Das glauben wir

Christsein ist eine innere Haltung!

Redaktion am 30.01.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Arm sein vor Gott, trauern können, sanftmütig bleiben, gerecht sein und Frieden stiften. All das sind Qualitäten, die Jesus seinen Jüngern in den Seligpreisungen offenbart. Qualitäten, die einen Nachfolger Jesu ausmachen. Christsein ist kein äußeres Zeichen, sondern eine innere Haltung! Ein Impuls zum 1. Februar 2026 von Diakon und Jugendseelsorger Nikolaus Pfeiffer.

Ach­tung – die nach­fol­gen­de Bot­schaft ist nicht ange­nehm oder leicht­be­kömm­lich. Im Mat­thä­us­evan­ge­li­um macht Jesus sei­nen Jün­gern eine – wie ich fin­de – alles ande­re als leicht ver­dau­li­che Ansa­ge. Die soge­nann­ten Selig­prei­sun­gen sind kei­ne net­ten Wor­te. Kein spi­ri­tu­el­ler Wohl­fühl­mo­ment, den man Jesus viel­leicht sonst so gern zuschreibt.

Jesus hält hier kei­ne Ein­la­dung hoch, die man anneh­men oder höf­lich ableh­nen kann. Er spricht zu sei­nen Jün­gern. Zu denen, die schon mit ihm unter­wegs sind. Und er sagt: So sieht Nach­fol­ge aus. Punkt.

Arm vor Gott sein.
Trau­ern kön­nen.
Sanft­mü­tig blei­ben.
Hun­ger haben nach Gerech­tig­keit.
Frie­den stif­ten.
Nicht aus­wei­chen. Nicht wegducken.

Das ist kein Pro­gramm für ein schö­nes, beque­mes Leben. Das ist eine Sen­dung.

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Schau­en wir ehr­lich in unse­ren All­tag: Ist das, was Jesus sei­nen Jün­gern – und damit auch uns – mit­gibt, wirk­lich ​„easy going“? Fällt uns das leicht? Also mir nicht. Ich sto­ße da an mei­ne Gren­zen. Nicht alles gelingt. Nicht alles ist ein­fach. Und genau des­halb geht es nicht um ein äuße­res Zei­chen. Christ­sein ist kein Schild, das man vor sich her­trägt: ​„Ach­tung, ich bin Christ.“ Christ­sein ist eine Hal­tung. Von innen her­aus. Aus Überzeugung.

Ja – das ist her­aus­for­dernd. Man eckt an. Man wird miss­ver­stan­den, nicht ernst genom­men. Und manch­mal fragt man sich: War­um tue ich mir das eigent­lich an? Jesus ver­schweigt das nicht. Im Gegen­teil. Er sagt offen: Wer mir nach­folgt, wird nicht immer Bei­fall bekom­men. Aber – und das ist ent­schei­dend – Jesus ver­langt von uns kei­ne Hel­den­ta­ten. Er erwar­tet nicht, dass wir alles im Griff haben oder immer rich­tig handeln.

Jede der Selig­prei­sun­gen beginnt mit einem Zuspruch: ​„Selig seid ihr…“ Nicht erst, wenn alles gelingt. Nicht irgend­wann. Son­dern jetzt. Nach­fol­ge Jesu ist kein Punk­te­sys­tem und kein Bestehen oder Durch­fal­len. Nach­fol­ge ist Bezie­hung. Ein Weg mit Fra­gen, mit Unsi­cher­hei­ten
und mit ehr­li­chen Gren­zen – aber mit Rück­halt und einem kla­ren Bekennt­nis zu ihm.

Wir sind nicht beru­fen, beque­me Chris­ten zu sein, son­dern die Bot­schaft Jesu zu leben, sie in die­se Welt hin­aus­zu­tra­gen und wei­ter­zu­ge­ben. Und genau dazu sen­det uns Jesus.

Niko­laus Pfeif­fer
Dia­kon und Jugendseelsorger

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