Das glauben wir

Gott ist anders!

Redaktion am 12.12.2025

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Die Geburt Jesu Christi verändert die Welt nicht mit gewaltigen Ereignissen von heute auf morgen. An Weihnachten wird das Wirken Gottes besonders deutlich: verborgen, zurückhaltend, liebend. Seine Herrschaft entfaltet sich wie ein kleines Senfkorn langsam bis zur Ernte. Ein Impuls zum 3. Adventssonntag 2025 am 14. Dezember von Dekan Christian Altmannsperger.

Lie­be Schwes­tern und Brü­der! Im Lied O Hei­land, reißt die Him­mel auf“ wird die Fra­ge gestellt: Wo bleibst du, Trost der gan­zen Welt? Die­se Fra­ge des Advents­lie­des ist mei­nes Erach­tens nahe ver­wandt mit der Fra­ge des Täu­fers Johan­nes im Evan­ge­li­um des drit­ten Advents­sonn­tags: Bist du der, der kom­men soll oder sol­len wir auf einen ande­ren war­ten? Die Fra­ge des Johan­nes ist eine Fra­ge des Glau­bens an Jesus von Naza­reth. Erwar­tung und Erfül­lung sind nicht auf einen Nen­ner zu brin­gen. Damals nicht und heu­te nicht. Es gibt immer eine Beweis­last des Glau­bens. Und der Beweis ist nicht zu erbrin­gen. Wo der Glau­be lebt, sinkt der Zwei­fel, die zwei­te Stim­me. Die Kunst des Glau­bens besteht dar­in, dem Zwei­fel nicht die ers­te Stim­me zu überlassen.

Johan­nes der Täu­fer muss­te die Art des Auf­tre­tens Jesu als eine Zumu­tung emp­fun­den haben. Dass Gott so im Unschein­ba­ren wirkt, ist für ihn nur schwer zu begrei­fen. Da bedarf es schon eines fes­ten Glau­bens. Und selbst der ist immer wie­der ange­foch­ten durch das, was man zu sehen und hören bekommt. Dar­in, lie­be Mit­chris­ten, gleicht die Situa­ti­on des Johan­nes ganz der unse­ren. Wenn wir uns die Unheil­si­tua­tio­nen unse­rer Tage anschau­en, dann kann der Glau­be an die Macht Got­tes schon ins Wan­ken geraten.

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Und wenn man an Weih­nach­ten denkt, dann ist das ein sehr zurück­hal­ten­der Macht­er­weis Got­tes: Ein klei­nes Kind, das in die Armut und die Not die­ser Welt hin­ein­ge­bo­ren wird, ändert die Ver­hält­nis­se nicht sofort mit gewal­ti­gen Ereig­nis­sen. An Weih­nach­ten wird deut­lich, wie Gott wirkt ver­bor­gen, zurück­hal­tend, lie­bend. Sei­ne Herr­schaft kommt nicht in dra­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen, son­dern sie wird als Keim­kraft in die Welt gelegt, damit sie sich lang­sam ent­fal­te bis zur Ern­te. Wer ein klei­nes Senf­korn in Hän­den hält, hat es auch schwer, an den Baum in ihm zu glau­ben. Das Reich Got­tes gibt es auf unse­rer Erde daher immer nur als Samen zu ent­de­cken. Es ist unse­re Auf­ga­be, das mit dem Kom­men Jesu ange­bro­che­ne Reich Got­tes spür­bar und erfahr­bar zu machen.

Gott ist anders, als wir es ger­ne hät­ten. Johan­nes der Täu­fer hielt das Anders­sein Got­tes aus. Er schöpf­te aus die­ser Zumu­tung Got­tes Mut und mach­te sein Herz stark in Geduld. In Johan­nes dem Täu­fer erfah­ren wir, dass wir nicht ver­zwei­feln brau­chen, wenn wir den Trost der gan­zen Welt nicht sofort in unse­rer Welt erken­nen kön­nen. Amen.

Chris­ti­an Alt­mann­sper­ger
Dekan Deka­nat Osterhofen

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