Bistum

Priester: Ärzte der Seelen

Stefanie Hintermayr am 02.07.2026

Info Icon Foto: Stefanie Hintermayr / pbp

Zwölf Priester und Diakone haben ihr 25- bis 60-jähriges Priester- bzw. Diakonenjubiläum gemeinsam mit Bischof Stefan Oster SDB in der Seminarkirche des ehemaligen Priesterseminars St. Stephan gefeiert. Der Gottesdienst fand am Fest Mariä Heimsuchung im Rahmen der 11. Maria-Hilf-Woche statt.

Für die zwölf Jubi­la­re – dar­un­ter drei Patres und ein Dia­kon – war es ein schö­nes Jubi­lä­um, das sie an die­sem Don­ners­tag­vor­mit­tag des 2. Juli gemein­sam mit Bischof Ste­fan Oster in der Semi­nar­kir­che des ehe­ma­li­gen Pries­ter­se­mi­nars St. Ste­phan fei­ern konn­ten: ihr Pries­ter- bzw. Dia­ko­nen­ju­bi­lä­um. Auf ihre längs­ten Diens­te mit 60 Jah­ren zurück­bli­cken kön­nen dabei Pri­or Admi­nis­tra­tor P. Richard Mul­te­rer OSB und BGR Johann Pöp­pel. Zu Beginn des Got­tes­diens­tes wand­te sich der Bischof mit sei­nem Gruß­wort an die Geist­li­chen und lud sie ein, sich an die Anfän­ge ihrer pries­ter­li­chen Lauf­bahn zu erin­nern. Die Semi­nar­kir­che sei schließ­lich für eini­ge der Geburts­ort ihrer Beru­fung“ gewe­sen, mei­ne er. Unser Glau­be ist ja eine Erin­ne­rungs­kul­tur, die in der Hei­li­gen Mes­se ver­ge­gen­wär­tigt ist (…). Wir erin­nern uns sozu­sa­gen an unse­re ers­te Liebe.“

Diener des Geheimnisses

Pries­ter als Die­ner des Geheim­nis­ses – Mys­t­ago­gen“ – und Pries­ter als Ärz­te der See­len: Dar­über sprach Bischof Oster in sei­ner Pre­digt. Er lud die Jubi­la­re ein, sich an das zu erin­nern, wozu sie beru­fen sind. So sei­en sie als Pries­ter Die­ner des Geheim­nis­ses, weil sie den Men­schen das Wort Got­tes erschlie­ßen und ihnen die Tex­te nahe­zu­le­gen. Das Wort Got­tes so auf­zu­schlie­ßen, dass es ein Weg hin­ein ins Geheim­nis ist, dass auch Men­schen berührt wer­den und sagen: Ich lebe von mehr als nur vom Brot allein und von mehr als nur von dem, was ich äußer­lich fas­sen kann.“ Indem sie Sakra­men­te mit Men­schen fei­ern wür­den und die Ver­ge­gen­wär­ti­gung der Gna­den Got­tes“ sei­en, wür­den sie die­sem Geheim­nis die­nen. Das Tei­len des Glau­bens­ge­heim­nis­ses, so der Bischof, sei schließ­lich ein wich­ti­ger Aspekt. Wer über den Glau­ben spre­chen darf und beru­fen ist, über den Glau­ben zu spre­chen, der wird sel­ber im Glau­ben gestärkt. Wer beru­fen ist, Lie­be zu leben, der spürt: Die Kraft wird mehr, wenn ich es ein­fach tue, wenn ich ein­fach die Lie­be lebe.“

Ärzte der Seelen, Diener der Freude

Pries­ter sei­en dar­über hin­aus aber auch Ärz­te der See­len und Die­ner der Freu­de. So sei auch in den Tex­ten zum Fest Mariä Heim­su­chung von der Freu­de zu lesen, erklär­te der Bischof. Der unge­bo­re­ne Johan­nes der Täu­fer hät­te in Eli­sa­beths Bauch des­we­gen vor Freu­de gehüpft, weil er die Stim­me derer hör­te, die den Erlö­ser in sich tru­gen. Gott kommt wie­der neu in unse­re Mit­te. Der Jubel, die Freu­de kommt aus der Berüh­rung, wenn wir inner­lich wahr­neh­men dür­fen, davon berührt wer­den, immer wie­der neu: Er ist da. Er trägt mein Leben.“ Genau das könn­ten Pries­ter Men­schen immer wie­der zei­gen, vor allem dann, wenn es ihnen schlecht­geht: Der Herr ist da!“ Des­we­gen sei­en sie Ärz­te der See­len. Dann kön­ne ein Mensch auch in der trost­lo­ses­ten Situa­ti­on die Gegen­wart der Freu­de spü­ren, so der Bischof. Als Bei­spie­le nann­te er die gro­ßen Glau­bens­zeu­gen der Nazi­zeit, allen vor­an Sophie Scholl, Pater Kol­be, Edith Stein und Diet­rich Bon­hoef­fer, der in der Todes­zel­le Von guten Mäch­ten wun­der­bar gebor­gen“ schrieb und inner­lich daheim gewe­sen sei. In die­sem Sinn, lie­be Brü­der, dür­fen wir Ärz­te für die See­le sein, wenn wir Boten der Freu­de sind.“ Dazu sei­en Pries­ter und Dia­ko­ne beru­fen. Und ich bin so über­zeugt davon, dass die Welt die­sen Dienst so drin­gend benötigt.“

Die Predigt als Podcast zum Nachhören

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Beim anschlie­ßen­den gemein­sa­men Mit­tag­essen bestand noch Gele­gen­heit zu Aus­tausch und Gespräch. Musi­ka­lisch stim­mungs­voll gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst von der Kam­mer­mu­sik am Dom mit Sopra­nis­tin Nora May­er und Tho­mas Plew­nia an der Vio­li­ne. An der Orgel spiel­te die stell­ver­tre­ten­de Dom­ka­pell­meis­te­rin Bri­git­te Fruth.

Die mitfeiernden Priester- und Diakonenjubilare 2026

25 Jah­re

  • Dom­ka­pi­tu­lar Mar­tin Dengler
  • Pfr. Adi Mar­tin Ortmeier
  • Pfr. Jür­gen Reihofer

30 Jah­re

  • Pfr. Arpad Bernath
  • PfrAdm. P. Jos­hy Kuria­ko­se Kan­ji­ratham­kun­nel MI
  • PfrAdm. P. Paul Mro­tek MS
  • Dia­kon Fr. Ste­phan Stad­ler OSB

40 Jah­re

  • Pfr. Andre­as Artinger

50 Jah­re

  • Msgr. Ger­hard Hettler
  • BGR Edu­ard Mayer

60 Jah­re

  • Pri­or Admi­nia­tra­tor P. Richard Mul­te­rer OSB
  • BGR Johann Pöppel

Weitere Informationen zur Maria-Hilf-Woche

Maria-Hilf-Woche 2026

Die Maria-Hilf-Woche 2026 des Bistums Passau ist die 11. Festwoche zu Ehren der Gottesmutter. Hier finden Sie alle Informationen  zu den Veranstaltungen der Maria-Hilf-Woche, die heuer vom 25. Juni bis zum 05. Juli gefeiert wird. 

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