Das glauben wir

Glaubst du das wirklich?

Redaktion am 12.09.2025

Diese Frage bekommen wir als gläubige Christen oft gestellt. Ob wir wirklich glauben, dass Gott seinen einzigen Sohn einen grausamen Kreuzestod sterben ließ?! Und warum, wofür? Ganz einfach aus Liebe zu den Menschen, deren ganzes Leid Jesus am Kreuz ertrug. Ein Impuls zum 14. September 2025 von Gemeindereferentin Jennifer Kinder.

Glaubst du das wirk­lich?“ Als gläu­bi­ge Katho­li­kin und Gemein­de­re­fe­ren­tin kommt in mei­nem Bekann­ten- und Freun­des­kreis immer wie­der die Fra­ge auf: Glaubst du das wirk­lich?“ Dahin­ter steckt nicht sel­ten das Unver­ständ­nis, an einen lie­ben­den Gott zu glau­ben, der sei­nen Sohn am Kreuz opfert. Also: War­um muss der Sohn Got­tes den grau­sa­men Kreu­zes­tod sterben?“

Die­se Fra­ge ist nicht neu. Im Mat­thä­us­evan­ge­li­um wird Jesus schon her­aus­ge­for­dert: Wenn du der Sohn Got­tes bist, stei­ge vom Kreuz her­ab, dann wer­den alle an dich glau­ben.“ Wir wis­sen: Jesus ist nicht her­ab­ge­stie­gen – aber war­um eigent­lich nicht? Das wäre doch die Chan­ce gewe­sen! Doch er flüch­tet nicht. Er lei­det. Er erträgt. Er hält aus. Er stirbt grau­sam am Kreuz, weil er – weil Gott – mit uns durch unser Leid geht. Er kennt unser Leid, er flüch­tet nicht, wenn wir lei­den. Er erträgt es mit uns, mit aller Hilf­lo­sig­keit und gleich­zei­tig mit aller Lie­be, die er auf­brin­gen kann.

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Gott kann unser Leid nicht ver­hin­dern. Aber er beglei­tet uns dabei. Er kennt Trau­er, Ohn­macht, Schmerz und Hoff­nungs­lo­sig­keit. Er kennt die Grau­sam­keit der Men­schen und die Grau­sam­kei­ten des Lebens. Und klar – unbe­strit­ten: Schmerz bleibt Schmerz und Leid bleibt Leid. Aber ich darf an einen Gott glau­ben, der am Tief­punkt allen Lei­dens bei mir ist, der mich beglei­tet, trägt und aushält.

Genau das beschreibt mei­ne Hoff­nung, mei­ne Freu­de und mei­ne Dank­bar­keit, als Chris­tin leben und glau­ben zu dür­fen. Denn, so heißt es im heu­ti­gen Sonn­tags­evan­ge­li­um: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er sei­nen ein­zi­gen Sohn hin­gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ver­lo­ren geht, son­dern ewi­ges Leben hat. Denn Gott hat sei­nen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt rich­tet, son­dern damit die Welt durch ihn geret­tet wird.“

Wenn ich also wie­der gefragt wer­de: Glaubst du das WIRK­LICH?“, dann darf, kann und will ich ant­wor­ten: Ja, das glau­be ich wirklich.“

Jen­ni­fer Kin­der
Gemein­de­re­fe­ren­tin in Fürstenzell

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