume und Carepakete für bedürftige Familien nach Südfrankreich brachten.
„Die Bürger von Cagnes-sur-Mer wollten sich irgendwann revanchieren“, erinnert sich Heinz Bauer, Ehrenpräsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Passau. „Sie haben damals eine Sammelaktion des Partnerschaftskomitees gestartet und von dem Geld diese Krippe mit ihren etwa 50 Tonfiguren gekauft.“ Die Übergabe an die Pfarrei St. Paul erfolgte, unter anderem im Beisein von Bischof Antonius Hofmann und Oberbürgermeister Dr. Emil Brichta.
Foto: Archiv der Deutsch-Französischen Gesellschaft Passau / restauriert mit Adobe Firefly
Zunächst wurde die Krippe in St. Paul aufgebaut, später jedoch verschwand sie wahrscheinlich in einem Depot, bis sich Vereinsmitglied Marianne Kretschmer auf die Suche machte, so Bauer: „Sie hat sie tatsächlich wiedergefunden. Seitdem zeigten wir die Krippe regelmäßig bei unseren Nikolausfeiern.“ Nun ist sie erstmals Teil des Passauer Krippenwegs.
Der Radiobeitrag dazu zum Nachhören:
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Windmühle, Handwerker, Alltagsszenen
Eine kleine Besonderheit sticht im Schaufenster sofort ins Auge: eine Windmühle. „Windmühlen sind in Südfrankreich typisch“, erklärt Bauer. Deshalb sei sie als markantes Element Teil der Krippe geworden.
Für viele Besuchende dürfte gerade die Verbindung von biblischer Szenerie und lebendigen Alltagsszenen den besonderen Reiz ausmachen. Mit ihren kunstvoll bemalten Figuren und der liebevollen Gestaltung ist die Krippe eine der außergewöhnlichen Stationen des diesjährigen Krippenwegs.
Weitere Krippen aus aller Welt
Der Passauer Krippenweg präsentiert 26 Krippen aus verschiedensten Ländern und in unterschiedlichsten Materialien – von Holz, Glas und Keramik bis zu Wolle, Zinn oder sogar Schokolade. Die Bandbreite reicht vom traditionellen Kunsthandwerk bis zu modernen Interpretationen.



