Diese Frage bekommen wir als gläubige Christen oft gestellt. Ob wir wirklich glauben, dass Gott seinen einzigen Sohn einen grausamen Kreuzestod sterben ließ?! Und warum, wofür? Ganz einfach aus Liebe zu den Menschen, deren ganzes Leid Jesus am Kreuz ertrug. Ein Impuls zum 14. September 2025 von Gemeindereferentin Jennifer Kinder.
„Glaubst du das wirklich?“ Als gläubige Katholikin und Gemeindereferentin kommt in meinem Bekannten- und Freundeskreis immer wieder die Frage auf: „Glaubst du das wirklich?“ Dahinter steckt nicht selten das Unverständnis, an einen liebenden Gott zu glauben, der seinen Sohn am Kreuz opfert. Also: „Warum muss der Sohn Gottes den grausamen Kreuzestod sterben?“
Diese Frage ist nicht neu. Im Matthäusevangelium wird Jesus schon herausgefordert: „Wenn du der Sohn Gottes bist, steige vom Kreuz herab, dann werden alle an dich glauben.“ Wir wissen: Jesus ist nicht herabgestiegen – aber warum eigentlich nicht? Das wäre doch die Chance gewesen! Doch er flüchtet nicht. Er leidet. Er erträgt. Er hält aus. Er stirbt grausam am Kreuz, weil er – weil Gott – mit uns durch unser Leid geht. Er kennt unser Leid, er flüchtet nicht, wenn wir leiden. Er erträgt es mit uns, mit aller Hilflosigkeit und gleichzeitig mit aller Liebe, die er aufbringen kann.
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Gott kann unser Leid nicht verhindern. Aber er begleitet uns dabei. Er kennt Trauer, Ohnmacht, Schmerz und Hoffnungslosigkeit. Er kennt die Grausamkeit der Menschen und die Grausamkeiten des Lebens. Und klar – unbestritten: Schmerz bleibt Schmerz und Leid bleibt Leid. Aber ich darf an einen Gott glauben, der am Tiefpunkt allen Leidens bei mir ist, der mich begleitet, trägt und aushält.
Genau das beschreibt meine Hoffnung, meine Freude und meine Dankbarkeit, als Christin leben und glauben zu dürfen. Denn, so heißt es im heutigen Sonntagsevangelium: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“
Wenn ich also wieder gefragt werde: „Glaubst du das WIRKLICH?“, dann darf, kann und will ich antworten: „Ja, das glaube ich wirklich.“
Jennifer Kinder
Gemeindereferentin in Fürstenzell



