Foto: Stefanie Hintermayr/pbp
Die Kirche ist kein Ein-Mann-Betrieb! Bestes Beispiel hierfür sind die beiden Heiligen Petrus und Paulus, die wir am 29. Juni an deren Gedenktag feiern. Nicht ihnen allein wurde die Nachfolge Jesu Christi anvertraut, sondern allen Christinnen und Christen. Vielfalt macht die Kirche aus. Für jede und jeden von uns gilt daher: Bleib ein Original! Ein Impuls zum Hochfest Peter und Paul am 29. Juni 2025 von Pfarrer Peter Kieweg.
Als ich das letzte Mal hier auf die Sendung war, hatte ich diesen Pulli mit der Aufschrift „Menschenfischer“ dabei. Das Evangelium damals erzählte uns von der Berufung der ersten Apostel, unter anderem des Simon Petrus, den Jesus kurzerhand zum Menschenfischer macht.
An diesem Sonntag begegnen wir wieder dem Apostel Petrus, liturgisch außergewöhnlich sozusagen, da sein Hochfest, an dem er zusammen mit dem Apostel Paulus geehrt wird, den regulären Sonntag überbietet. Aus diesem Anlass habe ich andere petrinische Sachen zum Anziehen dabei: Socken. Als wir zum Jahresbeginn 2024 mit einer kleinen Gruppe, angeführt von unserem Bischof Stefan, in den USA in St. Louis auf einem Kongress der FOCUS-Missionare waren, gab es da auch so etwas wie einen Klostermarkt. An einem Stand gab es christliche Socken. Der Bischof und ich haben uns gegenseitig zum Kauf motiviert; er schlug bei Don-Bosco-Socken zu, ich beim Apostel Petrus. Einen kleinen Unterschied gibt es: Laut Auskunft am Festtag seines Ordensvaters sind die seinigen noch ungetragen.
Was sieht man auf den Petrus-Socken? Nun, natürlich den Apostel Petrus mit den Schlüsseln in der Hand; zudem die Fassade des Petersdomes mit der Kuppel und auf Englisch das Wort Jesu an Petrus: „Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Interessant, dass auf der Fersenseite die beiden Schlüssel mehrmals auftauchen. Das kann uns sagen: In besonderer Weise, aber nicht allein werden Petrus und seinen Nachfolgern diese Schlüssel anvertraut; bezeichnend eben, dass sein Fest zusammen mit dem des Paulus gefeiert wird. Die Kirche: kein Ein-Mann-Betrieb! Und: Wer diese Socken anzieht, ist nicht gerufen eine Kopie dieses Heiligen zu sein. Die Socke passt sich ja dem Fuß an, nicht umgekehrt. Der Träger darf, ja soll ein Original bleiben; in derselben Spur: ja; aber originell.
Das gilt für Papst Leo XIV. im Hinblick auf seine Vorgänger, das gilt für Bischöfe wie für Pfarrer, das gilt für jede und jeden von uns. Der selige Carlo Acutis, der von Papst Leo am 7. September, also an dem Sonntag, an dem die Pilgergruppe aus unserem Bistum auf Heilig-Jahr-Wallfahrt in Rom sein wird, heiliggesprochen werden soll, betonte: „Alle werden wir als Originale geboren, nur leider sterben viele als Kopien.“ Bleiben wir in der Spur Jesu, der Apostel, der Heiligen, aber bitte als Originale!
Peter Kieweg
Pfarrer Pfarrverband Ering a.I.

