Foto: Stefanie Hintermayr / pbp
Was wäre unser Leben ohne Salz?! Das elementare Würzmittel ist lebensnotwendig. Und was Salz in der Küche ist, sind wir Christen für die Menschheit. Schweiß der Nächstenliebe, Tränen des Mitleids und Blut der Märtyrer sind Beispiele dafür, wo Christen Salz in die Welt geben. Durch uns soll die Welt Geschmack am wahren Leben finden. Ein Impuls zum 8. Februar 2026 von Dompropst Michael Bär.
„Da schmeckt der schönste Gickerl nicht“ höre ich meinen Vater sagen, als er von seiner Soldatenzeit in Russland erzählt. „Es gab zwar immer was zu Essen, aber es kamen auch Zeiten, da war einfach kein Salz aufzutreiben.“ „Ihr seid das Salz der Erde“, spricht Jesus seine Jünger, uns an. Wir verleihen dem Leben einen unverwechselbaren, unersetzlichen Geschmack. Würden wir Christen fehlen, dann wäre die Welt schal, langweilig, ja beinahe ungenießbar.
Immer wieder vernehme ich von Kollegen aus den neuen Bundesländern, dass den Menschen dort, die nicht an Gott glauben, nichts fehlt, sie finden ihr Leben nicht schal, langweilig oder gar ungenießbar. Sie richten es sich nach ihren Möglichkeiten so ein, dass es ihnen gefällt – auch ohne den Glauben an Jesus Christus. Was bringen wir mit unserem Glauben in die Gesellschaft und auch in unser eigenes Leben ein? Welche Würze geben wir hinzu, damit es uns und anderen ein seliges MMH entlockt. Du schmeckst mir?
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Jesus spricht vor allem von den guten Werken, die Christen vollbringen. Das Teilen ist für uns enorm wichtig. Der Siegeszug des Christentums in den ersten Jahrhunderten hing vor allem mit der Caritas zusammen, mit der tätigen Nächstenliebe. Dieser authentische, glaubwürdige Geschmack hat nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Kein süßes Gelaber und Schönreden, sondern handfestes Zupacken im Schweiße des Angesichtes — und Schweiß schmeckt salzig.
Was wir in die Welt einbringen ist auch das Mitleid. Wir Christen nehmen das Leid wahr, leiden mit, versuchen das Leid zu lindern. Und beizeiten weinen wir auch mit den Trauernden – und Tränen schmecken salzig. Wir sparen uns zuckrige Vertröstungen. Auch Blut schmeckt salzig. Ihr Blut haben die Märtyrer vergossen aus Liebe zu Jesus. Am Freitag haben wir an Paul Miki und seine Gefährten gedacht, die Ende des 16. Jahrhunderts bei einer Christenverfolgung in Japan gekreuzigt wurden.
Wie sagte mein Vater? Es gab Zeiten, da war kein Salz aufzutreiben. Hoffentlich geschieht das nie mit unserem Glauben, der Salz für die ganze Erde ist. An seine Stelle würde Geschmacklosigkeit treten. Wir Christen sind das Salz der Erde! Schweiß, Tränen, ja auch Blut sind Beispiele. Durch uns soll die Welt Geschmack am wahren Leben finden.
Michael Bär
Dompropst


