Foto: Albert Hüttner
Eigentlich war eine große Feier zum 60-Jährigen im Jahr 2020 geplant. Doch das hatte Corona mit den strengen Kontakverboten verhindert. Fünf Jahre später passte alles perfekt. Wie am Tag seiner Primiz wurde Lorenz Hüttner auch bei seinem Jubiläum mit einem Gedicht und Blumen empfangen. Die Aufgabe übernahm Josefine Kolbeck.
In seiner Begrüßung blickte Lorenz Hüttner auf die Zeit seiner Kindheit zurück. Er freue sich, dass mit der Feier dieses Jubiläums in Nonnberg, seiner Heimatpfarrei, ein Kreis schließt. In dieser Kirche, auf den Stufen des Altars, war bei ihm als Bub der Gedanke und der Plan geboren worden, Priester zu werden.
Mit elf Jahren, im September 1945, wurden seine Eltern vom Ortspfarrer angesprochen, dass das Knabenseminar in Passau ab September wieder seine Pforten öffnet. Lorenz Hüttner kann sich noch gut erinnern, dass ihn seine Mutter nach dem Sonntagsgottesdienst darauf angesprochen habe. Er traute sich nicht abzusagen, war es doch sein Wunsch Priester zu werden.
15 Jahre später, am 29. Juni 1960, erhielt er im Dom zu Passau die Priesterweihe. Wenige Tage später, am 5. Juli, feierte er in seiner Heimatpfarrei Nonnberg Primiz.
Als Kooperator in Spiegelau und Riedlhütte, Präfekt im Seminar St. Valentin in Passau, CAJ Diözesankaplan, Sekretär des Generalvikars sowie Domvikar waren die ersten Aufgaben, bevor er in der Pfarrei Frauenau und Buchenau die erste Pfarrstelle übernahm. Von 1977 bis 1987 war er Stadtpfarrer in Neuötting, wo er auch ab 1979 als Dekan das Dekanat Neuötting führte. Von 1987 bis 1990 wirkte er als Domkapitular (Bau- und Kunstreferat) in Passau, bevor er vom Bischof Eder zum Generalvikar ernannt wurde. Nach dem Rücktritt von Bischof Franz-Xaver Eder führte er bis zum Amtsantritt von Bischof Wilhelm Schraml die Diözese Passau als Diözesanadministrator. 2004 ging er als Dompropst in Ruhe.
Für sein bürgerliches Engagement in der Seelsorge wurde Hüttner 1996 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet, die Stadt Passau zeichnete ihn mit ihrer Bürgermedaille aus und schließlich erhielt er 2006 den Bayerischen Verdienstorden.
Margit Hauf als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates hob bei ihrer Begrüßung Hüttners Zeugnis von Treue, Hingabe und Gnade in 65 Jahren Priestertum hervor. Zum Festgottesdienst begrüßte sie den Neffen des Jubilars, Pfarrer i.R. Michael Hüttner, Domkapitular und Stadtpfarrer Heribert Schauer, Dompropst i.R. Hans Striedl, Prälat Erich Baumann, Waldkirchens Stadtpfarrer i.R. Alfred Ebner, Pfarrkirchens Stadtpfarrer i.R. Hans Eder sowie den Verbandpfarrer Dr. Martin Fohl.
Festprediger Hans Stiedl ging in seiner Predigt auf die vielen Jahre des Priestertums des Jubilares ein. Er zeigte nochmals die Stationen seines priesterlichen Wirkens auf. Große Bewunderung schenkte der Festprediger der Leistung, die Hüttner bei seiner siebenwöchigen Fußwallfahrt auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela vollbrachte.
Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Geratskirchener Männerchor unter Leitung von Heidi Demmelhuber gestaltet.
In seinem Schlusswort erklärte Lorenz Hüttner, dass er in seinem Testament bereits vor zehn Jahren festgeschrieben habe, dass sein Primizmessgewand, welches er an diesem Tag auch trug, sowie der Primizkelch nach seinem Tod an die Expositur Nonnberg gehen sollten. In den letzten Tagen reifte sein Entschluss, dies vorzuziehen. Unmittalbar nach dem Gottesdienst übergab er beides, um es in Nonnberg zu belassen.
Zu der anschließenden Feier im Gasthaus Reißl blickten die Gäste bei einer Bilderpräsentation, zusammengestellt von Margit Hauf, auf die Primiz und die beiden Feiern seines 25. und 40. Priesterjubiläum zurück.
Neben allen Neffen und Nichten waren auch die beiden noch lebenden Geschwister Anni und Albert an diesem Tag an seiner Seite. Bei der Feier mit dabei war auch der Altöttinger Landrat Erwin Schneider.
Ein großer Dank des Jubilars galt seiner Nichte, Anneliese Schmideder, die über viele Wochen das Fest organisiert und für die Wünsche und Belange ihres Onkels immer ein offenes Ohr hatte.
Text: Albert Hüttner


