Kirche vor Ort

Pater Martin Anand geht in seine Heimat zurück

Redaktion am 30.10.2025

Info Icon Foto: Johann Schaub

Nach mehr als viereinhalb Jahren in Deutschland zieht es Pater Martin Anand Kulanthaisamy MSFS wieder in seine indische Heimat zurück. Er wirkte zuletzt mehr als drei Jahre als Pfarrvikar in den Pfarreien Grainet, Hinterschmiding und Herzogsreut. Ende November wird er bei Gottesdiensten von den drei Pfarreien verabschiedet.

Der indi­sche Pries­ter Pater Mar­tin Anand stammt aus Tamil­na­du in Süd-Ost-Indi­en und gehört dem Orden ​„Mis­sio­na­re des Hei­li­gen Franz von Sales (MSFS)“ an. Sein Theo­lo­gie­stu­di­um absol­vier­te er in Shil­long in Nord-Ost-Indi­en und am 28. April 2014 wur­de er zum Pries­ter geweiht. Vom Pro­vin­zi­al sei­nes Ordens wur­de er damals gebe­ten, zur Aus­übung sei­nes Pries­ter­diens­tes nach Deutsch­land zu gehen. 2019 mach­te er in Indi­en eini­ge Deutsch­sprach­kur­se. Wegen der Coro­na-Pan­de­mie ver­zö­ger­te sich sei­ne Rei­se nach Deutsch­land, wo er dann am 26. März 2021 ein­ge­trof­fen ist. 

Zuerst leis­te­te er pries­ter­li­chen Dienst im Pfarr­ver­band Fürs­ten­zell und danach war er eini­ge Mona­te als Pfarr­vi­kar im Pfarr­ver­band Pfarr­kir­chen tätig. Seit Sep­tem­ber 2022, also gut drei Jah­re, wirkt er bei Pfar­rer Mat­thi­as Grill­hösl als Pfarr­vi­kar im Pfarr­ver­band Grai­net-Hin­ter­schmi­ding-Her­zogs­reut, wohnt seit­her im Hin­ter­schmi­din­ger Pfarr­hof und er mach­te auch Urlaubs- und Krank­heits­ver­tre­tun­gen im Dekanat. 

Im Gespräch teil­te Pater Mar­tin mit, dass er nach sei­ner Ankunft in Deutsch­land mit der deut­schen Spra­che noch Schwie­rig­kei­ten gehabt habe. Er habe fast ein Jahr bei einem Mit­bru­der in Fürs­ten­zell gelebt und er habe bei der VHS in Pas­sau noch­mals einen Deutsch­sprach­kurs absol­viert. Außer­dem habe er den deut­schen Füh­rer­schein gemacht. Den baye­ri­schen Dia­lekt zu ver­ste­hen, habe schon eini­ge Zeit gedau­ert. Mitt­ler­wei­le ver­ste­he er die Men­schen gut, auch wenn er die­sen Dia­lekt selbst nicht spre­chen kann.

Im Pfarr­ver­band Grai­net sei er gut auf­ge­nom­men wor­den und er habe sich hier wie zu Hau­se gefühlt. Mit den Men­schen sei er über­all, auch in den Pfar­rei­en, wo er Ver­tre­tung gemacht habe, gut zu Recht gekom­men, sie sei­en sehr lie­be­voll und wür­den viel geben. Er füh­le auch, dass die Men­schen froh sind, ihn hier­ge­habt zu haben. Die Kul­tur im Baye­ri­schen Wald gefal­le ihm gut und sei inter­es­sant, Tra­di­ti­on ste­he hier im Mit­tel­punkt und hält alles zusam­men. Er habe hier auch zum ers­tem Mal Schnee gese­hen, den er aber ger­ne mag. Sei­ne Lieb­lings­jah­res­zeit hier sei der Winter. 

Nach den Beweg­grün­den für sei­ne Rück­kehr nach Indi­en gefragt, sag­te Pater Mar­tin: ​„Ich habe das Gefühl, dass ich dort gebraucht wer­de und ich möch­te auch wie­der in der Nähe mei­ner Eltern und mei­ner Fami­lie leben.“ Dort wer­de er wie­der mit meh­re­ren Pries­tern zusam­men­le­ben und in einer Pfar­rei sei­nen Pries­ter­dienst leis­ten. Even­tu­ell wer­de er spä­ter auch, wie schon frü­her, in einer Schu­le tätig sein. 

Sei­ne Ent­schei­dung, wie­der in sei­ne indi­sche Hei­mat zurück­zu­keh­ren, habe er in den letz­ten Mona­ten getrof­fen. Wäh­rend sei­nes kürz­li­chen Urlaubs­auf­ent­halts in Indi­en habe es Gesprä­che mit dem Pro­vin­zi­al sei­nes Ordens und danach mit dem Gene­ral­vi­kar der Diö­ze­se Pas­sau Josef Ede­rer gegeben. 

Pater Mar­tin hob her­vor, dass er den Auf­ent­halt und sei­ne Auf­ga­be als Pfarr­vi­kar im Pfarr­ver­band sehr genos­sen habe. Er habe im Pfarr­ver­band, aber auch in den Pfar­rei­en, wo er den dor­ti­gen Pfar­rer ver­tre­ten hat, vie­le Leu­te ken­nen­ge­lernt und mit ihnen gespro­chen. Das sei eine wun­der­schö­ne Erfah­rung gewe­sen. ​„Ich wer­de die Orte im Pfarr­ver­band und die Men­schen in den Pfar­rei­en Grai­net, Hin­ter­schmi­ding und Her­zogs­reut sehr ver­mis­sen. Sie wer­den in mei­nem Her­zen blei­ben“, so Pater Mar­tin weh­mü­tig zum Schluss des Gesprächs. 

Wie Pfar­rer Mat­thi­as Grill­hösl mit­teil­te, wird Pater Mar­tin Anand nach sei­nem mehr als drei­jäh­ri­gen segens­rei­chem Wir­ken als Pfarr­vi­kar des Pfarr­ver­ban­des Ende Novem­ber bei Got­tes­diens­ten von den drei Pfar­rei­en ver­ab­schie­det. Die Ver­ab­schie­dun­gen fin­den statt: in Grai­net am Sonn­tag, 23. Novem­ber um 10 Uhr, in Her­zogs­reut am Sams­tag, 29. Novem­ber um 18 Uhr und in Hin­ter­schmi­ding am Sonn­tag, 30. Novem­ber um 10 Uhr. 

Text: Johann Schaub 

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