Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. So lautet ein bekannter Spruch von Hermann Hesse. Dieser Zauber lässt uns leichter einen oft von vielen Fragezeichen begleiteten Neuanfang wagen. In Vertrauen auf Gott und den Zauber des Anfangs lädt uns die jetzige Fastenzeit zum Neuanfang und Aufbruch ein. Ein Impuls zum 1. März 2026 von Pastoralreferentin Teresa Aigner.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“, so schreibt Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“. Und diesen Zauber des Neuen brauche ich auch, denn: Neu anzufangen, das ist nicht immer leicht. Es fällt schwer, Gewohntes hinter mir zu lassen und mich auf Neues einzulassen. Besonders dann, wenn ich nicht so genau weiß, was auf mich zukommt. Andererseits gibt es eben diesen Zauber des Neuen, das Aufregende, das Spannende, auch das einfach mal was Neues ausprobieren.
Was Abraham bzw. Abram gefühlt hat, das kann ich natürlich nicht genau sagen. Aber vielleicht war auch er hin und hergerissen zwischen Zauber und Neugier und Angst vor dem Neuen und Ungewohnten. „Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde!“ So hört es Abraham in der heutigen ersten Lesung von Gott. Und dann: zieht Abraham einfach los, bricht einfach auf. Ohne groß nachzudenken oder innezuhalten. Zumindest erfahren wir davon nicht.
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Als die Erzählung von Abraham noch in der 5. Klasse Thema war, da mussten meine Schülerinnen und Schüler sich überlegen, was sie tun würden, wenn sie an Abrahams Stelle wären. Dableiben oder Aufbrechen? Und ihre Wahl natürlich begründen. Ganz oft kam die ganz lapidare Begründung: Ja, ich würde gehen, weil es ja Gott gesagt hat. Und in dieser unscheinbaren Begründung liegt auch der Schlüssel: Abraham geht, weil er auf Gott vertraut. Er vertraut auf sein Wort und darauf, dass er ihn nicht im Stich lässt. Gott ermutigt ihn, loszuziehen, aufzubrechen und zu vertrauen.
Ermutigt werde ich auch. Genau jetzt in der Fastenzeit. Ermutigt, ebenfalls aufzubrechen. Aufzubrechen im Vertrauen auf Gott und aufzubrechen auf Gott zu. Mir Zeit zu nehmen, in der Fastenzeit mein Leben ganz genau anzuschauen. Und dann: Aufzubrechen aus meinem Alltag, aus schlechten Gewohnheiten, aus dem reinen Funktionieren müssen, weg von „fremden Göttern“, die mein Leben bestimmen. Abraham ist aufgebrochen. In ein neues Land. Zu einem Versprechen. Zu Gott. Ich will wie Abraham diese Chance des Neuanfangens und Aufbrechens nutzen in dieser Fastenzeit, auf Gott vertrauen und auf den Zauber eines jeden Neuanfangs.
Teresa Aigner
Pastoralreferentin Bad Birnbach


