Das glauben wir

Zauber des Anfangs

Redaktion am 27.02.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. So lautet ein bekannter Spruch von Hermann Hesse. Dieser Zauber lässt uns leichter einen oft von vielen Fragezeichen begleiteten Neuanfang wagen. In Vertrauen auf Gott und den Zauber des Anfangs lädt uns die jetzige Fastenzeit zum Neuanfang und Aufbruch ein. Ein Impuls zum 1. März 2026 von Pastoralreferentin Teresa Aigner.

Und jedem Anfang wohnt ein Zau­ber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“, so schreibt Her­mann Hes­se in sei­nem Gedicht Stu­fen“. Und die­sen Zau­ber des Neu­en brau­che ich auch, denn: Neu anzu­fan­gen, das ist nicht immer leicht. Es fällt schwer, Gewohn­tes hin­ter mir zu las­sen und mich auf Neu­es ein­zu­las­sen. Beson­ders dann, wenn ich nicht so genau weiß, was auf mich zukommt. Ande­rer­seits gibt es eben die­sen Zau­ber des Neu­en, das Auf­re­gen­de, das Span­nen­de, auch das ein­fach mal was Neu­es ausprobieren. 

Was Abra­ham bzw. Abram gefühlt hat, das kann ich natür­lich nicht genau sagen. Aber viel­leicht war auch er hin und her­ge­ris­sen zwi­schen Zau­ber und Neu­gier und Angst vor dem Neu­en und Unge­wohn­ten. Geh fort aus dei­nem Land, aus dei­ner Ver­wandt­schaft und aus dei­nem Vater­haus in das Land, das ich dir zei­gen wer­de!“ So hört es Abra­ham in der heu­ti­gen ers­ten Lesung von Gott. Und dann: zieht Abra­ham ein­fach los, bricht ein­fach auf. Ohne groß nach­zu­den­ken oder inne­zu­hal­ten. Zumin­dest erfah­ren wir davon nicht. 

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Als die Erzäh­lung von Abra­ham noch in der 5. Klas­se The­ma war, da muss­ten mei­ne Schü­le­rin­nen und Schü­ler sich über­le­gen, was sie tun wür­den, wenn sie an Abra­hams Stel­le wären. Dablei­ben oder Auf­bre­chen? Und ihre Wahl natür­lich begrün­den. Ganz oft kam die ganz lapi­da­re Begrün­dung: Ja, ich wür­de gehen, weil es ja Gott gesagt hat. Und in die­ser unschein­ba­ren Begrün­dung liegt auch der Schlüs­sel: Abra­ham geht, weil er auf Gott ver­traut. Er ver­traut auf sein Wort und dar­auf, dass er ihn nicht im Stich lässt. Gott ermu­tigt ihn, los­zu­zie­hen, auf­zu­bre­chen und zu vertrauen.

Ermu­tigt wer­de ich auch. Genau jetzt in der Fas­ten­zeit. Ermu­tigt, eben­falls auf­zu­bre­chen. Auf­zu­bre­chen im Ver­trau­en auf Gott und auf­zu­bre­chen auf Gott zu. Mir Zeit zu neh­men, in der Fas­ten­zeit mein Leben ganz genau anzu­schau­en. Und dann: Auf­zu­bre­chen aus mei­nem All­tag, aus schlech­ten Gewohn­hei­ten, aus dem rei­nen Funk­tio­nie­ren müs­sen, weg von frem­den Göt­tern“, die mein Leben bestim­men. Abra­ham ist auf­ge­bro­chen. In ein neu­es Land. Zu einem Ver­spre­chen. Zu Gott. Ich will wie Abra­ham die­se Chan­ce des Neu­an­fan­gens und Auf­bre­chens nut­zen in die­ser Fas­ten­zeit, auf Gott ver­trau­en und auf den Zau­ber eines jeden Neuanfangs.

Tere­sa Aigner
Pas­to­ral­re­fe­ren­tin Bad Birnbach

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