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„Warum glaubst du eigentlich an Gott?“ – eine hochinteressante und sehr persönliche Frage, die man selten jemandem stellt und die vielmehr dazu einlädt, sie für sich selbst zu beantworten. Mehr dazu von Pastoralreferentin Teresa Aigner in ihrem Impuls zum Sonntag.
Warum glaubst du an Gott? Auf diese Frage gibt’s wahrscheinlich so viele Antworten wie es Menschen gibt, die glauben. Diese Frage stellt uns heute das Evangelium. Nicht direkt, das wäre wahrscheinlich zu einfach, sondern durch das, was erzählt wird. Ich möchte die Frage auch noch konkretisieren: Auf was gründet dein Glaube?
Glaubst du, weil du Zeichen und Wunder gesehen hast? Die Menschen zur Zeit Jesu, die konnten sich darauf vielleicht noch berufen. Aber ich heute?
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Zeichen Gottes, oder besser gesagt, Spuren Gottes, finde ich heute wohl selten in großen Wundern. Und auch nicht sofort. Nicht auf den ersten Blick.
Auf den ersten Blick war es für die Gegner Jesus im Evangelium so, dass er behauptet hat, den Tempel abzureißen und in 3 Tagen wieder aufzubauen. Sie sahen den großen Tempel vor sich und dachten, auf keinen Fall! Der Tempel war der Ort der Gottesbegegnung. Ihn besuchte man, um Gott nahe zu sein. Fast lapidar steht dann im Evangelium: Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Auch seine Jüngerinnen und Jünger verstehen das erst später. Später, d.h. nach der Auferstehung Jesu.
Denn Jesus ist jetzt der Ort der Gottesbegegnung. Wenn ich Jesus begegne, begegne ich Gott.
Erst im Nachhinein verstanden die Menschen, die mit Jesus unterwegs waren, welche Zeichen Jesus ihnen gegeben hatte und was sie zu bedeuten haben. Und so geht es mir auch heute. Die Spuren Gottes in meinem Leben entdecke ich meistens nicht sofort. Erst im Rückblick auf Begegnungen und Ereignisse kann ich feststellen, da war Gott dabei.
Da zeigt sich Gott nicht mit großem Wumms, wie Jesus heute im Tempel die Händler rausschmeißt, da zeigt sich Gott ganz leise. Da zeigt sich Gott in den glücklichen und dankbaren Momenten. Da zeigt sich Gott aber auch in den Momenten, in denen es gar nicht gut lief, in traurigen und überfordernden Momenten. Denn eins, das hat sich immer wieder gezeigt: Gott beschützt mich vielleicht nicht vorm Hinfallen, aber er hilft mir immer wieder auf! Und darum glaube ich.
Teresa Aigner — Pastoralreferentin


