Das glauben wir

Ein Licht gegen die Angst

Redaktion am 19.12.2025

Info Icon Foto: Bayer / pbp

In existenziellen und lebensbedrohlichen Situationen reagieren Menschen je nach ihrer Prägung auf drei verschiedenen Arten: Fight, Flight or Freeze. Studentenpfarrer Peter Kunz zeigt in seinem Impuls zum vierten Adventssonntag jedoch noch eine vierte Möglichkeit auf, wie man mit erschütternden Situationen umgehen kann — nämlich mit einem unerschütterliches Vertrauen auf Gott.

Stell dir eine Sze­ne vor:
Du sitzt in einem Raum, in dem plötz­lich das Licht aus­geht. Alles wird dun­kel. Für ein paar Sekun­den spürst du, wie dein Herz schnel­ler schlägt. Du tas­test nach Ori­en­tie­rung – und merkst: Wenn du nur nach innen hörst, nach dei­nen eige­nen Ängs­ten, wird es nicht hel­ler. So ähn­lich geht es zwei Men­schen, von denen die Bibel heu­te erzählt: Ahas und Josef. Zwei Män­ner – zwei völ­lig ver­schie­de­ne Reak­tio­nen auf die Dunkelheit.

Ahas ist jung, König, unter Druck. Fein­de bedro­hen sein Land. Und sei­ne ers­te Reak­ti­on ist: Panik. Er sucht ver­zwei­felt nach mensch­li­chen Lösun­gen, klam­mert sich an poli­ti­sche Deals und Mili­tär­macht. Von ihm heißt es: ​„Das Herz des Königs zit­ter­te wie die Bäu­me im Wind.“

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

Ohne die Ver­wen­dung von Coo­kies kann die­ser Bei­trag nicht ange­zeigt wer­den. Coo­kies sind klei­ne Datei­en, die von Ihrem Web­brow­ser gespei­chert wer­den, um Ihnen ein opti­ma­les Erleb­nis auf die­ser Web­site zu bieten.

Wer kennt das nicht? Die­ses inne­re Zit­tern. Wenn die Nach­rich­ten uns bedrü­cken, wenn die Zukunft unklar scheint, wenn wir das Gefühl haben: ​„Es geht alles berg­ab.“ Ahas reagiert, wie wir es manch­mal tun: Er rennt, um die Angst zu über­ho­len – und bleibt ihr doch ausgeliefert.

Und dann Josef. Sein Leben bricht eben­falls aus­ein­an­der: Maria ist schwan­ger und er weiß, das Kind ist nicht von ihm. Sei­ne Welt könn­te genau­so dun­kel wer­den, vol­ler Scham, Gere­de, Ent­täu­schung. Aber Josef flieht nicht. Er hält inne. Er hört hin. Und in die­ser inne­ren Stil­le spürt er eine ande­re Wirk­lich­keit: ​„Fürch­te dich nicht.“ Josef ent­schei­det sich nicht für Angst – son­dern für Ver­trau­en. Nicht weil er alles ver­steht, son­dern weil er glaubt, dass Gott in der Dun­kel­heit nicht abwe­send ist.

Das ist der Wen­de­punkt der Weih­nachts­ge­schich­te: Ein Mensch öff­net sein Herz – und durch die­se klei­ne Öff­nung kommt Licht in die Welt. Viel­leicht ist das genau die Fra­ge die­ses 4. Advents an uns: Reagie­re ich wie Ahas – oder wie Josef? Flüch­te ich in hek­ti­sche Akti­vi­tät, in Schwarz­ma­le­rei, in Stress – oder wage ich den Moment der Stil­le, in dem Gott mir sagen kann: ​„Ich bin bei dir.“? Denn das ist die gro­ße Ver­hei­ßung von Weih­nach­ten: Imma­nu­el – Gott ist mit uns. Nicht irgend­wann. Nicht irgend­wann, wenn alles geklärt ist. Son­dern jetzt. Mit­ten in unse­rer Unsi­cher­heit, unse­rer Müdig­keit, unse­ren Fra­gen. Viel­leicht ist der 4. Advent genau der rich­ti­ge Moment, um einen Satz bewusst zu spre­chen, der mehr trägt, als wir manch­mal glau­ben: ​„O komm, Imma­nu­el.“ Komm in mei­ne Dun­kel­heit. Komm in mei­ne Sor­gen. Komm in mei­ne Fami­lie, mei­ne Arbeit, mei­nen All­tag. Wenn wir das sagen, öff­nen wir uns wie Josef für eine Kraft, die grö­ßer ist als Angst. Und viel­leicht – viel­leicht wird es dann ein wenig hel­ler. In uns. Und durch uns.

Stu­den­ten­pfar­rer Peter Kunz

Weitere Nachrichten

Das glauben wir
23.10.2026

Es kommt anders als man denkt!

Die Predigt zum 25. Oktober 2026 von Jennifer Kinder, Gemeindereferentin in Fürstenzell.

Bistumsblatt
21.10.2026

Gemeinsam durchs Wallfahrtsjahr

Der neue „Wallfahrtskalender Unserer Lieben Frau von Altötting“ ist ab sofort erhältlich.

Bistum
21.10.2026

Neue Wege gehen

Der Auftaktgottesdienst zum „Pastoralen Raum Osterhofen“ in der ...

Weltkirche
21.10.2026

25. Oktober - Weltmissionssonntag

Im Weltmissionsmonat Oktober ist Erzbischof Gustavo Bombín Espino aus Madagaskar zu Gast im Bistum Passau.