Das glauben wir

Wer ist mein Nächster?

Redaktion am 10.07.2025

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

Jeder Mensch! – lautet die Antwort auf die Frage, die Jesus gestellt wird: Wer ist mein Nächster? Egal, ob Menschen gut oder böse, auf der Flucht oder krank, anderer Meinung oder einer anderen Religion zugehörig, mir nah oder fremd sind: Sie sind meine Nächsten. Ein Impuls zum 13. Juli 2025 von Domdekan Hans Bauernfeind.

Aus­ge­raubt. Das pas­siert täg­lich. Spü­ren die Räu­ber, dass sie einem Mit­men­schen scha­den? ‑Jesus nennt ihn den Nächs­ten. ​„Wer ist mein Nächs­ter?“, wird Jesus heu­te gefragt – und es schwingt unter­schwel­lig mit: Wirk­lich jeder?

Für Jesus ist der Nächs­te ohne Ein­schrän­kung jeder Mit­mensch. Die­ser soll so respekt­voll behan­delt wer­den, wie Gott es will und wie ich sel­ber in mei­ner Wür­de geach­tet wer­den möch­te. Wie kann Jesus das begrün­den? Er erfährt Gott als den drei­fal­tig-einen: den Vater, den Sohn – also sich selbst – und den Hei­li­gen Geist. Die­se drei gött­li­chen Per­so­nen sehen die jeweils ande­re als den Nächs­ten an. Sie sind in Lie­be mit­ein­an­der ver­bun­den und wis­sen sich für­ein­an­der soli­da­risch und ver­ant­wort­lich. Sie wir­ken so sehr zusam­men, dass sie zwar drei Per­so­nen sind, jedoch in die­ser Gemein­schaft ein Gott.

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Für Gott sind auch wir Men­schen sei­ne Nächs­ten. Für uns öff­net er sei­ne eini­ge Drei­fal­tig­keit und lässt uns an sei­ner Nächs­ten­lie­be teil­neh­men. Das geschieht durch Jesus, den Sohn Got­tes. Er lebt vor, wer der Nächs­te ist: Jeder Mensch – in mei­ner Nähe und über­all auf der Erde. Wer auf Gott schaut, übt ein, den Men­schen als Nächs­ten zu lie­ben wie Gott es tut und den Nächs­ten zu lie­ben wie sich selbst. Es gilt also: Men­schen sind gut oder böse, auf der Flucht oder krank, ande­rer Mei­nung oder einer ande­ren Reli­gi­on zuge­hö­rig, mir nah oder fremd: Sie sind mei­ne Nächsten.

Gemein­sam sind wir beru­fen, uns als Nächs­te zu sehen – wie der barm­her­zi­ge Sama­ri­ter, der sich um den Aus­ge­raub­ten sorgt und ihn ret­tet. Wir sind auf­ge­ru­fen, den Nächs­ten als Mit­men­schen mit von Gott geschenk­ter Wür­de zu betrach­ten – auch gegen alle, die die­se Sicht­wei­se mit Füßen treten.

Wer also ist mein Nächs­ter? – Jeder Mensch! Wer auf Gott schaut, fin­det im Ande­ren den Nächs­ten. Wer den Nächs­ten sieht, fin­det Gott.

Hans Bau­ern­feind
Dom­de­kan

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