Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Was bewegt Menschen dazu, so wie die Jünger damals Jesus radikal nachzufolgen? Bei vielen ist es eine tiefe Sehnsucht nach dem Licht, das von ihm ausgeht. In Jesu einfachem „Kommt her, mir nach“ tut sich ein Weg auf – von der Dunkelheit ins Licht. Wir müssen diesem Ruf nur folgen. Mehr dazu von Gemeindereferent Florian Kandler in seinem Impuls zum 25. Januar 2026.
Das Evangelium dieses Sonntags verbindet Erinnerung, Hoffnung und Aufbruch. Wir schlagen eine Brücke der Erinnerung an ein dunkles Kapitel der Geschichte: In der Erfahrung von Verschleppung und Fremdherrschaft flammt die Hoffnung nach Rettung auf. „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf.“, sagt Jesaja verheißungsvoll zu.
Durch Jesus wird diese lichtvolle Verheißung Realität. „Kehr um! Denn das Himmelreich ist nahe“ verkündet er nun. Die Zeit der Finsternis ist vorbei für jene, die Jesus nachfolgen. Hoffnung macht sich breit – Hoffnung auf das Reich Gottes, das endlich anbricht. Und schließlich zeichnet uns der Evangelist Matthäus eine beeindruckende Szenerie: Die Berufung der ersten Jünger. Es trifft die Brüder Simon und Andreas, und dann Jakobus und Johannes – Fischer, die ihre Arbeit am See Genezareth verrichten. Mitten ins täglichen Geschehen hinein erfolgt der Ruf der Nachfolge. Ein Aufruf genügt, und die Männer brechen auf — lassen ihre Netze liegen, lassen ihre Arbeit, ihr altes Leben zurück, um Jesus nachzufolgen.
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Was mag Menschen zu so einem radikalen Schritt bewegen? Da muss eine Sehnsucht sein, tief in ihnen. Vielleicht ist dort ein dunkles Gefühl, die Erinnerung an die Finsternis – und mit Jesus strahlt plötzlich dieses helle Licht auf. In seinem einfachen „Kommt her, mir nach“ tut sich für sie ein Weg auf – von der Dunkelheit ins Licht. Wenn ich mich so in die Jünger hineinversetze, kommt unweigerlich die Frage auf: Welche dunklen Erinnerungen, und gleichsam welche Sehnsüchte liegen in mir? Wie sieht meine Hoffnung auf so eine lichtvolle Begegnung mit dem Herrn aus?
Liebe Schwestern und Brüder – Jesus ruft uns, Sie und mich, in seine Nachfolge. Er ruft uns, aus der Finsternis herauszutreten ins Licht. Er ruft uns, selbst Träger seines Lichtes zu sein – und das Reich Gottes Wirklichkeit werden zu lassen, hier und heute, in dieser Welt. Ich wünsche uns allen eine große Portion Mut, die Dunkelheit hinter uns zu lassen, uns anstecken zu lassen von Jesu Licht – und seinen Ruf zu hören.
Florian Kandler
Gemeindereferent


