Beim Pfingstfest in Passau wurde an diesem Wochenende spürbar, dass Glaube junge Menschen bewegt und Kirche lebendig sein kann. Gemeinsam organisiert vom Bischöflichen Jugendamt, der Katholischen Studentengemeinde Passau, dem Referat für Neuevangelisierung sowie den Gemeinschaften Loretto und Regnum Christi kamen zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene zusammen, um Pfingsten miteinander zu feiern – mit Gebet, Musik, Vorträgen, Workshops und vielen Begegnungen.
Mit dabei war in diesem Jahr auch eine Gruppe von Firmlingen aus dem Pfarrverband Tann, gemeinsam mit Diakon Gläser. Begleitet wurden die Jugendlichen außerdem von Diakon Nikolaus Pfeiffer vom Bischöflichen Jugendamt.
Für viele war besonders der „Abend der Barmherzigkeit“ im Passauer Stephansdom ein Höhepunkt des Wochenendes. In der Atmosphäre von Musik, Anbetung und persönlichem Gebet entstand ein Raum der Stille und Besinnung, den zahlreiche Jugendliche als sehr berührend erlebten. Die 18-jährige Emi erzählte, sie habe es als besonders wertvoll empfunden, einfach das eigene Herz vor Jesus bringen und den Blick ganz auf ihn richten zu können. Auch die 27-jährige Johanna beschrieb, dass sie in der eucharistischen Anbetung Gottes Nähe auf besondere Weise erfahren habe. Andere Teilnehmer schilderten, wie bewegend es gewesen sei, gemeinsam mit vielen jungen Menschen den Glauben zu feiern und dabei eine tiefe Gemeinschaft zu erleben.
Auch die Vorträge, Zeugnisse und Workshops hinterließen bleibenden Eindruck. Die 22-jährige Veronika nannte besonders das Zeugnis von Josef Müller, bekannt aus dem Buch „Ziemlich bester Schurke“, sowie die Impulse von Tobias Braun als Highlights der Tage. Vor allem habe sie aus dem Wochenende den Gedanken mitgenommen, neu vergeben zu lernen und nicht am Groll festzuhalten, um innerlich freier zu werden.
Dass der Glaube nicht nur Theorie bleiben muss, sondern das eigene Leben konkret berühren kann, wurde auch in den Workshops deutlich. Die 23-jährige Sophia berichtete nach einem Workshop über das Hören auf Gottes Stimme, sie habe neu entdeckt, dass Gott Menschen persönlich ansprechen und begleiten wolle. Von einer besonderen Atmosphäre während der gemeinsamen Gebetszeiten sprach auch der 23-jährige David, der davon tief beeindruckt war.
Zwischen gemeinsamen Gebetszeiten, persönlichen Begegnungen und einer frohen, offenen Atmosphäre wurde an diesen Tagen deutlich, dass viele junge Menschen auf der Suche nach Sinn, Gemeinschaft und geistlicher Tiefe sind. Oder wie es der 26-jährige Rudjer formulierte: Die Vorstellung, Christsein sei langweilig, sei wohl „die größte Lüge aller Zeiten“.
Info zum Pfingstfest
Foto: Jakob Bergmann
Das Pfingstfest in Passau ist Teil einer größeren Bewegung, die ihren Ursprung in der Loretto-Gemeinschaft hat und inzwischen an verschiedenen Orten im deutschsprachigen Raum stattfindet. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen dabei jedes Jahr mehrere tausend junge Menschen zusammen. Auch in Passau wurde sichtbar, wie lebendig Kirche dort wird, wo Menschen gemeinsam glauben, beten und einander begegnen.
Text: Peter Kunz
Fotos: Jakob Bergmann



