Foto: Johann Schaub
Nach mehr als viereinhalb Jahren in Deutschland zieht es Pater Martin Anand Kulanthaisamy MSFS wieder in seine indische Heimat zurück. Er wirkte zuletzt mehr als drei Jahre als Pfarrvikar in den Pfarreien Grainet, Hinterschmiding und Herzogsreut. Ende November wird er bei Gottesdiensten von den drei Pfarreien verabschiedet.
Der indische Priester Pater Martin Anand stammt aus Tamilnadu in Süd-Ost-Indien und gehört dem Orden „Missionare des Heiligen Franz von Sales (MSFS)“ an. Sein Theologiestudium absolvierte er in Shillong in Nord-Ost-Indien und am 28. April 2014 wurde er zum Priester geweiht. Vom Provinzial seines Ordens wurde er damals gebeten, zur Ausübung seines Priesterdienstes nach Deutschland zu gehen. 2019 machte er in Indien einige Deutschsprachkurse. Wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich seine Reise nach Deutschland, wo er dann am 26. März 2021 eingetroffen ist.
Zuerst leistete er priesterlichen Dienst im Pfarrverband Fürstenzell und danach war er einige Monate als Pfarrvikar im Pfarrverband Pfarrkirchen tätig. Seit September 2022, also gut drei Jahre, wirkt er bei Pfarrer Matthias Grillhösl als Pfarrvikar im Pfarrverband Grainet-Hinterschmiding-Herzogsreut, wohnt seither im Hinterschmidinger Pfarrhof und er machte auch Urlaubs- und Krankheitsvertretungen im Dekanat.
Im Gespräch teilte Pater Martin mit, dass er nach seiner Ankunft in Deutschland mit der deutschen Sprache noch Schwierigkeiten gehabt habe. Er habe fast ein Jahr bei einem Mitbruder in Fürstenzell gelebt und er habe bei der VHS in Passau nochmals einen Deutschsprachkurs absolviert. Außerdem habe er den deutschen Führerschein gemacht. Den bayerischen Dialekt zu verstehen, habe schon einige Zeit gedauert. Mittlerweile verstehe er die Menschen gut, auch wenn er diesen Dialekt selbst nicht sprechen kann.
Im Pfarrverband Grainet sei er gut aufgenommen worden und er habe sich hier wie zu Hause gefühlt. Mit den Menschen sei er überall, auch in den Pfarreien, wo er Vertretung gemacht habe, gut zu Recht gekommen, sie seien sehr liebevoll und würden viel geben. Er fühle auch, dass die Menschen froh sind, ihn hiergehabt zu haben. Die Kultur im Bayerischen Wald gefalle ihm gut und sei interessant, Tradition stehe hier im Mittelpunkt und hält alles zusammen. Er habe hier auch zum erstem Mal Schnee gesehen, den er aber gerne mag. Seine Lieblingsjahreszeit hier sei der Winter.
Nach den Beweggründen für seine Rückkehr nach Indien gefragt, sagte Pater Martin: „Ich habe das Gefühl, dass ich dort gebraucht werde und ich möchte auch wieder in der Nähe meiner Eltern und meiner Familie leben.“ Dort werde er wieder mit mehreren Priestern zusammenleben und in einer Pfarrei seinen Priesterdienst leisten. Eventuell werde er später auch, wie schon früher, in einer Schule tätig sein.
Seine Entscheidung, wieder in seine indische Heimat zurückzukehren, habe er in den letzten Monaten getroffen. Während seines kürzlichen Urlaubsaufenthalts in Indien habe es Gespräche mit dem Provinzial seines Ordens und danach mit dem Generalvikar der Diözese Passau Josef Ederer gegeben.
Pater Martin hob hervor, dass er den Aufenthalt und seine Aufgabe als Pfarrvikar im Pfarrverband sehr genossen habe. Er habe im Pfarrverband, aber auch in den Pfarreien, wo er den dortigen Pfarrer vertreten hat, viele Leute kennengelernt und mit ihnen gesprochen. Das sei eine wunderschöne Erfahrung gewesen. „Ich werde die Orte im Pfarrverband und die Menschen in den Pfarreien Grainet, Hinterschmiding und Herzogsreut sehr vermissen. Sie werden in meinem Herzen bleiben“, so Pater Martin wehmütig zum Schluss des Gesprächs.
Wie Pfarrer Matthias Grillhösl mitteilte, wird Pater Martin Anand nach seinem mehr als dreijährigen segensreichem Wirken als Pfarrvikar des Pfarrverbandes Ende November bei Gottesdiensten von den drei Pfarreien verabschiedet. Die Verabschiedungen finden statt: in Grainet am Sonntag, 23. November um 10 Uhr, in Herzogsreut am Samstag, 29. November um 18 Uhr und in Hinterschmiding am Sonntag, 30. November um 10 Uhr.
Text: Johann Schaub

