Das glauben wir

Verkehrte Welt!

Redaktion am 08.08.2025

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Wer etwas gut macht, bekommt oft noch mehr Aufgaben. In den Worten Jesu: „Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel verlangt.“ Jesus meint damit aber keine Überbeanspruchung, sondern: Was du kannst, darfst du auch zeigen. Ein Impuls zum 10. August 2025 von Diakon und Jugendseelsorger Nikolaus Pfeiffer.

Kennt ihr die­sen Trick? Stell‘ dich blöd – und du musst etwas nie wie­der machen. Aber wehe, du machst ein­mal etwas rich­tig, dann wirst du’s ab jetzt immer machen dür­fen. Herz­li­chen Glück­wunsch! Will­kom­men im Club der Dauerzuständigen.

So läuft das doch oft in der Arbeit, im Ver­ein, in Gre­mi­en oder in der Fami­lie — ganz egal. Wer sich ​“blöd” anstellt, wird damit ​“belohnt”, dass man sei­ne Ruhe hat. Wer’s hin­ge­gen gut macht, mit noch mehr Auf­ga­ben ​“geehrt”. Ist doch Irgend­wie eine ver­kehr­te Welt, oder?

Und dann kommt Jesus im Evan­ge­li­um und sagt: ​“Wem viel gege­ben wur­de, von dem wird viel ver­langt.” Das klingt erst ein­mal ähn­lich — so nach dem Mot­to: Wenn du‘s gut kannst, dann bekommst du gleich noch mehr auf­ge­la­den. Schließ­lich kannst du es ja. Du tust dich in den Augen ande­rer ja leicht — Also los!

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Aber Jesus meint das ganz anders. Er spricht nicht als Chef mit Excel-Lis­te oder Pro­jekt­lei­ter, son­dern als jemand, der dir etwas zutraut, weil er dich kennt. Er sieht und weiß, was in dir steckt – und er traut dir zu, dei­ne Talen­te gut ein­zu­set­zen. Nicht in dem Anspruch, dass es zu ein­hun­dert Pro­zent per­fekt sein muss und auch nicht für alles und jeden, son­dern mit Maß und Ziel, mit Lei­den­schaft, Lie­be und der Frei­heit, selbst über den Ein­satz zu entscheiden.

Es geht Jesus nicht dar­um, dass du dich auf­reibst, nicht dar­um, dass du unter dei­nem eige­nen Anspruch zer­brichst, son­dern dar­um, dass du das, was dir geschenkt wur­de, auch ver­ant­wor­tungs­voll lebst und ein­setzt — in dei­nem Tem­po, mit dei­nem Her­zen und vor allem auch nach dei­nen Mög­lich­kei­ten. Ein Feh­ler nimmt dir nicht die Ver­ant­wor­tung. Aber dei­ne Bezie­hung zu Gott befreit dich zur Ver­ant­wor­tung – näm­lich selbst zu ent­schei­den, wie du mit dem umgehst, was dir anver­traut ist.

Du musst dich also nicht ​“blöd” stel­len. Und du musst auch nicht alles per­fekt machen. Aber das, was du hast und kannst, das darf leuch­ten — mit Maß und Ziel. 

Glaub an dich, Gott tut es längst!

Niko­laus Pfeif­fer
Dia­kon und Jugendseelsorger

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