Bistum

Jubiläum der "Pilgerinnen der Hoffnung"

Redaktion am 12.08.2025

Info Icon Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Die Jubilarinnen mit Hochmeister Generalabt P. Frank Bayard OT (Mitte) und Provinzoberin Sr. Maria-Franziska Meier (rechts) Die Jubilarinnen von links: Sr. Magdalena Riedl, Sr. Maria-Goretti Eder, Sr. Maria-Anna Förg, Sr. Adeltraud Biedermann

Deutschordensschwestern ehren ihre Jubilarinnen für insgesamt 305 Jahre Profess.

Ein wah­res Freu­den­sfest war der Jubi­lä­ums­got­tes­dienst zu Ehren der fünf Deutsch­or­dens­schwes­tern in der Uni­ver­si­täts­kir­che St. Niko­la, die vor mehr als fünf Jahr­zehn­ten ihrer Beru­fung gefolgt sind.

Sie sei­en Engel der Nächs­ten­lie­be, so Gene­ral­abt Pater Frank Bayard OT, Hoch­meis­ter des Ordens und Haupt­ze­le­brant des Got­tes­diens­tes. Tie­fe Wert­schät­zung und enge Ver­bun­den­heit mit den Deutsch­or­dens­schwes­tern brach­ten an die­sem Tag auch die zahl­rei­chen Kon­ze­le­bran­ten Alt­hoch­meis­ter Dr. Arnold Wie­land, Pri­or Pater Chris­toph Kehr, Supe­ri­or Pater Jörg Wein­bach, Dia­kon Dr. Ste­fan Wick, Dom­probst Dr. Micha­el Bär, Msgr. Hel­mut Rei­ner, Pfarr­vi­kar Chris­ti­an Fröschl, Dom­vi­kar Peter Kunz sowie Pfar­rer Gün­ter Vogl und Dr. Eugen Yur­chen­ko von der Pfar­rei Wun­sie­del, Yohan Inju­ma­la von der Pfarr­ge­mein­de Haid­müh­le sowie der Sub­re­gens des Pries­ter­se­mi­nars Chris­toph Leucht­ner und Zere­mo­ni­är Flo­ri­an Weber durch ihre Mit­fei­er zum Aus­druck.

An die­sem Ehren­tag feie­re man Jahr­zehn­te frei­wil­lig geschenk­ter Lie­be, Dis­zi­plin und Hin­ga­be, so Pater Bayard in sei­ner Pre­digt. Man feie­re Men­schen, die wich­tig und auf eine gewis­se Art uner­setz­lich sind. Und man feie­re Frau­en, die mit wenig Taschen­geld in einer Kon­sum­ge­sell­schaft leben und selbst die­ses oft noch für Süßig­kei­ten aus­ge­ben, um ande­re damit zu beschen­ken, wie der Pre­di­ger schmun­zelnd anfüg­te. Es sei, so Bayard, in der heu­ti­gen Zeit oft schwer ver­mit­tel­bar, dass das Leben einer Ordens­schwes­ter ein Leben in Fül­le sein kön­ne. Ihr Leben sei eben­so vol­ler Höhen und Tie­fen, fro­hen und trau­ri­gen Momen­ten, jedoch wür­den sie immer auch einem Ruf fol­gen, sich Gott und der Welt schen­ken und dar­auf ver­trau­en, dass Gott in die­ser Welt wirke.

Den ver­stor­be­nen Papst Fran­zis­kus zitie­rend wen­det sich Pater Bayard an die Ordens­schwes­tern: Wie der Matro­se auf hoher See den Leucht­turm braucht, der ihm die Rou­te zeigt, um zum Hafen zu gelan­gen, so braucht die Welt euch. Seid Leucht­feu­er in Nah und Fern!“ Opti­mis­mus sowie das Ver­trau­en auf Gott und die Zukunft ver­mit­tel­te der Hoch­meis­ter in sei­ner Pre­digt, an deren Ende er sich vor der Lebens­leis­tung der Jubi­la­rin­nen ver­neig­te.

Pro­vinz­obe­rin Sr. Maria-Fran­zis­ka durf­te vier der fünf Jubi­la­rin­nen zur Gelüb­de-Erneue­rung in der Pfarr­kir­che St. Niko­la begrü­ßen. Ihr Ver­spre­chen erneu­er­ten Sr. Maria-Goret­ti Eder und Sr. Maria Anna Förg, die bei­de für 65 Jah­re geehrt wur­den, sowie Sr. Adel­traud Bie­der­mann (60 Jah­re) und Sr. Mag­da­le­na Riedl (50 Jah­re). Die 90-jäh­ri­ge Sr. Ruper­ta Wen­sauer (65 Jah­re) konn­te lei­der auf­grund einer schwe­ren Erkran­kung nicht an den Fei­er­lich­kei­ten teil­neh­men. Sie leg­te, gemein­sam mit Sr. Maria-Goret­ti und Sr. Maria Anna am 26. Juli 1960 die ers­te Pro­fess ab.

Es sei ein beson­de­res Jahr, in dem die Jubi­la­rin­nen ihr Pro­fess­ju­bi­lä­um fei­ern wür­den – ein Hei­li­ges Jahr mit dem Auf­trag des ver­stor­be­nen Papst Fran­zis­kus, als Pil­ge­rin­nen und Pil­ger der Hoff­nung unter­wegs zu sein, so Obe­rin Sr. Maria-Fran­zis­ka in ihrer Anspra­che. Wenn man auf das Ordens­le­ben der Jubi­la­rin­nen schaue, dann sei­en sie genau die­se Chris­tin­nen, so die Pro­vinz­obe­rin. Sie sei­en Pil­ge­rin­nen, die zu und mit den Men­schen unter­wegs sei­en, nicht mit einer Ich-bin-dann-mal-weg-Men­ta­li­tät, son­dern mit einer bewuss­ten Lebensentscheidung.

Info Icon Foto: Birgit Kölbl-Grantner
Hochmeister Generalabt P. Frank Bayard OT gratuliert Provinzoberin Sr. Maria-Franziska Meier zu 30 Jahren Profess und dankte für ihren Einsatz

Zum Ende ihrer Rede gab es noch eine Über­ra­schung für Sr. Maria Fran­zis­ka. Hoch­meis­ter Pater Bayard gra­tu­lier­te der Pro­vinz­obe­rin zu ihrem Run­den, 30 Jah­re Pro­fess. Ein Jubi­lä­um, das laut Sr. Maria Fran­zis­ka in aller Beschei­den­heit an die­sem Tag nicht gefei­ert wer­den soll­te. Der Hoch­meis­ter dank­te ihr trotz­dem sehr herz­lich und brach­te sei­ne Wert­schät­zung zum Aus­druck mit den Wor­ten: Was sie alles leis­tet, dafür reicht schon jetzt ein gan­zes Leben nicht. Mir ist unvor­stell­bar, wie sie das alles schafft.“

Tho­mas Jün­ger, Ball­ei­meis­ter der Ball­ei Deutsch­land, dank­te den Jubi­la­rin­nen für gemein­sa­me 305 geschenk­te Ordens­jah­re, ihre Hin­ga­be und Treue. Ein ganz beson­de­rer Tag sei dies heu­te, so der Ball­ei­meis­ter, der dar­an erin­ner­te, dass dies auch der Todes­tag der Hei­li­gen Tere­sia Bene­dik­ta sei, die im August 1945 in Ausch­witz ums Leben kam und nun als Mär­ty­re­rin ver­ehrt wird. Das Kreuz der Erlö­sung, führ­te der Ball­ei­meis­ter aus, sei auch das Kenn­zei­chen des Ordens und ste­he für Kraft und Stär­ke und den Kern des christ­li­chen Lebens, der Hingabe.

Die abschlie­ßen­den Dan­kes­wor­te sprach Kom­tur Dr. Tho­mas Koch von der Kom­tu­rei an der Donau, der sich auf­rich­tig vor der Lebens­leis­tung die­ser Frau­en ver­beug­te. Heu­te sei nicht nur ein Grund zum Fei­ern, son­dern auch ein Moment des Inne­hal­tens, denn Beru­fung ist kein Selbst­zweck, son­dern die Ant­wort auf einen inne­ren Ruf. So fra­gen die Jubi­la­rin­nen nicht nach ihren Vor­tei­len. Ver­mut­lich sei auch deren Weg durch­setzt von Zwei­fel und Wan­del. Aller­dings sei­en sie nicht nach 45 Berufs­jah­ren in Ren­te gegan­gen, son­dern in ihrer Beru­fung geblie­ben. Die Lebens­form der Ordens­schwes­tern sei ein stil­ler Pro­test gegen Ober­fläch­lich­keit und Selbst­ver­wirk­li­chung, so der Kom­tur. Sie erin­nern dar­an, dass es mehr gibt als das Sicht­ba­re.

Nach dem Schluss­se­gen, gespen­det von Haupt­ze­le­brant Pater Frank Bayard, genos­sen die Fest­gäs­te noch ein gemüt­li­ches Bei­sam­men­sein im Innen­hof des Klosters.

Text: Bir­git Kölbl-Grantner

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