Das glauben wir

Konstruktive Opposition

Redaktion am 05.12.2025

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Kirche hat in der Welt ihre Rolle in der Opposition, ist deswegen oft auch unbequem. Diese ist auch im Evangelium zugewiesen: Jesus selbst ist konstruktiv-kritisch seinen Weg gegangen. So ist konstruktive Opposition die Berufung der Kirche, zum Heil der Menschen. Ein Impuls zum 7. Dezember 2025 von Pfarrer Peter Kieweg.

Oppo­si­ti­on ist Mist“, hat ein Poli­ti­ker ein­mal betont. Poli­tisch ist klar: Wenn man nicht in der Regie­rung ist, ist die Gestal­tungs­mög­lich­keit ein­ge­schränkt, das Durch­brin­gen von Ideen schwie­rig. Auf der ande­ren Sei­te gehört Oppo­si­ti­on zum Wesen der Demo­kra­tie, man darf gar sagen: Oppo­si­ti­on schützt Demo­kra­tie, frei­lich nur dann, wenn sie kon­struk­tiv ist, und nicht destruktiv. 

Die Pro­phe­ten, die uns gera­de im Advent zu Gehör gebracht wer­den, agier­ten aus der Posi­ti­on der Oppo­si­ti­on her­aus. Sie kri­ti­sier­ten, leg­ten den Fin­ger in die Wun­de, scheu­ten nicht die Kon­fron­ta­ti­on; sie waren aber durch­wegs kon­struk­tiv, indem sie Alter­na­ti­ven vor­schlu­gen, ande­re Wege, vor allem den Weg in Ein­klang mit Gott und sei­nem Heils­wil­len, den sie in vie­len Bil­dern ver­kün­de­ten, wie etwa in jenen, die uns am 2. Advent in den Bil­dern des Baum­stumpfs, aus dem das Reis her­vor­geht, und dem para­die­si­schen Tier­frie­den begegnen.

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Auch Johan­nes der Täu­fer, der im Evan­ge­li­um vor uns hin­tritt, steht als Oppo­si­tio­nel­ler da; er scheut u. a. nicht die Kon­fron­ta­ti­on mit dem reli­giö­sen Estab­lish­ment, mit Pha­ri­sä­ern und Sad­du­zä­ern, die er als Schlan­gen­brut bezeich­net. Vor ihm gin­gen bereits die wah­ren Pro­phe­ten mit den fal­schen Pro­phe­ten ins Gericht, die den Leu­ten nach dem Mund rede­ten, ins-beson­de­re den Regie­ren­den, mit denen sie ver­ban­delt waren. 

In die­sem Zusam­men­hang kom­men mir immer die Papst-Por­traits in St. Paul vor den Mau­ern in Rom in den Sinn. Alle Päps­te nach­ein­an­der, hei­li­ge mit Hei­li­gen­schein. Viel­leicht etwas pla­ka­tiv, aber die Grund­wahr­neh­mung ist, mei­ne ich, rich­tig: In Zei­ten, da die Kir­che mit an der Regie­rung war, viel welt­li­che Macht hat­te oder dar­um mit den welt­li­chen Herr­schern rang, da sind die hei­li­gen Päps­te rar gesät. In Zei­ten der welt­li­chen Macht­lo­sig­keit, etwa in den ers­ten Jahr­hun­der­ten in der Zeit der Chris­ten­ver­fol­gung oder in den letz­ten Jahr­zehn­ten der welt­lich macht­lo­sen Päps­te, ent­deckt man vie­le Por­traits mit Heiligenschein. 

Kir­che hat in der Welt ihre Rol­le in der Oppo­si­ti­on, ist des­we­gen oft auch unbe­quem und ihre Posi­tio­nen decken sich sel­ten mit dem aktu­el­len Trend. Das ist nicht nur ihre von den Pro­phe­ten ver­erb­te Rol­le, son­dern die­se ist auch vom Evan­ge­li­um zuge­wie­sen, von Jesus selbst, der kon­struk­tiv-kri­tisch sei­nen Weg auf Erden gegan­gen ist. Kon­struk­ti­ve Oppo­si­ti­on ist die Beru­fung der Kir­che, zum Heil der Men­schen, auch wenn die­se dies oft anders sehen.

Peter Kie­weg
Pfar­rer Pfarr­ver­band Vilshofen

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