Das glauben wir

Gott, der heilende Arzt

Redaktion am 24.10.2025

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

Die Kirche kann man auch durchaus mit einem Feldlazarett vergleichen. Sie ist ein Ort, an dem die Wunden des Lebens versorgt werden – durch die Gebetsgemeinschaft, das Wort Gottes oder die Sakramente. Gott kann für mich wie ein guter Arzt sein. Die Predigt zum 26. Oktober 2025 von Kaplan Tobias Asbeck.

Kommt ein Pati­ent zum Arzt und sagt: ​„Herr Dok­tor, mir fehlt nichts, aber mein Nach­bar, den müss­ten Sie sich mal anschau­en.“ Eine absur­de Situa­ti­on. Der Arzt wird sich zu Recht fra­gen: ​„Was will die­ser Mensch hier, wenn er sich selbst für völ­lig gesund hält?“ Genau­so selt­sam ist das Gebet des Pha­ri­sä­ers im heu­ti­gen Evan­ge­li­um. Er stellt sich vor Gott hin und dankt, nicht etwa für eine glück­li­che Fügung oder das Geschenk des Lebens, son­dern dafür, dass er nicht so ist wie die ande­ren, wie die Sün­de – beson­ders nicht wie die­ser Zöll­ner da hin­ten. Er zählt sei­ne reli­giö­sen Leis­tun­gen auf: Fas­ten, Spen­den, die Treue zum Gesetz. Äußer­lich alles kor­rekt, aber die Hal­tung stimmt nicht, denn das Herz bleibt ver­schlos­sen. Der Zöll­ner dage­gen steht abseits. Er wagt nicht ein­mal, den Blick zu heben. Kein gro­ßes Gebet, kein Ver­gleich, kei­ne Recht­fer­ti­gung. Nur ein ein­zi­ger Satz: Gott sei mir Sün­der gnädig.

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

Ohne die Ver­wen­dung von Coo­kies kann die­ser Bei­trag nicht ange­zeigt wer­den. Coo­kies sind klei­ne Datei­en, die von Ihrem Web­brow­ser gespei­chert wer­den, um Ihnen ein opti­ma­les Erleb­nis auf die­ser Web­site zu bieten.

Jesus sagt, die­ser geht gerecht­fer­tigt nach Hau­se, der ande­re nicht. War­um? Weil Gott nicht auf Leis­tung schaut, son­dern auf Ehr­lich­keit. Wer zu ihm kommt mit einer Fas­sa­de, dem kann er kaum hel­fen. Aber wer sein Herz öff­net, gera­de mit Schuld, Schwä­che, Zwei­fel, mit den Ver­let­zun­gen, die jeder Mensch hat, der kann Hei­lung erfah­ren. Die Kir­che ist, so hat es der ver­stor­be­ne Papst Fran­zis­kus immer wie­der betont, wie ein Feld­la­za­rett, ein Ort, an dem die Wun­den des Lebens ver­sorgt wer­den – durch die Gebets­ge­mein­schaft, durch das Wort Got­tes, durch die Sakramente.

Das Evan­ge­li­um lädt ein, in die­ses Feld­la­za­rett zu kom­men. Was es dazu braucht? Wahr­haf­tig­keit. Denn nur wer sagt, wo es weh­tut, kann heil wer­den. Im Gebet – ob allein oder in Gemein­schaft – darf ich mich von Gott anschau­en las­sen, wie ich wirk­lich bin! Schein­hei­lig­keit hilft da nichts. Er durch­schaut sie sowie­so. Aber er ver­gleicht nicht, son­dern schaut mich an mit einem Blick vol­ler Barm­her­zig­keit. Im Gebet kann ich des­halb getrost ehr­lich sein. Dann kann Gott wie ein guter Arzt für mich sein, wenn ich sage, wo es weh­tut. Wenn ich mein Leben hin­hal­te und zulas­se, dass er dar­in wirkt. Wenn ich ehr­lich zuge­be: ​„Ich brau­che dich.“ Dann kann Gna­de wir­ken. Dann geschieht Hei­lung und Heil.

Tobi­as Asbeck
Kaplan Pfarr­ver­band Grafenau

Weitere Nachrichten

Das glauben wir
23.10.2026

Es kommt anders als man denkt!

Die Predigt zum 25. Oktober 2026 von Jennifer Kinder, Gemeindereferentin in Fürstenzell.

Bistumsblatt
21.10.2026

Gemeinsam durchs Wallfahrtsjahr

Der neue „Wallfahrtskalender Unserer Lieben Frau von Altötting“ ist ab sofort erhältlich.

Bistum
21.10.2026

Neue Wege gehen

Der Auftaktgottesdienst zum „Pastoralen Raum Osterhofen“ in der ...

Weltkirche
21.10.2026

25. Oktober - Weltmissionssonntag

Im Weltmissionsmonat Oktober ist Erzbischof Gustavo Bombín Espino aus Madagaskar zu Gast im Bistum Passau.